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Folge 2: Das Bedingungslose Grundeinkommen


#242

Überfordert alle drei bis sechs Monate einen Termin beim Jobcenter wahrzunehmen?


#243
  1. Auch das kann der Fall sein, vor allem, wenn mehrere Termine sich überlappen.
  2. Gibt es auch noch eine Reihe von anderen Gründen, die zu Sanktionen führen können.
  3. Gibt es auch noch viele fehlerhaft ausgestellte Sanktionen. (4 von 10 Klagen gegen Sanktionen haben Erfolg.)

#244

Ausreden über Ausreden. Wenn Termine sich ständig überlappen, handhabe ich das halt so wie bei jedem anderen Termin auch. Man gibt Bescheid und verschiebt nach Absprache. Entweder ruft man an oder nutzt das extra dafür beigelegte Formular.

“Wie jetzt? Wenn ich von der Allgemeinheit jeden Monat hunderte Euro einfordere, sollte ich vorher meine Bedürftigkeit nachweisen, weil Staat und Bürger in einem anderen Verhältnis zueinander stehen als Eheleute? => Systemfrage!”

“Wie jetzt? Als vielbeschäftigter Arbeitsloser muss ich mich alle drei bis sechs Monate bei meinem Vermittler melden und über Jobangelegenheiten reden? => Systemfrage!”

“Wie jetzt? Wenn ich arbeitslos bin sollte ich Bewerbungen schreiben, um einen Job zu finden? => Systemfrage!”

Niemand sagt, dass es leicht ist arbeitslos zu sein. Hier wird aber Normalität skandalisiert.


#245

Ist es eigentlich Absicht, dass du den Zeitraum auf bis zu sechs Monate erhöhst? Du kannst nach Belieben einbestellt werden und die meisten scheinen spätestens alle drei Monate einbestellt zu werden. Die Einbestellungen können auch sehr kurzfristig kommen und sich auch mal mit anderen angeordneten Terminen überschneiden.

Hinzukommt massig fehlende Empathie. Irgendwie scheint man immer nur von sich selbst auszugehen, ganz nach dem Prinzip “Hey ich kann das. Das muss jeder gut können.” Aber was ist mit den ganzen Menschen, die intelligenzmäßig nicht gut ausgestattet sind oder aus ganz verschiedenen anderen Gründen Probleme haben, sich zu strukturieren oder zu verstehen, was vor sich geht?
Warum läuft es so oft schief? Wollen die alle Geld verlieren? Leben die alle so großzügig, dass die das nicht brauchen? Faules Pack, das selbst bei empfindlichen Streichungen keinen Willen hat?

Und zuletzt natürlich völlige Ignoranz gegenüber der Masse an Fehlentscheidungen durch das Jobcenter, die ständig sogar noch von Gerichten korrigiert werden müssen, weil das Jobcenter es soweit kommen lässt und diese wohl auch beim zweiten und dritten Blick drauf nicht korrigiert.

Man könnte ja gerne schnell zurecht streichen, wenn Hartz 4 über dem Existenzminimum ist. Ist es aber nicht. Eine Streichung riskiert damit immer das Hungern der Menschen - und das imo auch schon bei Lappalien und nicht schwerwiegenden Fällen von ■■■■■■ und dauerhaftem Fernbleiben.


#246

Nein, hier wird skandalisiert, daß die 860.000 Obdachlosen im Lande offenbar alle zu doof oder zu faul sind, Anträge auszufüllen oder Termine wahrzunehmen. :no_mouth:
Naja, und dafür ist die Obdachlosigkeit dann ja auch wohlverdient!

Das ist schon eine skandalöse Normalität.


#247

Das sind vor allem Ausländer, die bitte einfach in ihr eigenes Land zurückgehen sollen, wenn sie hier nicht klarkommen.


#248

Wir reden hier von einfachsten alltäglichen Angelegenheiten. Imgrunde sagst du, dass Hartzer selbst dafür zu blöd sind. Auch eine Meinung.

Das musst du teilen: Baru hält sie für zu blöd. Ich vermute eher Faulheit. Und dann gibt es Fälle von Menschen, bei denen man einfach nur staunen kann. Du erinnerst dich an die Frau, die lieber fürs Stehlen in den Knast ging als Hilfe vom Staat anzunehmen? Da gab es ja auch in diesem Forum den Versuch sie als armes Opfer des ach so bösen Sozialstaates hinzustellen bis jemand mal genauer hinschaute.


#249

@anon27323013 Ach, der Kindergartenstammtisch ist auch wieder da, wie schön!
Die Trollgruppe ist den Gang runter rechts.

Das Beispiel oben ist gar nicht so selten, bin selbst 2 Monate lang faktisch Obdachlos gewesen. Ohne Familie & Freunde wäre meine Adresse jetzt (wolltest du ja haben) “Unter den Brücken 1”.
Ist also eher die Frage, ob hier nicht doch Skandale normalisiert werden…


#250

Du schreibst auch nur so ein scheiß, damit du dein Weltbild nicht mal ne Sekunde in Frage stellen musst.


#252

Ja, den denn es gibt kein Anrecht oder Anspruch auf Faulheit in Deutschland. Ich bin davon überzeugt, das es zu 99 Prozent die richtigen trifft, wenn es um Abzüge geht. Natürlich passieren da auch Fehler, aber wegen eines Fehlers wird niemand obdachlos oder muss hungern. Das ist völliger Quatsch!

Normal müsste man einführen, das JEDER gesunde Mensch arbeiten MUSS. Arbeit gibt es genug.


#253

Hauptsache Arbeit, zu welchen Konditionen ist egal, ne? Genau wegen solchen Leuten haben für Dumpinglöhne in Deutschland.

Du darfst auch nicht vergessen, jedes mal, wenn ein Hartzer einen Vermittlungsvorschlag zugeschickt bekommt, dann erhält der Arbeitgeber auch eine Information darüber und müsste dann eine Rückmeldung ans Amt geben, ob sich beworben wurde. Soweit in Ordnung, aber so entsteht auch ein gewisser Druck, denn es gibt ja durchaus verschiedene Gründe, wieso man einen Job ablehnt.

Mir wurde damals bereits eine Sanktion reingedrückt, nach dem einer, ein einziger, Arbeitgeber dem Amt gemeldet hatte, dass ich mich nicht beworben habe.

Wir haben hier bspw. so einen Army-Laden, der Klamotten, Waffen usw. verkauft. Hat eben viele Szeneklamotten da, auch Thor Steinar hat der irgendwann verkauft. Mal abgesehen davon, dass der Chef ein ziemlicher Arsch sein soll, wurden den Mitarbeitern, meist Frauen, nach Feierabend aufgelauert und beschimpft und bedroht. Da wollte schlicht keiner mehr arbeiten und dennoch gab es immer Stellenangebote in der Jobbörse und dementsprechend wurden auch Vermittlungsvorschläge verschickt.

Tja, polemisch gesagt hatte man dann die Wahl zwischen Sanktion oder paar aufs Maul nach Feierabend.


#254

Hauptsache Arbeit, zu welchen Konditionen ist egal, ne?

Nö, man kann auch gern nicht arbeiten. Aber dann halt nicht auf Kosten der Allgemeinheit leben, sondern von der eigenen Familie oder Freunden, oder von freundlichen Spendern, die Geld in den Hut werfen.


#255

Du begehst den althergebrachten Fehler “Erwerbsarbeit” mit “Nützlichkeit” gleichzusetzen, und zwar als einzige und alleinige Möglichkeit, der Gesellschaft von Nutzen zu sein.
DAS ist völliger Quatsch.
(Davon ab, daß einige Berufe das genaue Gegenteil von gesellschaftlich “nützlich” oder “gewinnbringend” sind.)
Erwerbsarbeit wird überbewertet und das sage ich sicherlich nicht aus Faulheit.

Was du im Grunde sagst ist: JEDER muss für seinen Unterhalt irgendwie leiden, schliesslich musste ich das auch, so wie meine Eltern und Großeltern!
Das ist Neid im Endstadium.


#256

So pauschal ist das nur noch Stalinismus.


#257

Also doch, entweder man arbeitet, egal wie und wo oder man sollte kein ALGII beziehen. Ist klar.


#258

Also doch, entweder man arbeitet, egal wie und wo oder man sollte kein ALGII beziehen. Ist klar.

Ja, natürlich. Alles Andere ist unfair gegenüber denen, die arbeiten. Durch die Abschaffung/Reduzierung von Sozialabgaben würde ja auch das Netto-Gehalt steigen.


#259

Unfair ist es, wenn man Leute unter Druck setzt jedwede Arbeit anzunehmen, genauso unfair wie Leute, die jedwede Arbeit zu jedweder Bezahlung annehmen. Solche Praktiken drücken das Lohnniveau und das ist alles andere als fair der Gesellschaft ggü.

Ich persönlich verkaufe meine Arbeitskraft auch nicht pro Monat, sondern pro Stunde, deswegen lehne ich es auch ab Vollzeit für den Mindestlohn arbeiten zu gehen und verdiene lieber Tarif in einer Teilzeitstelle. Das ich hab damals beim Amt auch direkt so gesagt als die mir erklären wollten, dass die mir genau 0 Stellen anbieten können, wo ich den selben Stundenlohn habe wie jetzt, aber Mindestlohn doch super wäre.

Mittlerweile habe ich inkl. aller Zuschläge nahezu das gleiche Geld in der Tasche wie Vollzeit mit Mindestlohn, arbeite aber nur halb so viel.


#260

Dann bist du auch nur noch halb so nützlich.
Schäm dich!


Smalltalk (und Rynams fussballkrams)
#261

Nö ist er nicht. Solange er sich nicht von der Allgemeinheit unnötig alimentieren lässt ist alles gut! Gilt übrigens auch für den spätrömisch dekadenten Millionär, der es nicht nötig hat zu arbeiten. Ich freue mich grundsätzlich über jeden, der dem Staat nicht auf der Tasche liegt!


#262

Jetzt muss ich noch einmal nachlegen und erklären, welche Arbeit ich glaube gemacht werden sollte.

Wenn ich mir die Verschmutzungen der Grünanlagen angucke, davon weiss das es alte Leute gibt, die Hilfe im Haushalt benötigen oder Leute im Altersheim fehlen, die den Alten mal vorlesen oder mit denen spazieren geht, finde ich schon, das dieses arbeitslose zu leisten haben!

Jedem fallen sicher noch viele Dinge ein, welche in unserer Gesellschaft geleistet werden sollten und wieso nicht die welche Geld vom Staat erhalten? Wenn ich arbeiten geh muss ich ja auch Steuern bezahlen und das ist ja auch nicht menschenunwürdig.

Wer also dagegen ist, das Arbeit gegen Arbeitslosengeld geleistet werden MUSS, muss ja auch dagegen sein, das man überhaupt Steuern zahlt.

Dabei geht es mir überhaupt nicht darum, das arbeitslose nun Vollzeit “Sozialarbeit” leisten sollen, sondern ein paar Stunden in der Woche schon leistbar sein sollte. Bitte jetzt nicht das Märchen davon, das dieses “normale” Arbeit verdrängen würde. Bestimmte Dinge werden einfach nicht gemacht und eine Kontrolle könnte man schon einführen.

Wer sich dagegen verweigert, sollte kein Geld mehr erhalten! Wenn ich meine Steuern nicht bezahle, werde ich schliesslich auch dazu gezwungen.

Und im Grunde zeigt das auch, wie faul wir Menschen sind und das ein BGE nicht dazu führen wird, das wir nun alle fleissig Tätigkeiten nach gehen werden. Wenn dem so wäre, würden ja heute schon eine überzahl von ALG 1 und 2 Bezieher nützlich machen. Mir ist auch nicht bekannt, das es eine Flut an “Bewerber” bei den 1 Euro Jobs gibt. Dort gibt es ja auch pro Stunde mehr als 1 Euro extra und man könnte ja auch dazu verdienen.