Folge 182: Reden Sie mit der Flasche!

Hier kann darüber diskutiert werden!

Naja, der Anfang war ja noch sehr sympathisch! :slight_smile:

In dem Fall hat es ohne Moderator nicht geklappt, bin aber dagegen, diese Idee deshalb generell schlechtzureden.
Vielmehr wünsche ich mir solche „Duelle“ auch im deutschen Fernsehen. Vor allem hätte ich mir das bei den vergangenen „Kanzlerduellen“ gewünscht. Die waren vor lauter „political correctness“ wirklich stinklangweilig. :ugly

Sehr schöner Beitrag über die Diskussionsproblematik der beiden Politiker im ORF.

Problematik schön aufbereitet und erklärt, Ausschnitte in angmessener Länge gezeigt. Fühle mich nun gut aufgeklärt zu dem Thema ^^

In der Qualität bitte gerne weiter bei FKTV machen… ^^ Dafür zahl ich gerne :smiley:

Deine Aussage „der eine gelobt nur an, wer ihn in den Kram passt“ ist absolut falsch.
Der Bundespräsident (Österr. Recht) hat das Recht das Parteiprogramm zu studieren und danach zu handeln.
Wenn da lauter Müll drinnensteht (überspitzt geschrieben) dann lobt er nicht an.

Man sollte auch wissen, dass der Herr auf der Rechten Seite eine Menge NLP Kurse hinter sich hat und früher auch NLP Coach war.
Die Taktik war, über den drüberzufahren und seine Taktik zu zerschlagen. Denn wie auch die AFD in Deutschland hat auch die FPÖ nur ein Thema.

Kasperl ist übrigens nur einer von beiden :slight_smile:

[QUOTE=Miraculum;457553]Problematik schön aufbereitet und erklärt, Ausschnitte in angmessener Länge gezeigt. Fühle mich nun gut aufgeklärt zu dem Thema ^^
[/QUOTE]
Bist du aber nicht, und das ist mein Problem mit dem Beitrag, dass einige Szenen zu zeigen nicht reicht, sondern dass man auch einen Überblick über die Gesprächsstruktur und den Verlauf braucht um zu verstehen, was genau abgegangen ist. Nur ein Zusammenschnitt der bösesten Angriffe weitestgehend ohne Kommentar ist nicht treffend. Hofer hat sein Gegenüber ganz gezielt in rhetorische Fallen gelockt, dass VdB diese nicht erkannt hat ist ihm natürlich anzukreiden. Es entstand bei Holgers Beitrag der Eindruck, dass beide sich ausschließlich gegenseitig beleidigt hätten, was irgendwann teilweise auch stimmte, aber VdB war halt einfach irgendwann total sauer, weil Hofer ein zielführendes Gespräch von Anfang an unterdrückt hat und seinen Gegenpart stattdessen dafür verantwortlich gemacht hat, dass irgendwelche Leute auf Hofers Facebookseite pöbeln oder seine Wahlplakate runterreißen. VdB hatte bei der ORF-Runde dann auch totalen Schiss, man hat richtig gesehen wie er zittert.
Der eine ist halt ein pöbelnder Rowdy, der aber gleichzeitig das ganze Gespräch von Anfang bis Ende durchgeplant hatte, der andere erkennt rhetorische Tricks und Sinnlosargumente nicht, auf die selbst ein Zehnjähriger nicht hereinfallen würde, und spielt nach den Noten, die Hofer komponiert.

Was die inhaltliche Thematik angeht nicht. Das ist richtig. Dann formulier ich es mal so: Ich habe nun das Gefühl einen guten Überblick über die Problematik der Gesprächskultur in unmoderierten Talkshows zu haben. Ich verstehe das Problem und auch, dass es keine ultimative Lösung bis dato gibt.

Ich empfand Holgers Beitrag als wertefrei und differenziert. Wer von den Gästen am Ende Recht hat und/ oder sich öffentlich blamiert ist da ein anderes Thema. Da mich beide Politiker persönlich wenig tangieren (und was sie tun), interessierte mich an dieser Geschichte eben nur der Situationskonflikt und etwaige Lösungsansätze :smiley:

[QUOTE=Kirin;457563]der andere erkennt rhetorische Tricks und Sinnlosargumente nicht[/QUOTE]

vdB hat extrem dazugelernt.
Das er mit einer Frage nicht lockerlässt und auf Hofer nicht mehr reagiert ist ja ein Zeichen, dass er die Rhetorik erkennt und ignoriert. Früher (zB bei den früheren ATV Duellen) hat er sich noch darauf eingelassen und reagiert.

Sehr schöner Beitrag, vielen Dank dafür.

Beim Österreichen Fernsehen finde ich sehr interessant, dass sich die Privatsender, zumindest was politische Berichterstattung angeht, mit dem ORF messen möchten und dies trotz des niedrigerem Budgets auch schaffen. Sowohl ATV als auch Puls 4 (ServusTV berichtet zwar am Wahltag, hält sich sonst aber zurück) richten eigenständige Duelle aus und haben wöchentliche Diskussions und Interview Sendungen im Programm.
Wenn mich mein Eindruck nicht täuscht, findet so etwas im deutschen PrivatTV gar nicht statt.

ATV sticht hier meiner Meinung nach besonders hervor was die Berichterstattung am Wahltag angeht. Das Trio, dass man im Beitrag nach der moderationslosen Diskussion sieht, macht das immer sehr souverän, unterhaltsam und wirkt unparteiisch.

Unparteiisch kann man Puls4 zwar nicht nennen (der Sender ist politisch sehr weit links), dafür werden auch hier oft außergewöhnliche Elemente, wie Kabarettisten als Kommentatoren, eingebaut.

Das ist auch unter dem Aspekt interessant, dass Puls4 zu ProSieben-Sat1 und ATV zum Unternehmen von Herbert Kloiber gehört, dem unter anderem RTL2 und Tele5 gehören. Alles Sender, die in Deutschland nicht gerade mit politischer Berichterstattung in Erscheinung treten.

Ganz ehrlich, ich fand zwischen den beiden Sendungen nun nicht diesen qualitativen Unterschied, auch in den 70ern wurde sich dort auf kindergarten Niveau unterhalten. Demnach ist die aktuelle Sendung kein Abstieg, sondern zeigt die Stagnation.

Streitgespräche enthalten Streit, der kann hoch hergehen, wenn es um Wichtiges geht.
Und dieser ist halt auch mal “untergriffig”, wie es österreichisch so schön heißt.
Zumindest in den Ausschnitten finde ich das nicht sonderlich ausgeprägt und von daher auch nicht schlimm.

Auf das Hofersche Angebot “Reden Sie mit der Flasche” hätte vdB ja auch deutlich stärker reagieren können (“Herr Dr. Hofer, mit einer Flasche reden tue ich schon den ganzen Abend …” :twisted:)

Also der Hofer ist Ing. nicht Dr. und wenn ich mich nicht irre nicht mal Dipl. Ing. :twisted:

Ich fand die Ausschnitte schon schlimm und bin froh dass ich das gesamte Gespräch nicht gesehen habe.

Jetzt wo die Wahl vorbei ist kann Holger ja ein Follow-up machen. :slight_smile:

Ich muss den Fernsehkritiker in die Kritik nehmen für die Aussage, dass beide Präsidentschaftskandidaten “charakterlich nicht viel zu bieten” hätten. Van der Bellen ist ein gebildeter und souveräner Mensch, der in seiner Karrie zu großen Teilen sehr vernünftige, reife Politik betrieben hat. Das kann auch ein etwas erhitztes Streitgespräch in einem bereits erhitzten Wahlkampf nicht völlig auslöschen. Der Sachverhalt mit der Angelobung ist - wie es hier schon ein anderer erwähnt hat - deutlich komplizierter als “würde nur angeloben wer ihm passt”, und da spielen sowohl die Verfassung wie auch die Realpolitik, die reale Auslegung der Verfassung und die Umstände der österreichischen politischen Landschaft eine Rolle. Wenn Holger weiterhin Fernsehkritiker sein will, und kein Politikexperte, sollte er von solchen versimplifizierenden Aussagen in Zukunft eher absehen.

Ich sehe es so wie der Herr am Ende des Interviews: beide haben sich blamiert, das war Kindergarten-Niveau. Und es ist schlimm, dass einer der beiden gewählt werden muss.

Beide tun Österreich nichts Gutes.

Das Format ohne Moderator fand ich aber sehr gut, denn gerade DAS zeigt m.E. auf, wie unfähig manche Politiker sind. Ein Moderator wäre dazwischengegangen und hätte den beiden die Chance gegeben, sich zu sammeln und zu neuen Themen überzugehen.

LG,
Cherubino

      • Aktualisiert - - -

Sorry für mein Doppelpost, aber ich möchte gerne noch auf dieses Zitat eingehen:

Naja, Bildung und Eloquenz haben auch viele rechts außen stehende Personen zu bieten. In den 30ern und 40ern waren auch viele Professoren etc. Anhänger der Nazis.

der in seiner Karrie zu großen Teilen sehr vernünftige, reife Politik betrieben hat.

Das Problem bei den beiden Kandidaten ist wohl dieses: der eine sieht keine Probleme oder verharmlost sie, der andere sieht Probleme, benennt sie, hat aber keine Lösungen und ist auch nicht daran interessiert, sie zu lösen.

Der eine ist für uneingeschränkten Zuzug und offene Grenzen, der andere für extreme Ausgrenzung und Diskriminierung.

Beides m.E. verwerflich und nicht gut für ein eigentlich modernes Land.

LG,
Cherubino

Nö “Cherubino”, das kann ich nicht unterschreiben. Erst einmal deckt das Format überhaupt keine Unfähigkeit als Politiker auf, es ist fragwürdig, ob es überhaupt für einen Wahlkampf geeignet ist, weil damit nicht sachlich Inhalte besprochen werden sondern daraus effektiv ein hitziges Wortgefecht ohne Substanz wird, wie man ja gesehen hat. Das wird noch verstärkt wenn Populisten wie Leute der FPÖ dazukommen, die wie Hofer mit seinen NLP-Taktiken jede sachliche Diskussion im Keim ersticken.

Zudem ist Van der Bellen NICHT für “uneingeschränkten Zuzug und offene Grenzen”, und hat das auch mehrmals sowohl in Diskussionen wie auch in Interviews, Wahlprogrammen, etc. deutlich und klar betont. Wenn du das überhort haben willst, muss ich dich ehrlich der Befangenheit verdächtigen. Nach wie vor sehe ich in dem Streitgespräch null Indizien dafür, dass VdB als Präsident “Österreich nichts Gutes tun wird”.

[QUOTE=Canelo;461805]Nö “Cherubino”, das kann ich nicht unterschreiben. Erst einmal deckt das Format überhaupt keine Unfähigkeit als Politiker auf[/QUOTE]

Doch, das tut es durchaus. Natürlich war klar, dass Hofer mit seinen Taktiken kommt, aber was tut van der Bellen? Er steigt darauf ein und begibt sich auf dieses Niveau. Als jemand, der Präsident eines Staates werden will sollte er sich nicht zu so etwas herablassen. Er hätte da durchaus punkten können, indem er trotz Hofers Unsinn sachlich bleibt. Das tat er aber nicht. Souverän war DAS nicht.

Zudem ist Van der Bellen NICHT für “uneingeschränkten Zuzug und offene Grenzen”, und hat das auch mehrmals sowohl in Diskussionen wie auch in Interviews, Wahlprogrammen, etc. deutlich und klar betont.

In Wahlkämpfen werden immer irgendwelche Dinge betont und deutlich gemacht. Fakt ist aber, dass die Grünen und VdB prinzipiell einmal gegen geschlossene Grenzen sind, und alle diese Schatzsuchenden, äh, Schutzsuchenden als “Chance” sehen (O-Ton VdB).

Wenn du das überhort haben willst, muss ich dich ehrlich der Befangenheit verdächtigen.

Das steht dir frei, allein, der Vorwurf geht ins Leere, denn ich halte beide Kandidaten für schlecht und unnötig. Worin die beiden gut sind, ist das aufeinander schimpfen. Beide vertreten jeweils extreme Positionen, ohne zu differenzieren. Wenn der jeweils andere irgendetwas halbwegs vernünftiges sagt, wird sofort abgeblockt, denn “der andere” ist ja böse, da muss man generell abblocken.

Gerade vor wenigen Tagen wurde in einem österr. Hallenbad ein 10 jähriger Junge von einem “Flüchtling” vergewaltigt. Die Strafe: 6 Jahre, und es gab Milderungsgründe, denn der “Flüchtling” hatte “ungünstige Lebensbedingungen”(!!).
[Quelle: http://derstandard.at/2000038903065/Vergewaltigung-in-Wiener-Hallenbad-Urteil-erwartet)

Laut orf.at bekommt der zehnjährige eine Wiedergutmachung von 4.730 Euro, der Verbrecher kommt wahrscheinlich schon viel früher wegen guter Führung heraus.

Solche Vorfälle häufen sich, dass es Probleme gibt ist klar - nur: die FPÖ benutzt solche Dinge für ihre eigenen Zwecke, instrumentalisiert sie, übertreibt etc.

Die Grünen und auch andere Parteien sehen da gerne weg, oder spielen es herunter, es wird von “Einzelfällen” geredet. Ich bin sicher, VdB wäre dagegen, diesen Verbrecher abzuschieben - das wäre ja “unmenschlich”.

Für mich sind alle Parteien schlicht unwählbar.

LG,
Cherubino

Ja, den Vorfall im Hallenbad kennt in Österreich jeder und es ist tragisch, dass solche Verbrechen ein Nebeneffekt der Flüchtlingskrise sind. Gleichzeitig müssen wir als Mitteleuropäer diese negativen Auswirkungen mit der humanistischen Verpflichtung abwiegen, Kriegsflüchtlingen zu helfen. Schließlich waren unter den deutschsprachigen Europäern in den letzten 70 Jahren selbst viele einmal Flüchtlinge.

Deshalb hat sich Van der Bellen auch klar und eindeutig für geordnete Verhältnisse und gegen die Aufnahme von Wirtschaftsflüchtlingen in diesen Zeiten ausgesprochen und wurde rechtsmäßig zum Präsidenten gewählt. Die “Verbrecher abschieben” klingt als emotionale Phrase zwar ziemlich gut, ist in der Realität aber schwierig, wenn sich das Herkunftsland der Rücknahme verweigert.

Ob das ein Norbert Hofer als Präsident geändert hätte ist natürlich fraglich, und völlig offen auch der Schaden, den er sonst in diesem Amt anrichten hätte können. Ein österreichischer Präsident, der die Farben Deutschlands mit seinem Burschenschafterkostüm trägt? Na, zum Glück ist uns diese Peinlichkeit erspart geblieben.