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Folge 12: Abtreibung


#241

Ja, kann sein.
Sorry, aber meine Frage hast du nicht beantwortet.


#242

Es ist unnötig, deine bescheuerten Vergleiche aufzulösen, weil du nur Schattenboxen betreibst und ja immer noch nicht jede Frage beantworten konntest, die dir gestellt wurde.

Ergo: Du darfst dir rausnehmen, auszuweichen so weit du willst, aber dann soll ich auf schwachsinnige Vergleiche gefälligst eingehen, damit du nicht deinen selbstherrlichen Gotcha-Moment hast.


#243

Die Antwort steckt im zweiten Teil. Angenommen man rechnet mit diesen zwei Millionen, dann sind das zwei Millionen G√ľterabw√§gungen gegen das nasciturus. F√ľr etwas, was von vornherein als eine Ausnahme zu sehen war finde ich das pers√∂nlich ein wenig viel.

Aber ich habe auch keine Idee, wie man das einschr√§nken soll, weil ich den Kompromiss, die letzte Entscheidung der Frau zu lassen, auch nicht anders aufl√∂sen k√∂nnte. Nur soll diese Entscheidung nicht komplett z√ľgellos und ohne Regeln sein, weil wir sonst auch unsere Verfassung gleich verbrennen k√∂nnten. Wenn wir einem Bev√∂lkerungsteil einfach so vollkommene Macht einr√§umen, ohne das wirklich gut begr√ľnden zu k√∂nnen, ist das f√ľr mich h√∂chst fragw√ľrdig. Die vollkommene Macht liegt beim Staat in abstrakter Form also beim Volk. Das ist die von uns gew√§hlte Regierungs- und Machtform, der Staat hat die absolute Gewalt inne und gew√§hrt Freiheiten, gew√§hrt Schutz und gew√§hrt Rechte. Diese hat niemand einfach so zu √ľberschreiben.


#244

Der Quote erklärt gar nichts. Da nicht verabschiedet nicht mal die rechtliche Lage und erst recht nicht die moralische Dimension.

Und ich habe vor allem die Gotcha-Momenente, wenn du dich Post f√ľr Post dem naheliegendsten Vergleich immer wieder nicht stellst, weil ich genau wei√ü, dass du unf√§hig bist, da √ľberhaupt eine Unterscheidung zu machen und einzig uns alleine deine moralische Emp√∂rung hier noch den Ausschlag gibt. Das MUSS ja was ganz anderes sein.


#245

Es mu√ü der falsche Eindruck vermieden werden, als handle es sich beim Schwangerschaftsabbruch um den gleichen sozialen Vorgang wie etwa den Gang zum Arzt zwecks Heilung einer Krankheit oder gar um eine rechtlich irrelevante Alternative zur Empf√§ngnisverh√ľtung. Der Staat darf sich seiner Verantwortung auch nicht durch Anerkennung eines ‚Äúrechtsfreien Raumes‚ÄĚ entziehen, indem er sich der Wertung enth√§lt und diese der eigenverantwortlichen Entscheidung des Einzelnen √ľberl√§√üt.

Deine tollen Vergleiche sind schon 1975 veraltet gewesen. Sie sind es nicht wert, dass du mit ihnen die Wichtigkeit dieser Debatte bagatellisierst.


#246

Alternativ w√§ren es 2 Millionen Verh√ľtungen, also ebenfalls 2 Millionen Menschen weniger.
Gut, was wohl bei uns zu unterschiedlichen Positionen f√ľhrt ist, da√ü du auch im Fr√ľhstadium schon von potenziellen Menschen ausgehst, w√§hrend es in meinen Augen zu diesem Zeitpunkt wirklich nur Zellhaufen sind.
Klar kann man jetzt noch dar√ľber streiten, ab wann der Zellhaufen zu einem Menschen mutiert, aber ich sehe das halt so, da√ü so lange der Zellhaufen kein zelebrales Nervensystem oder √§hnliches ausgebildet hat, er nicht menschlicher ist als ein Spermium oder eine Eizelle.


#247

Stimmt. Menschen mit Organspenden das Leben zu retten ist nat√ľrlich eine Bagatelle. Sehr am√ľsant mit dir.

Dein Quote passt auch nicht, weil er nur die Relevanz des Schwangerschaftsabbruches betont, aber nicht in Abgrenzung erkl√§rt. Au√üer wenn du so tust, als w√§ren alte Diskussionen unter deiner W√ľrde.


#248

Dein Vergleich mit Verh√ľtungen macht aber keinen Sinn. Diese spielen schlicht und einfach keine Rolle, weder juristisch noch gesellschaftlich. Du setzt Abtreibung als Verh√ľtungsmittel gleich, und das ist einfach falsch.

Nein, dazu gibt es ja ein eindeutiges und f√ľr mich auch nachvollziehbares Urteil. Der nasciturus gilt zwar ab Empf√§ngnis als Grundrechtsobjekt, allerdings weicht man hier bewusst davon ab in den ersten Schwangerschaftswochen, auch auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse. Ab dem ersten Trimester wird es dann schon eher erforderlich, eine G√ľterabw√§gung zu treffen.

Auch das sehen viele Bef√ľrworter eines kompletten Verbotes anders, aber angesichts des Grundrechtsurteils von Karlsruhe sehe ich dort auch keine Handlungsoption und auch keine Handlungsnotwendigkeit.

Wie schon gesagt, ich muss ja nicht gut finden, das diesen gang so viele Menschen wählen, aber die Möglichkeiten muss es geben.


#249

Kann man nicht einfach sagen, das Sex zu einer Schwangerschaft f√ľhren kann und man dann diese Konsequenz zu tragen hat? Normalerweise wird niemand zum Sex gezwungen, somit hat er und sie die Wahl.

Mir kommt es immer so vor, als wenn so Argumentiert wird, als wenn eine Frau aus heiterem Himmel auf einmal schwanger werden w√ľrde und sie damit dann ein Recht darauf h√§tte, dieses zu √§ndern. Egal aus welchen Grund auch immer.

Nur so mal ganz grundsätzlich…

Oder gibt es ein Grundrecht auf (ungesch√ľtztem) Sex? Wenn ich Auto fahre, kann ja auch etwas passieren und ich muss daf√ľr gerade stehen.


#250

Das mag sein, physisch spielen sie aber durchaus eine Rolle!


#251

‚ÄúEs mu√ü der falsche Eindruck vermieden werden, als handle es sich beim Schwangerschaftsabbruch um den gleichen sozialen Vorgang wie etwa den Gang zum Arzt zwecks Heilung einer Krankheit oder gar um eine rechtlich irrelevante Alternative zur Empf√§ngnisverh√ľtung.‚ÄĚ

Diese Argumente sind so alt wie der Paragraph zur Abtreibung selbst…


#252

Fr√ľhabtreibungen, ja. Warum ist das falsch?

Ja, so ein Gerichtsurteil beeinflusst aber nicht meine persönliche Meinung dazu.

Okay.


#253

Das ist keine Begr√ľndung, sondern eine Feststellung.


#254

ACHSO. Nein, das hab ich doch gesagt, in diesem Fall (bis zur 12 SSW) ist das ja nicht mal eine straffreie Handlung, sondern nicht mal nach 218 StGB strafbar.

Es ist ein Grundrechtsurteil und Grundlage des Kompromisses, √ľber den wir 2018/19 meiner Meinung nach v√∂llig unn√∂tigerweise erneut diskutieren. Deshalb ist das schon nicht ganz unwichtig.


#255

Die Onanie w√§re demzufolge eine besonders fr√ľhe Abtreibung?


#256

Ein Sexakt ist in vielen F√§llen spontan und wird nicht zu 100% rational bedacht. Wir sind nunmal Tiere, die einen Trieb nicht g√§nzlich unterdr√ľcken k√∂nnen.
Die Abtreibung sowie die Verh√ľtung sind beides Teile der Familienplanung


#257

Ist zumindest √ľberhaupt mal ein Argument. Aber in dem Fall m√ľsste man zwischen F√§llen unterscheiden, wo die Person sich den Konsequenzen bewusst war und wo sie sich diesen nicht bewusst war. Sex und Kinder sind in der modernen Gesellschaft eben keine Automatismen mehr.


#258

Wenn die Diskussion unnötig ist, dann gehe doch einfach.


#259

In der von dir gew√ľnschen ‚Äúmodernen Gesellschaft‚ÄĚ wohl aber das T√∂ten von Nachwuchs.

:rofl:

Mit diesem naturalistischen Fehlschluss können wir dann ja auch gleich die Verfassung verbrennen. Wir sind nunmal Tiere, kann man nichts machen… :see_no_evil:


#260

Eine präkoitale Abtreibung, ja :smile: