Massengeschmack-TV Shop

Folge 112


#1

Hier kann darüber diskutiert werden!


#2

Gute Folge. Lars hat mal wieder richtig Lust.


#3

Moin, :slight_smile:
habe die Folge zwar noch nicht gesehen, aber vorab eine kleine Frage. :3
Warum steht in der Folgenbeschreibung “zum offensichtlichen Suizid von Daniel Küblböck.”?
Ist es denn jetzt offiziell, dass er Suizid begangen hat? Bei Nachrichtenportalen/Wikipedia etc. steht er immer noch als “verschollen” und “ist(!)” drin.
Würde mich da über mehr Sorgfalt freuen! :wink: :stuck_out_tongue: :stuck_out_tongue: :stuck_out_tongue: #Journalismus

Vllt. habe ich aber auch einfach nur falsche/alte Informationen!^^

Liebe Grüße,

lzIuNAT :smiley:


#4

Hier wird ganz gut erklärt, weshalb man ihn noch nicht offiziell für tot erklären kann.


#5

Offiziell gilt er als verschollen, das stimmt.
Über die Bedeutung des Wortes “offensichtlich” mag ich jetzt nicht so gerne streiten, für mich ist aber tatsächlich offensichtlich, dass er Suizid begangen hat, im Sinne von “Es ist die wahrscheinlichste Möglichkeit, wenn man alle Fakten kennt.”


#6

Ist auch nicht nötig:

https://de.wiktionary.org/wiki/offensichtlich

Im Sinne von “dem Anschein nach” ist das Wort vollkommen richtig gewählt.


#7

Ok! Das kann ich so akzeptieren! :slight_smile: (obwohl ich selber noch Zweifel an einem Selbstmord habe, aber gut… :slight_smile: )


#8

Was kommt noch in Frage, Mord? Da er selber kaum über die Reling gucken konnte, wird es wohl kein Unfall gewesen sein. Zumal es ja Zeugen gibt, die ihn haben springen sehen :wink:


#9

Bei der Einlassung zu Reichelt musste ich kräftig die Augen verdrehen. Da es sich hier um das Sujet Zeitung und damit auch etwas um Journalismus geht, muss ich auch mit der Gefahr, dass mich Scumdog gleich wieder zum Nazi-Apologeten diffamiert, aber trotzdem reingrätschen.

Nein Lars, es ist keine Rabulistik, eine differenzierte Sprache zu fordern, vor allem, wenn eine Formulierung leichtfertig dazu führt, dass ein gesamtes Bundesland pauschal über einen Kamm geschert wird. Bis jetzt konnte mir noch niemand glaubhaft argumentieren, warum man unbedingt trotzdem an einem nachweislich falschen Sachverhalt festhalten muss, wenn doch die eigentliche Problematik von niemandem verschwiegen, verleugnet oder verharmlost wird. Das wird ja auch in Richtung Kretschmer anders dargestellt, aber leider ist das Steno-Protokoll immer noch nicht verfügbar, da kann man ja belegen, wie sehr die Aussage “Es gab keinen Mob, es gab keine Hetzjagd” aus dem Kontext einer knapp 40-minütigen Rede (die ich übrigens gesehen habe, was viele von sich wohl eher nicht behaupten können) gerissen wird, um ihn schlecht da stehen zu lassen. Aber das ist noch eine andere Baustelle.

Stattdessen ist man mal wieder im Sinne der moralischen Überlegenheit unterwegs und auch du argumentierst hier ja im Grunde mit dem Motto “Der Zweck heiligt die Mittel”. Das ist einfach schwach, weil du damit die Kernaussage bzw die Kernproblematik, die Reichelt damit im Bezug auf die Debatte im Allgemeinen, aber auch auf den Journalismus im Besonderen abzeichnet, komplett außer acht lässt: Wieder wird zugunsten eines vermeintlich “guten Willens” bzw. in diesem Fall vorauseilender Gehorsam wieder einmal offensichtliche Falschaussagen weiterhin vehement verbreitet, was für die Glaubwürdigkeit des Journalismus ein Bärendienst darstellt (siehe unten, Robin Alexander hat den klassischen Fehler der Medienlandschaft da gut aufgezeichnet).

Generell muss man sich ja langsam fragen, ob analog zur Politik auch der Journalismus den großteil unzufriedener Bürger einfach abgeschrieben hat und sich an einer sinkenden Auflage abrackert, damit der Print-Abonent für ein bisschen “good-feelings” und der Gewissheit, auf der richtigen Seite zu stehen, freuen kann, statt neutral und vor allem faktenorientiert zu berichten.

Wenn man die Aufarbeitung der eigenen Rolle nur genauso konsequent verfolgen würde, wie man jeden Abweichler vom Narrativ medial versucht zu diskreditieren (z.B. die aktuellste Sau die man durchs Dorf treibt, Maaßen), dann hätten wir auch kein so eklatantes Glaubwürdigkeitsproblem im deutschen Journalismus.

Dazu empfehlenswert:

https://www.freiepresse.de/chemnitz/chemnitz-darum-sprechen-wir-nicht-von-hetzjagd-artikel10299149

Ich habe mehrere Stufen aufgezeigt, auf denen wir als Hauptstadtpresse Fehler gemacht haben:

  1. Wir haben nicht dokumentiert, dass die Regierung einen in diesem Fall kommunikativen Fehler gemacht hat.
  2. Als die Regionalpresse den Fehler dokumentiert hat, haben wir darüber immer noch nicht berichtet.
  3. Damit haben wir Verschwörungstheoretikern die Möglichkeit gegeben, den Fehler von sich aus zu skandalisieren – und Halbwahrheiten herein zu rühren.
  4. Schließlich stiegen wir endlich in die Berichterstattung ein und rückten ausgerechnet die AfD in die dankbare Rolle der Kritikerin, indem wir formulierten: „Die AfD behauptet …“ Bei einigen Leuten kam so die Frage auf: Hat die AfD etwas recht? Meine Manöverkritik auf Twitter war spontan, aber ich bleibe dabei: Als Hauptstadtpresse haben wir uns in dieser Woche nicht mit Ruhm bekleckert.

Ein erster Vorschlag wäre sprachliche Präzision. Viele Politiker und Publizisten neigen dazu, in der Auseinandersetzung mit der erstarkten Rechten stets die maximal möglichen Begriffe zu wählen. Da wird aus einer spontanen Demo mit 800 Teilnehmern, aus der heraus Einzelne den rechten Arm heben und Menschen angreifen, ein Mob aus Nazis, der einen Pogrom begeht. Das, hiess es in diesem Fall oft nachgeschoben, sei in Sachsen ja auch kein Wunder; der ganze Freistaat sei rechtsradikal.

Die Motivation hinter solcher Begriffsmaximierung mag edel sein – «Wehret den Anfängen» –, doch ihr Effekt ist fatal. Denn die zu Unrecht Gebrandmarkten, die Demonstranten, die ohne irgendeine Jagdabsicht mitgelaufen sind, haben im Prinzip nur zwei Möglichkeiten: Entweder ziehen sie sich aus Angst vor weiterer Stigmatisierung aus der politischen Öffentlichkeit zurück. Oder sie fangen an, denen Gehör zu schenken, die die Übertreibungen der veröffentlichten Meinung als Machenschaften eines «Systems» darstellen, das es zu überwinden gilt.


#10

Na toll. Nun, da du vorgelegt hast, muss ich Holger bei der nächsten Gelegenheit gestehen, dass ich Claus Strunz für einen Journalisten eigentlich ganz in Ordnung finde.


#11

Schöne Folge. Fand die Antwort auf die Frage an das zweite Magazin recht interessant, warum denn sinngemäß Arschlöcher alles bekommen würden, während gute Christen in Armut leben müssten. Die Antwort, dass man trotz weniger materiellen Dingen besser da stehen würde weil man mit Frieden etc. gesegnet sei, fand ich schon ein wenig zynisch vor dem Hintergrund, dass die Fragestellerin ja ein Mädchen aus der Ukraine gewesen sein soll…


#12

@Riif-Sa
Kam die Mail wegen dem “Tag des Jurnalismus” im Pressehaus eigentlich an?


#13

Du hast offensichtlich und erwartungsgemäß nüscht verstanden.
Weitermachen.


#14

Das kommt eben dabei raus, wenn man seine widersprüchlichen Fantasien gegen jegliche Realität zu verteidigen versucht.

Passiert etwas gutes: Danket dem Herrn!
Passiert etwas schlechtes: Gottes Wege sind unergründlich/ Das ist Gottes Prüfung für die, die er am meisten liebt


#15

Ui, Lars war ja richtig bissig diesmal. Gefällt mir :slight_smile:


#16

Ist halt ein Form von Sinngebung. Normalerweise selbstbezogen, d.h. man erklärt sich eigenes Leid. Wenn man anderer Leute Leid ähnlich behandelt, dann wird es lächerlich bis bösartig, klar, aber Jesus Christus ist nicht dazu verpflichtet, sich am Kreuz keine Linderung zu verschaffen, nur weil es andere Gekreuzigte beleidigen könnte, dass er in seinem Schicksal ein göttliches Werk sieht.


#17

Lars: “Flüssiges bricht fasten nicht” oder warum glaubst du sind die ältesten Brauereien der Welt in Katholischen Klöstern anzutreffen?

Soviel auch zu dem Drogenkonsum in der Kirche


#18

Ich habe gerade seit gefühlt 3 Jahren, das erste mal wieder Presseschlau gesehen.
Auch wenn ich einige Witze sehr derb fand und ich diese Jumpcuts nach wie vor nicht ausstehen kann, bin ich mal wieder auf den Geschmack gekommen. Werde mir jetzt noch eine Folge anschauen. :smile:
Mit dieser “Kritik” kann zwar niemand etwas anfangen aber ich wollte es mal los werden. ^^