Ich bin froh, dass Aus dem Nichts nicht für den Oscar nominiert wurde. Für mich scheitert der Film gleich dreimal. Das erste Mal scheitert er schon im ersten Akt, indem er diesen tragischen Bogen zu extrem überspannt. Ich hatte vollstes Verständnis dafür, dass die Mutter, die gerade mit Sicherheit Mann und Kind verloren hat, heulend zusammenbricht. Dass man mir dann immernoch vorkauen muss, was für eine tolle Familie das war und wie die Frau wirklich durch jede Scheiße gehen muss und wie immer wieder noch einer drauf gesetzt wird, das war mir dann schnell zu viel. Da war dann irgendwann nur noch der Gedanke “Ich habs kapiert, das ist voll tragisch, haben wirs langsam?”.
Das zweite Mal gescheitert ist er mit der Gerichtsverhandlung, wo offenbar alles an einem möglichst bösartig aussehenden Anwalt scheitert. Aber gut, dass Fatih Akin nicht vorhat die Schuldfrage zu diskutieren, merkt man recht schnell, spätestens wenn der Anwalt anruft und mitteilt “Du hattest recht, das waren Nazis”.
Am größten scheitert der Film dann im Abspann, wo er selbst den Bezug zu den NSU-Morden herstellt. Bis dahin hätte ich das wohl hingenommen, kein guter Film, aber immerhin eine gute Schauspielerin. So wird halt völlig klar, dass Fatih Akin einen politischen Skandal sondergleichen auf einen Polizisten, der vermutet, der Mann könnte wieder mit Drogen gehandelt haben und einen Anwalt, der böse guckt und die Angeklagten raushaut, reduziert. Das großflächige Versagen der Polizei, den Medien (“Dönerbudenmorde”) und des Staates wird völlig vernachlässigt. Den Bezug stellt der Film freiwillig und ohne Not her und scheitert auch genau daran.