Filme mit O-Ton – in Deutschland ausgestorben?

Die meisten Leute in meiner Umgebung (und auch der Fernsehkritiker, s. FKTV Folge 43) sind mit mir einer Meinung, wenn ich sage:

[ul][li]Filme sind Kunst.[/][/li][li]Einen Film nach dessen Fertigstellung für Kino oder TV zu schneiden ist falsch und respektlos gegenüber dem Kunstwerk Film und den an seiner Entstehung Beteiligten.[/][/ul][/li]Wo ich schon mehr Widerspruch oder zumindest ein “is doch nich so schlimm” bekomme, ist, wenn ich sage:

[ul][li]Einen Film in anderen Sprachen zu synchronisieren ist auch respektlos.[/*][/ul][/li]Ich jedenfalls finde es schade für die Drehbuchautoren und v.a. die Schauspieler, deren Werk bei Neusynchronisationen zumindest teilweise verloren geht (z.B. Wortspiele und Dialekte/Akzente).

Nichtsdestotrotz sehe ich auch ein, wenn jemand nicht bereit ist, Filme in Originalsprache zu sehen. Untertitel zu lesen zu müssen hat schon etwas Lästiges. Und es ist zugegebenermaßen auch Ausdauer nötig, um ein Niveau zu erreichen, auf dem man zumindest englischsprachige Filme auch gut versteht (was aber durchaus wünschenswert wäre; in Skandinavien z.B., wo Filme nicht synchronisiert werden, kann so gut wie jeder Englisch. In Deutschland… naja).

Insofern verständlich, dass es der Mehrheit bequem gemacht wird und man Filme im Kino synchronisiert und dafür ohne Untertitel sehen kann. Englisch braucht man doch sowieso nicht; Günther Oettinger kann das auch nicht, und der ist jetzt EU-Kommissar für Energie. Aber was ist mit den Filmfreunden, die der englischen Sprache mächtig genug sind und englischsprachige Filme lieber in der Originalversion (OV) sehen?

Mein Eindruck ist, auch in großen Mulitplex-Kinos sterben OV-Vorführungen zunehmend aus. Was bleibt ist die Entscheidung: Tu ich mir den Film synchronisiert an oder warte ich bis zur DVD-Veröffentlichung und verzichte dabei auf das Kino-Feeling? Leute wie ich haben so oder so verloren. V.a. wenn es um 3D-Filme geht, die bisher nur im Kino als solche zu erleben sind.
Eine Internetrecherche hat für mich ergeben: Nur in einigen Großkinos in den größten Städten Deutschlands gibt es noch OV-Vorführungen (und dann oft auch nur für einige wenige Filme). Häufiger gibt es noch sogenannte “OV-Sneaks”, bei denen man aber die Katze im Sack kauft (man erfährt erst bei der Vorführung, um welchen Film es sich überhaupt handelt), was für mich nicht Sinn der Sache ist.

Ich habe mal beim Multiplex-Kino in meiner Stadt per Kontaktformular angefragt, ob es eine OV-Vorführung von Tim Burtons “Alice in Wonderland” geben würde:

Ich denke: Aha, geht also nur ums Geld. Ich warte ein wenig, bis mir im Kalender auf der Internetseite des Kinos auffällt, dass die Woche nur noch drei “Alice”-Vorführungen angesetzt sind. War früh, aber für mich sah es aus, als würde der Film abgesetzt:

Ich denke: Aha, wieder geht es nur ums Geld. Schön die 3D-Säle freimachen für den Start eines anderen Films. Ich warte weiter und checke dabei regelmäßig den Kalender. “Alice” kommt tatsächlich zurück. Aber halt weiterhin nur auf deutsch. Ich warte weiter. Bis es mir nach 7 Wochen zu bunt wird:

[/quote]
Das einzig Positive, das ich an der Korrespondenz sehen kann, ist die Zeitnähe der Antworten. Ansonsten gewinne ich den Eindruck, es handle sich um ein rein profitorientiertes Unternehmen, das nur die Masse bedient und dem Filmfans vollkommen egal sind.
Ich habe sogar das Gefühl, ich wurde am Ende nur abgewimmelt (da sie ihre Profitgeilheit natürlich nicht zugeben wollen); meine Frage ist:

Was für einen Grund hat ein Filmverleih, ein großes Multiplex-Kino in einer Stadt mit über 200.000 Einwohnern bei der Zurverfügungstellung eines Filmes zu “vertrösten”?Ich mein, es ist ja nicht so, dass die entsprechenden Filmrollen mit O-Ton eine Seltenheit wären. Ich brauche ja nicht mal OmU (d.h. Untertitel), einfach der Film auf Englisch würde mir schon reichen. Außerdem kann es doch auch kein Verlustgeschäft für den Verleih sein, oder?
Die Tatsache, dass in einigen wenigen Kinos “Alice” in 3D und OV lief (z.B. in Frankfurt), zeigt mir, dass entsprechende Filmrollen in Deutschland existieren. Weiß da jemand bescheid, wie das Ganze mit Kino und Filmverleih abläuft? Wer zahlt denn da für was (Filmrollen, Verleih, Transport etc.)? Würde mich mal interessieren, ob meine Vermutungen den Kinobetreiber betreffend gerechtfertigt sind.

Ansonsten würden mich natürlich auch andere Meinungen zum Thema O-Ton interessieren.
[ul][li]Wie ist die Situation in euren Kinos (v.a. wo ist sie besser)?[/][/li][li]Wie steht ihr (Fernsehkritiker mit eingeschlossen) zum Thema O-Ton? Gibt es überhaupt noch andere so überzeugte O-Ton-Gucker wie mich? Würdet ihr euch z.B. einen Pay-TV-Sender, der Filme in OV im Fernsehen zeigt, anschaffen?[/][/ul][/li]Bin auf eure Antworten gespannt.

Das einzig Positive, das ich an der Korrespondenz sehen kann, ist die Zeitnähe der Antworten. Ansonsten gewinne ich den Eindruck, es handle sich um ein rein profitorientiertes Unternehmen, das nur die Masse bedient und dem Filmfans vollkommen egal sind.

Willkommen in der Realität.
Warum sollten sie sich um die relativ kleine Gruppe derer kümmern, die den Film lieber in Originalsprache sehen wollen wenn man den Saal doch gleichzeitig für eine viel größere Gruppe nehmen kann die dem zufolge auch mehr Geld bringt.
Die Kinos die den Film in OV senden machen das auch nur weil sie sich dadurch ein Plus an Gewinn erhoffen.

I love it. O-Ton ist oftmals viel besser… ach was bisher immer besser als synchronisierte Fassung. Wenn ich privat ne DVD gucke, dann äußerst selten auf Deutsch (Die Unglaublichen ist einer der wenigen Fälle, wo mich die deutsche Synchro überzeugt). Teilweise bekommen Szenen auf Englisch einen ganz anderen Touch und natürlich sind Englische Komödien auf Englisch viel witziger. Bisher habe ich nur einmal einen DVD Abend auf Englisch gehabt, einfach weil die meisten die ich kenne nichtmal geschriebenes Englisch verstehen. Ich find das richtig schade, da unweigerlich so viel verloren geht bei einer neu Synchro. Darum spiele ich viele Spiele auch lieber auf Englisch, da vorallem Spiele für schlechte Deutsche Synchros anfällig sind (liegt angeblich oft daran, wie die Synchrostudios das machen. Kaum ein Synchronsprecher weiß, wie das Spiel überhaupt aussieht).
Mehr Filme in O Ton

Die meisten Leute in meiner Umgebung (und auch der Fernsehkritiker, s. FKTV Folge 43) sind mit mir einer Meinung, wenn ich sage:

[ul][li]Filme sind Kunst.[/][/li]> [li]Einen Film nach dessen Fertigstellung für Kino oder TV zu schneiden ist falsch und respektlos gegenüber dem Kunstwerk Film und den an seiner Entstehung Beteiligten.[/][/ul][/li]

Völlig richtig. Und die Quote sollte erst recht deswegen nicht im Vordergrund stehen.

[ul][li]Einen Film in anderen Sprachen zu synchronisieren ist auch respektlos.[/*][/ul][/li]
Also ich persönlich bin für die Synchronisierung sehr dankbar… wenn ich mir nen Film ansehe, dann zur Unterhaltung und nicht als Englischkurs…
Wenn ich nen Film ein paar mal gesehen habe, guck ich ihn auf DVD gern auch mal in Englisch an, dann raffe ich wenigstens, worums geht, auch wenn ich manchmal das Gesagte nicht verstehe. (an alte Western denk)

Bei mir kommen auch nur Filme im O-ton ins Haus.Es ist einfach furchtbar wie schlecht viele Filme durch die synchro werden. Man schaut einfach einen ganz anderen Film. Wenn ich die Sprache nicht kann dann schonmal eine synchro oder Untertitel. Erst vor kurzem habe ich mir einen norwegischen Film auf Norweisch mit englischen Untertiteln angeschaut. Was ein Spaß :wink: War aber echt gut.

Ich bin so froh, dass es in München ein O- Ton Kino ( cinema : http://www.cinema-muenchen.de) gibt.
Das Kino hat zwar nur einen Saal, der ist dafür aber super ausgestattet. 3D fähig, super Soundsystem, alles was man sich wünschen kann. Dann gibt es da noch die Mueumslichtspiele, die allerdings nur winzige Säle und winzige Leinwände haben. Aber auch sehr charmante, schön eingerichtete Säle.
Das örtliche Multiplex Kino macht immer ein paar kleine Säle für OV Vorstellungen frei. Und in München gibt es wirklich sehr viele tolle kleine Kinos, die auch englische Filme zeigen. Das finde ich super, denn ich mag diese Multiplexkinos eh garnicht.

Viele meiner Freunde habe ich auch schon auf meine Seite gezogen und sie davon überzeugt das Filme im Ov einfach besser sind. Daher steht den gemütlichen OV Kinoabenden nichts im Weg.

Das Cinema rockt. Wobei ich sagen muss das der Sound im Mathäser München weitaus besser ist. Aber dafür hat halt das Mathäser weniger Filme im OT und Uncut und das ist schon mal schlecht.

Mittlerweile kauf ich mir auch meine DVDs und Blu Rays hauptsächlich aus UK, einfach weil sie manchmal früher erscheinen und deutsche Synchro tu ich mir nur ungern an.
Wobei es auch gute Beispiele gibt in der die Synchro auch gut aber das sind Alien (Triology), Back to the furture (Triology), Gladiator und Herr der Ringe (Triology), was wohl aber auch an den Produzenten der Filme lag das sie mehr in gute Sprecher investiert haben. Ansonsten find ich sind die deutschen Synchros immer so unmotiviert und langweilig.
Und wie bereits erwähnt geht der Sprachwitz einfach verloren. Vor allem bei den Britcoms. Und die Synchro von Little Britain hat echt den Vogel abgeschossen. Einfach unerträglich. Sogern ich auch Kalkofe mag, aber das hat überhaupts nichts gerissen.

Ich schaue sehr gerne in Originalsprache (egal ob französisch, englisch, spanisch, japanisch, dänisch, etc.) mit Untertiteln aber ich bin auch deutschen Synchronfassungen nicht abgeneigt. Manchmal finde ich sogar deutsche Synchronisationen besser, zumal es sehr prägnante Sprecher gibt. Ich halte es für übervoreilt, wenn man sagt, es gehe hier nur ums Geld. Denn Fakt ist, dass wie schon erwähnt nicht jeder der Originalsprache fähig ist, geschweige denn gewillt, sich durch Untertitel vom Film „ablenken“ zu lassen. Lesen will auch gelernt sein und nicht jeder kann es aus den Augenwinkeln oder schnell genug, ohne etwas vom Film zu verpassen.
Als Filmfan ist es mir relativ latte, ich verweigere mich keinen Synchronisierungen und schau mir manchmal Filme auch in mehreren Sprachen an, einfach, weil ich die unterschiedlichen Klänge der Sprachen genießen möchte.

Seid mal nicht so intolerant, schließlich geben sie sich eine Menge Mühe. :slight_smile:

Lang nichts mehr geschrieben… hab so wenig Zeit…
Schade, dass auf meine Hauptfrage betreffend den Filmverleih wohl niemand eine Antwort weiß.

Aber dennoch, auf jeden Fall vielen Dank für eure Antworten!
Ich nehm dann mal noch Stellung dazu.

@ Darkcloud

Willkommen in der Realität.
Warum sollten sie sich um die relativ kleine Gruppe derer kümmern, die den Film lieber in Originalsprache sehen wollen wenn man den Saal doch gleichzeitig für eine viel größere Gruppe nehmen kann die dem zufolge auch mehr Geld bringt.

Keine Sorge, ich hab nicht in einer Traumwelt gelebt. Hab nur erstmal die Unschuldsvermutung raushängen lassen, damit ich keine voreingenommenen Reaktionen provoziere. Im Grunde sehe ich die Sache genau wie du. Kotzt an, da man nichts dran ändern kann, aber ist eben so. Ist wie ich finde ein grundsätzliches Problem dieser Welt, dass alle nur auf Profit aus sind. Aber das ist ein anderes Thema.

@ blackmaniac

I love it. O-Ton ist oftmals viel besser… ach was bisher immer besser als synchronisierte Fassung. Wenn ich privat ne DVD gucke, dann äußerst selten auf Deutsch […] Bisher habe ich nur einmal einen DVD Abend auf Englisch gehabt, einfach weil die meisten die ich kenne nichtmal geschriebenes Englisch verstehen. Ich find das richtig schade, da unweigerlich so viel verloren geht bei einer neu Synchro. […]
Mehr Filme in O Ton

Entspricht genau meiner Ansicht.

@ omgott

Also ich persönlich bin für die Synchronisierung sehr dankbar… wenn ich mir nen Film ansehe, dann zur Unterhaltung und nicht als Englischkurs…
Wenn ich nen Film ein paar mal gesehen habe, guck ich ihn auf DVD gern auch mal in Englisch an, dann raffe ich wenigstens, worums geht, auch wenn ich manchmal das Gesagte nicht verstehe. (an alte Western denk)

Verstehe ich gut. Ich war auch mal so. Und ich hab ja hoffentlich klar gemacht, dass es wirklich verständlich ist, wenn jemand auf diesen Englischkurs verzichtet. Es ist schade, weil es dann zu solchen Situationen kommen kann, wie blackmaniac beschrieben hat, d.h. dass man damit so allein da steht, wenn man mal nen DVD-Abend macht (ob nun, weil man selbst lieber Englisch sehen würde, oder, weil alle anderen lieber Deutsch sehen würden); aber dennoch verständlich. „Es ist Deutschland hier.“ (Zitat G. Westerwelle, s. hier)
Aber auch schön, dass du auch die Gegenseite akzeptierst, danke. Ich hab schon genug Leute erlebt, die dann eher sarkastisch reagieren („Wander doch aus.“) und alles verurteilen, ohne sich je selbst mit der Sache auseinandergesetzt zu haben.

@ jojo23

Bei mir kommen auch nur Filme im O-ton ins Haus.Es ist einfach furchtbar wie schlecht viele Filme durch die synchro werden. Man schaut einfach einen ganz anderen Film. Wenn ich die Sprache nicht kann dann schonmal eine synchro oder Untertitel. Erst vor kurzem habe ich mir einen norwegischen Film auf Norweisch mit englischen Untertiteln angeschaut. Was ein Spaß :wink: War aber echt gut.

So halte ich das nach Möglichkeit auch. Hab schon Sachen auf Spanisch, Portugiesisch, Dänisch, Französisch und Japanisch jeweils mit englischen Untertiteln gesehen (kann die Sprachen alle nicht). Hat sich jedes Mal gelohnt, dessen bin ich mir sicher.

Ich bin so froh, dass es in München ein O- Ton Kino […] gibt.

Gibt es wohl leider, leider nur in solch großen Städten. Ansonsten wär ich sehr oft im Kino…

Viele meiner Freunde habe ich auch schon auf meine Seite gezogen und sie davon überzeugt das Filme im Ov einfach besser sind. Daher steht den gemütlichen OV Kinoabenden nichts im Weg.

Krasse Sache… Könnt man ja fast neidisch werden.

@ CorvusQuintusCorax

Und wie bereits erwähnt geht der Sprachwitz einfach verloren. Vor allem bei den Britcoms. Und die Synchro von Little Britain hat echt den Vogel abgeschossen. Einfach unerträglich. Sogern ich auch Kalkofe mag, aber das hat überhaupts nichts gerissen.

Oh ja. Von „Little Britain“ kenn ich relativ wenig, aber ich kann noch ein Beispiel nennen: „The IT Crowd“. Die Synchro von dieser großartigen Britcom gehört zu den schlechtesten, die ich je gehört habe.
Abgesehen davon gibt es ja auch viele amerikanische Zeichentrickserien, deren Synchro dem Original nicht annähernd das Wasser reichen kann, wie z.B. „South Park“ und „Family Guy“. Die Sprecher sind weniger gut und die Übersetzung ist miserabel.

@ Neverman

Manchmal finde ich sogar deutsche Synchronisationen besser, zumal es sehr prägnante Sprecher gibt.

Kann gut sein, kann finde ich aber auch nach hinten losgehen. Arne Elsholtz z.B. ist zweifelsohne ein sehr guter Synchronsprecher mit einer charakteristischen Stimme. Aber er ist wohl so gut, dass er echt viele bekannte Schauspieler regelmäßig spricht (Tom Hanks, Jeff Goldblum, Bill Murray, Kevin Kline… ich hab mich schon oft gefragt, was denn passieren würde, wenn die alle in einem Film mitspielen würden ^^). Und v.a. bei Tom Hanks und Bill Murray stört es mich aber inzwischen sehr, die Synchronstimme zu hören, da sie selbst sehr charakteristische Stimmen haben und ich die schon gewohnt bin.

Ich halte es für übervoreilt, wenn man sagt, es gehe hier nur ums Geld. Denn Fakt ist, dass wie schon erwähnt nicht jeder der Originalsprache fähig ist, geschweige denn gewillt, sich durch Untertitel vom Film „ablenken“ zu lassen. Lesen will auch gelernt sein und nicht jeder kann es aus den Augenwinkeln oder schnell genug, ohne etwas vom Film zu verpassen.

Muss ich leider gegenhalten. Wenn ein Kino pro Film auf nur eine Vorstellung verzichten würde zugunsten einer OV-Vorführung, dann wäre niemand gezwungen, sich diese auch anzusehen und sich von Untertiteln stören zu lassen. Diese Tatsache legt doch sogar nahe, dass es nur ums Geld geht. Es kann doch gar keinen anderen Grund geben, auf OV zu verzichten. Respekt gegenüber der Masse? Sorry, das kann ich nicht gelten lassen.

Als Filmfan ist es mir relativ latte, ich verweigere mich keinen Synchronisierungen und schau mir manchmal Filme auch in mehreren Sprachen an, einfach, weil ich die unterschiedlichen Klänge der Sprachen genießen möchte.

Auch interessant. Und ja, deutsche Synchronisationen können dem Film durchaus einen eigenen Charme verleihen. Die ersten beiden Monty-Python-Filme sind da ein sehr krasses Beispiel. Die Übersetzer haben da den trockenen britischen Humor oftmals einfach ersetzt, was daraus jeweils völlig andere Filme macht (v.a. „Monty Python and the Holy Grail“ aka „Die Ritter der Kokosnuss“). Aber es ist auch in der deutschen Fassung zum Brüllen komisch, wenn auch auf andere Weise.
Aber manchmal gibt es dann auch Filme, da frage ich mich, was die Übersetzer zu ihren Übersetzungen treibt… Beispiel aus dem Film „Up“ („Oben“):
Originalzitat: „Hey, I know a joke. A squirrel walks up to a tree and says, ‚I forgot to store acorns for winter
and now I am dead.‘ Ha! It is funny because the squirrel gets dead!“

Übersetzung: „Apropos Witz: Eine Katze klettert einen Baum rauf und sagt: ‚Huch, hier oben gibt’s ja gar keine Mäuse, jetzt muss ich verhungern.‘ Ha! Das ist lustig, weil die Katze so blöd ist!“
Wozu diese Abänderung? Was nützt mir der Klang der Sprache, wenn sie nicht das wiedergibt, was die Drehbuchautoren geschrieben haben, aber auch keinen eigenen Charme entwickelt? Überhaupt wird in dem kompletten Film „squirrel“ (Eichhörnchen) mit „Katze“ übersetzt. Seltsam.
Ein weiteres Problem ergibt sich bei im Original schon mehrsprachigen Filmen, z.B. „The Third Man“ („Der dritte Mann“), oder aktueller „Inglourious Basterds“. Da wird dann in der deutschen Version Englisch zu Deutsch, obwohl einige Figuren bereits im Original Deutsch sprechen. Das ist bei „Inglourious Basterds“ zugegebenermaßen recht geschickt gelöst (sodass zumindest keine offensichtlichen Logikfehler entstehen), aber in „The Third Man“ gibt es Szenen, in denen die Personen einander offensichtlich nicht verstehen, obwohl sie scheinbar die gleiche Sprache sprechen. Jedoch ist dies halt nur in der deutsch synchronisierten Fassung der Fall.

Seid mal nicht so intolerant, schließlich geben sie sich eine Menge Mühe. :slight_smile:

Ich finde, hier war niemand intolerant. Zweifelsohne geben sich die Synchronstudios oft viel Mühe und das Ergebnis kann sich sehen lassen. Dass bei der Synchronisierung aber viel vom Film unweigerlich verloren geht, steht denke ich außer Frage. Ich finde es daher nicht intolerant, wenn man diese Mühe für unnötig hält bzw. ablehnt.
Ich selbst habe doch auch nur kritisiert, dass man hierzulande die synchronisierte Version dann auch gegen seinen Willen aufgezwungen bekommt. Woran die Synchronstudios natürlich nicht direkt schuld sind. Die Hauptkritik gilt hier den Kinos.

Hier in Frankfurt hat vor wenigen Tagen der Turmpalast dicht gemacht…
Dort wurde seit Jahrzehnten Filme NUR in der Originalversion mit Original Ton gezeigt…
Ich finde das echt schrecklich…jetzt gibt es nur noch wenige Vorstellungen in Englisch, die das Kino von gegenüber jetzt zeigt … (Cinestar Metropolis) …

Ich finde es echt Schade…

Früher wurde sogar im TV in 2 Sprachen ausgestrahlt … jetzt findet man das nur noch selten

Ein mitunter komisches Problem ergibt sich bisweilen auch, wenn die “Originalsprache” Deutsch ist… oder zumindest sein sollte…

Als Beispiel sollen hier Stan Laurel & Oliver Hardy dienen, die einige Filme u.a. auch auf Deutsch gedreht haben, da synchronisieren damals noch sehr schwierig war.
Ich kann diesen Versionen nichts abgewinnen und bleibe lieber bei den später komplett neu synchronisierten Fassungen. Denn dort kann man dem Film und auch den Dialogen einfach besser folgen, anstatt sich permanent zu fragen “Hä? Was haben die gerade gesagt??”.

Ein weiteres Beispiel kommt aus dem Bereich Fernsehserie - genauer “Scrubs - die Anfänger”…
In einer Folge spielt ein Patient namens “Müller” mit, der - als waschechter Deutscher - überhaupt kein Wort Englisch spricht und daher die Hilfe seines Bruders Hermann (ebenfalls deutsch) bei der Kommunikation mit dem Personal benötigt. Das komische Problem: Beide sprechen auch kein Deutsch und quetschen sich irgendwelche kaum verständliche Worte durch die Lippen!! Und so fragt sich Herr Müller dann:
“Warom hat mick mein Bruder verlugt??” (man beachte die Grammatik - “verlugt” statt “belogen”!).
Aber es kommt noch peinlicher. Kurze Zeit später führt Elliot ein ausführliches Gespräch mit Herrn Müller - in lupenreinem, fehlerfreiem Deutsch. Das ist auch kein Wunder, denn Schauspielerin Sarah Chalke hat deutsche Vorfahren und beherrscht diese Sprache perfekt. Warum das Produktionsteam sie nicht als Expertin für korrekte Aussprache und Grammatik einen letzten Blick auf die Dialoge werfen ließ, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben…

-Catboy

Es gibt aber auch eine Unmenge an Filmen und Serien, die ohne eine deutsche Syncro niemals das geworden wären, was sie heute sind. Man denke nur mal an die Spencer/Hill-Filme, die Serie “Die Zwei”, oder auch
Star Trek-Classic. Wer die Sachen im Original sieht, fragt sich oftmals, warum das so dröge ist. :mrgreen:

Gestern (bzw. heute Morgen) hab’ ich mal wieder gemerkt, wie sehr ich die Synchro von “The big Lebowski” liebe. Mal ganz ehrlich, “bekackt” ist 1000 mal lustiger als “fuckin’”. :lol:

@Chino:
Da kannste deinen bekackten Arsch drauf verwettet, dass das so ist.

Ich kann nicht nachvollziehen, was manche Leute gegen Synchronisationen haben. Die Mehrheit hat halt einfach keine Lust, erstmal in ihrem Kopf die Filme zu übersetzen. Und die ganzen „Englisch FTW“-Heinis will ich mal bei russischen oder chinesischen Filmen sehen :stuck_out_tongue:
Kann den Leuten über mir auch nur zustimmen: Manche Filme wären nicht das, was sie ohne Synchro heute wären. Spencer/Hill Filme wurden ja genannt, aber auch andere. Al Bundy. Die Simpsons (Homers Stimme). South Park (Cartmans Stimme). Eine Schrecklich Nette Familie (Als Stimme). Und so weiter. Gibt aber auch genügend Beispiele, wo es leider andersherum ist. Bei Lost z.B. finde ich teilweise manche Stimmen echt scheiße. Allen voran die von Jacob und dem Mann in Schwarz (wenn man die mit dem Original vergleicht). Dagegen sind die Stimmen von Ben und John Locke absolut passend, auch wenn sie sich im Original komplett anders anhören.

Synchros ftw! :stuck_out_tongue:

Ach Randall, komm, was soll denn das. Zum einen geht es nicht darum, Filme im Kopf zu übersetzen (da würde man doch bekloppt bei, sich dauernd zu überlegen "was würde der/die jetz auf deutsch sagen?), sondern darum, sie zu verstehen. Gab auch schon Situationen, in denen ich genau verstand, was gemeint war, aber es mir schwerfiel, es für jemand anders in deutschen Worten wiederzugeben, als er mich fragte.
Zum anderen hättest du den Thread mal genauer (oder überhaupt mal?) lesen sollen, bevor du hier versuchst, die „„Englisch FTW“-Heinis“, wie du sie nennst, zu verunglimpfen. Dann hättest du dir diesen überflüssigen und unqualifizierten Kommentar ersparen können. Soll heißen (damit du hier im Thread nicht danach suchen musst, was ich meine): Russischer oder Chinesischer Film - mit englischen Untertiteln sehr gern.

Eigentlich ist ja gegen die Feststellung nichts zu sagen, denn wie auch ich schon eingeräumt habe (was du wohl auch leider überlesen hast), sind deutsche Synchros auch manchmal hervorragend. Ich hatte da Monty Python-Filme als Beispiel angeführt. Und die Beispiele, die du genannt hast (nur bei Spencer/Hill kann ich nicht mitreden), sind wirklich sehr gut.
Cartmans deutsche Stimme z.B. ist aber das Einzige, dass mir an der deutschen South Park-Synchro gefällt. Und ich finde, das reicht nicht aus. Vor allem dann nicht, wenn bei der Übersetzung so viel vermurkst wird (hatte ich auch schon mal geschrieben).

Aber nur damit das klar ist (beim schon erwähnten Monty Python-Beispiel hatte ich das auch schon geschrieben): Nur weil eine deutsche Synchro einen Film in Deutschland zu dem macht, was er in Deutschland ist (zu was denn auch sonst?), muss das doch nicht heißen, dass das Original schlecht ist. Im Falle Monty Python sieht man einfach nur andere Filme, wenn man die Synchros sieht. Und zumindest tendentiell ist das bei den meisten anderen Synchros auch so.
Und das ist es, was mich an Synchros stört: Sie verändern einen Film. Und in den allerseltensten Fällen zum Besseren. Ich würde niemals behaupten, die deutschen Versionen der Monty Python-Filme seien besser. Sie sind extrem lustig, aber halt auf völlig andere Weise, als die Pythons sie geschrieben haben. Außerdem kommt es auch hier zu blöden Übersetzungsfehlern (z.B. „brave“ -> „brav“ statt „mutig/tapfer“).

Zu diesem Thema mal ein paar Studien:

http://www.marketing-boerse.de/News/det … olle/19729

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mens … 78,00.html

http://www.digitalfernsehen.de/news/news_887735.html

Ist übrigens kein Zufall, dass Länder, in denen es keine Synchros gibt (Skandinavien, Niederlande etc.) die Leute besser Englisch sprechen als in Deutschland, Frankreich, Italien oder Spanien, wo bekanntlich eine starke Synchrokultur zu finden ist.

Da sollten die ÖR mal ihrem Bildungsauftrag nachkommen und öfter Filme nur im Originalton mit Untertiteln senden.

Hin und wieder hat man ja das große Glück, das die deusche Synchonisation besser als die Originalsprache ist. Zum Beispiel bei Uhrwerk Orange, zu dem sogar Kubrick selbst von der deutschen Stimme von Alex so begeistert war, dass der Sprecher Jörg Pleva dann auch gleich die Hautrollen von Barry Lyndon und Shining sprechen durfte.

Ben hat ja auch mit Udo Schenk einen der besten deutschen Synchronsprecher. Er spricht unter anderem auch Ray Liotta oder Gary Oldman die beide, auch deshalb, zu meinen Lieblingsschauspielern gehören.

Ich denke das Thema kann man nicht so verallgemeinern, wie es viele hier tun. Es gibt viele deutsche Synchronsprecher die schauspielerisch in meinen Augen sogar so gut sind, dass sie das Original nur durch ihre Stimme übertreffen. Also Beispiel ist hier z. B. auch Manfred Lehmann zu nennen der unter anderem Gérard Depardieu, Kurt Russel und Bruce Willis seine Stimme leiht. Daher gucke ich mir gute deutsche Synchros auch lieber an, auch wenn mein Englisch eigentlich ziemlich gut ist. Auch sehr gut ist David Nathan der meistens Johnny Depp und Christian Bale seine Stimme leiht.

Ein guter Sprecher macht noch lange keine gute Synchronisation. Z.B. Arne Elsholtz als Sprecher von Tom Hanks - sicherlich ein Top-Sprecher wie in Ice Age etc. Aber als Stimme von Tom Hanks seit dem Ende seiner Comedy-Zeit die ultimative Fehlbesetzung. Warum? Tom Hanks hat eine ziemlich raue, scheppernde, blecherne Stimme und Elsholtz genau das Gegenteil mit seiner lustigen Softie-Stimme, die eben noch aus der Comedy-Zeit stammt. Ernsthafte Tom Hanks-Filme wie Soldat James Ryan, Forrest Gump und vor allem die Dan Brown-Filme sind absolut unansehbar, weil die Synchronisation unfreiwillig lustig klingt. Elsholtz hat keine Chance auch nur annährend den Charakter so darzustellen, wie er im Original mit der echten Hanks-Stimme rüberkommt.

Zu diesem Thema mal ein paar Studien:
http://www.marketing-boerse.de/News/details/Kinderfernsehsendungen-im-englischen-Originalton-sinnvolle/19729
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,660578,00.html
http://www.digitalfernsehen.de/news/news_887735.html
[…]
Da sollten die ÖR mal ihrem Bildungsauftrag nachkommen und öfter Filme nur im Originalton mit Untertiteln senden.

Studien, die das belegen, was ich auch für mich selbst herausgefunden habe. Dafür, dass ich noch nie im englischsprachigen Ausland war, ist mein Englisch doch recht gut geworden, denke ich, und das verdanke ich nur englischen Filmen und Serien.
Zum Bildungsauftrag: Die Hoffnung habe ich aufgegeben. Wie auch im Blog vom Fernsehkritiker hier zu lesen ist, das mit dem öffentlich-rechtlichen Auftrag ist denen schnurz. Der Begriff existiert für die nicht mehr. Volksverdummung steht auf dem Plan.

Es gibt viele deutsche Synchronsprecher die schauspielerisch in meinen Augen sogar so gut sind, dass sie das Original nur durch ihre Stimme übertreffen. Also Beispiel ist hier z. B. auch Manfred Lehmann zu nennen der unter anderem Gérard Depardieu, Kurt Russel und Bruce Willis seine Stimme leiht.

Hm. Ansichtssache. Ich z.B. kann diese Stimme nicht mehr hören, gerade weil sie so omnipräsent ist. Ich muss da immer an Praktiker-Werbung denken.

Ein guter Sprecher macht noch lange keine gute Synchronisation. Z.B. Arne Elsholtz als Sprecher von Tom Hanks - sicherlich ein Top-Sprecher wie in Ice Age etc. Aber als Stimme von Tom Hanks seit dem Ende seiner Comedy-Zeit die ultimative Fehlbesetzung. […] Elsholtz hat keine Chance auch nur annährend den Charakter so darzustellen, wie er im Original mit der echten Hanks-Stimme rüberkommt.

Hinzu kommt dann auch noch, dass er nicht mal ersetzt wird, wenn er nicht richtig sprechen kann. In “Illuminati” war es ja echt eine Frechheit; den ganzen Film lang hat es sich so angehört, als hätte Tom Hanks (bzw. Arne Elsholtz) Watte im Mund.

Keine Ahnung, ob ich das schon geschrieben habe, aber es ist immer besser, Filme im Original statt in der Synchro-Fassung zu sehen (wie bei Serien auch). Man lernt sprachlich etwas dazu, und (das ist viel wichtiger): In der Synchronisation kommen Witze und sonstige Details total verfälscht rüber. Man nehme nur Inglourious Basterds, z.B. die Szene, in der Landa die “italienische Filmcrew” enttarnen will.
Original: Landa fragt, ob er den Namen korrekt ausgesprochen hat. Raine antwortet “Correcto” - in breitestem Südstaaten-Akzent und enttarnt sich dadurch quasi selbst.
Deutsche Fassung: Dasselbe - nur, dass “Correcto” hier voll normal klingt.