Fernsehteam filmt mich auf der Kirmes - dürfen die dat?

Hej, blöde Überschrift und kurze Frage. Heute war ich in Düsseldorf 'uf der Kirmes und ich wurde gefilmt. Nicht bei 'ner Besonderheit, sondern nur beim vorbeigehen. Dürfen die das überhaupt senden? Ich rege mich darüber nicht auf, nur stellt sich mir diese Frage schon seit längerem.

Danke!

Menschenmassen dürfen ohne zu fragen gefilmt werden, aber auf eine gegebene Aufforderung zum Unkenntlichmachen muss das Filmteam eingehen.

Wie ich das hasse… :smt013 Man kann fast nirgendwo mehr hingehen (auch Public Viewing bei der WM) ohne von den lokalen Knipssklaven belästigt zu werden. Die Fotos kommen dann auf Klickgalerien, so machen die dann Kohle.
Wenn Dir das auf einer Party passiert, kannste das Bild löschen lassen. Problem hast Du, wenn Du ein Konzert besuchst oder an einer Sportveranstaltung teilnimmst und mit dem Kauf des Tickets/der Teilnahme auf Deine Bildrechte verzichtet hast.

Wir sind ja nicht belästigt worden oder explizit gefilmt. Bei Konzerten z.B. gehört die Videoaufnahme ja quasi dazu und darüber sollte man sich im Klaren sein. Mich stört einfach nur diese Selbstverständlichkeit des Fensehteams. Wie geschrieben, Probleme habe ich damit keine und mich wird sowieso niemand erkennen.

Wie ich das hasse… :smt013 Man kann fast nirgendwo mehr hingehen (auch Public Viewing bei der WM) ohne von den lokalen Knipssklaven belästigt zu werden

Jaja total… spuck irgendwo hin du triffst immer ne Kamera von Fernsehen oder Presse :smt017

2 Möglichkeiten, entweder du leidest unter Verfolgungswahn oder bist polizeilich gesucht…

Klare Ansage:

Die dürfen. Warum? Siehe §23(3) KunstUrhG:

§ 23
(1) Ohne die nach § 22 erforderliche Einwilligung dürfen verbreitet und zur Schau gestellt werden:

[ol]
[li] Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte;[/][/li]> [li] Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen;[/][/li]> [li] Bilder von Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Vorgängen, an denen die dargestellten Personen teilgenommen haben;[/][/li]> [li] Bildnisse, die nicht auf Bestellung angefertigt sind, sofern die Verbreitung oder Schaustellung einem höheren Interesse der Kunst dient.[/][/ol][/li]
(2) Die Befugnis erstreckt sich jedoch nicht auf eine Verbreitung und Schaustellung, durch die ein berechtigtes Interesse des Abgebildeten oder, falls dieser verstorben ist, seiner Angehörigen verletzt wird.

Klar soweit?

@ omgott

Da gibt es noch genug andere Möglichkeiten. Nun stell dir mal vor, beim Public Viewing gibt es nach dem Spiel irgendwelche Ausschreitungen, kann ja mal passieren beim Fußball und den Emotionen usw. So weit, so gut (oder auch nicht :P)
Nun wird über diese Schlägerei berichtet, eingeleitet mit dem Satz “Es sollte ein friedliches Fußballfest werden, doch artete im 3. WK aus” und in der Sekunde bist du beim Schwenk über die Leute VOR der Schlägerei im Bild. Mit den Vorgängen danach wirst du damit ganz sicher in Verbindung gebracht.
Als Fan eines Fußballvereins, bei dem sich SpiegelTV und Co. regelmäßig geile Bilder erhoffen und alles und jeden filmen, kann ich seine Kritik verstehen…

Ich meinte z.B. private Radiosender und Lokalblätter die ihre Webseiten mit so was füllen:
http://www.charivari.de/bildergalerien/index.php
http://www.mainpost.de/fotos/
Wie gesagt, überall sind die. Blade Night, Public Viewing, Konzerte, Volksfeste… :smt012

Ich wiederhol’s gerne nochmal:

§23(3) KunstUrhG sagt eindeutig aus, das jeder (ob Kamerateam oder Oma Lemke mit ihrer QVC-Billigkamera) Bilder von öffentlichen Menschenmengen machen darf. Is so.

Du kannst aber, wenn das Bild in einem falschen - oder für Dich schädlichen - Kontext verwendet wird, Deine Unkenntlichmachung oder Löschung des Bildes verlangen. Selbst die Ausschlusserklärung auf einem Ticket ist kein Freibrief für den Veranstalter, da die Würde des einzelnen nicht “per se” beeinflusst werden darf. Hierbei gibst Du lediglich die Zustimmung für Aufnahmen (ungezielt), nicht aber für die Verwendung (z.B. in einem Clip gegen Drogenmissbrauch).

In der Regel kann man das ganze auch umdrehen, in dem man - bei Entdeckung seines Bildes - dem Verwender ein stark überteuertes Angebot für die Nutzung macht … dann erübrigt sich das meistens :mrgreen:

Sie dürfen auch Filmen wenn mehr als 12 Personen auf dem Bild sind und diese 12 Personen nicht direkt erkennbar. Laut unserem Dozenten in Sachen Medienrecht. Also solang man nicht lächelt (das ja auch als einverständniserklärung gesehen werden kann- jedoch nur bei Personen des öffentlichen Lebens). Die Frage die mich beschäftigt ist ob sie ne gültige Drehgenehmigung haben oder diese nicht brauchen weil die Kirmes öffentlicher Raum ist…

@Isegrimm: Das hat aber weniger mit dem Kunsturheberschutzgesetz zu tun. Eher mit dem Recht am eigenen Bild. Also wer einen filmt auf öffentlichen Grund kann sofort veranlassen das das Bild gelöscht wird, da man teil des Inhalts ist.

@Isegrimm: Das hat aber weniger mit dem Kunsturheberschutzgesetz zu tun. Eher mit dem Recht am eigenen Bild. Also wer einen filmt auf öffentlichen Grund kann sofort veranlassen das das Bild gelöscht wird, da man teil des Inhalts ist.

Äääh … falsch.

§23(3) und 22 KunstUrhG (Gesetz betreffend das Urheberrecht an Werken der bildenden Künste und der Photographie) regelt eindeutig die Ausnahmen des “Rechtes am eigenen Bild”.