Entering the Brave New World

Das Thema dieses Threads soll sich darum drehen, wie weit wir bereits an den berühmten (klassischen) Dystopien dran sind. Ein schwieriges Thema - weder die Worte zu finden, noch mit den Ergebnissen klar zu kommen, wird euch leicht fallen. Bühne frei für die “schöne neue Welt”!

Nicht nur uns. Wie ist denn deine eigene Meinung dazu - so als TE?!

Um mal ein wenig Grundstoff zu liefern, wenn das Zeug hier so hingeworfen wird:

Eine Dystopie oder Anti-Utopie ist eine Geschichte, die in einer fiktiven Gesellschaft spielt, die sich zum Negativen entwickelt hat,

Schöne neue Welt (engl. Brave New World) ist ein 1932 erschienener dystopischer Roman von Aldous Huxley, der eine utopische Gesellschaft beschreibt, in der „Stabilität, Frieden und Freiheit“ gewährleistet scheinen.

Mittels physischer Manipulationen der Embryonen und Föten sowie der anschließenden mentalen Indoktrinierung der Kleinkinder werden die Menschen gemäß den jeweiligen gesellschaftlichen Kasten geprägt, denen sie angehören sollen und die von Alpha-Plus (für Führungspositionen) bis zu Epsilon-Minus (für einfachste Tätigkeiten) reichen.

Allen Kasten gemeinsam ist die Konditionierung auf eine permanente Befriedigung durch Konsum, Sex und die Droge Soma, sodass den Mitgliedern dieser Gesellschaft das Bedürfnis zum kritischen Denken und Hinterfragen ihrer Weltordnung genommen wird. Die Regierung jener Welt bilden Kontrolleure, Alpha-Plus-Menschen, die von der Bevölkerung wie Idole verehrt werden.

Zumindest ich musste das erst mal nachschlagen :oops:

Erinnernt mich irgendwie an George Orwell

Ich habe gerade noch gedacht wie blöd es ist so einen Gedanken einfach in den Raum zu werfen aber auch wie blöd es ist jetzt schon die Diskussion in eine bestimmte Richtung zu lenken. Und gerade dachte ich: Wie blöd das ich den Thread dann “Entering the Brave New World” genannt habe :mrgreen:

Nagut also:
In der BNW von A. Huxley fühlen die Menschen keine Liebe mehr - sie machen nur noch Liebe: so wie es heute ja anscheinend auch den meisten nur um Sex geht… da wird eine große Macht deutlich, finde ich.

[video]http://www.youtube.com/watch?v=WNlDFPPWQnk[/video]

widerlich…

edit Natürlich sollen auch die anderen großen Dystopien in diesem Thread nicht zu kurz kommen!

Hab den in der Schule gelesen und muss sagen, BNW ist zwar sehr gut, aber overhyped…L
Lustig ist ebenfalls auch, dass Huxley später ordentlicher Verfechter von bewusstseinserweiternden Drogen wurde, während in dem Buch das “Soma”, eine sehr apathisch machende Droge, sehr stark kritisch betrachtet wird.

Erwähnenswert zu Brave New World ist auch noch, dass es ursprünglich aus einem Shakespear-Roman kommt (ich kann leider nicht mit Sicherheit sagen, welcher): “Brave new world, that has such citizens in it”.

Brave new world ist keine ausschließlich düstere Betrachtung der Gesellschaft, Brave new world zeigt ironischerweise ein vollständig funktionierendes Gesellschaftsbild und hat dabei durchaus auch Humor-elemente dabei (Hab den Schinken aber eetwas länger nicht mehr gelesen). Aber wie nahe sind wir an Brave new world dran? Überlegen wir mal, haben wir einen Weltstaat? Haben wir Tiefenhypnose bereits im Kindesalter? Wird Promiskuität als zwanghaft angesehen, längere Beziehungen hingegen als verurteilenswert? Werden Drogen frei an die Mitbürger verteilt?

Natürlich kann man durchaus Parallelen ziehen zwische Soma und Drogen wie Alkohol, aber auch den Medien, die weichspülend sind. Alles in allem werde ich hier aber erst großartige Abhandlungen schreiben, wenn der TE selbst mal mit seiner Meinung rausrückt.

Weitere dystopische Romane - der Klassiker natürlich, 1984. Seien wir ehrlich, wir sind gesellschaftspolitisch noch sehr stark von 1984 entfernt. Ich wüsste zumindest nicht, dass erotische Beziehungen als Straftat geführt werden oder die falschen Denkweisen strafbar sind. Oder warum dürfen dennoch Neonazis frei herumlaufen? Die haben auch Denkweisen, die viele Leute als falsch erachten, die z.T. sogar gefährlich sind - aber anders als in 1984 werden sie nicht gefangen genommen. Es gibt keine große psychische Folter als Strafmethode hier. Guantanamo haben wir in Deutschland nicht.

Animal Farm - hmm, Animal Farm ist sehr stark auf den Kommunismus ausgelegt und eine Parodie auf Stalin. Nicht ersichtlich, inwiefern wir nahe da dran sind.

Bühne frei für die “Schöne neue Welt” - weisst du überhaupt, was dieser Spruch alles beinhaltet? Hast du Brave new world überhaupt selbst gelesen? Was hast du denn so bereits gelesen? Kennst du die Ramenhandlung, weisst du von den verpöhnten Wilden, die noch selbst gebären statt dass die Kinder in Brutstationen aufgezogen werden? Was weisst du über das Kastensystem, von dem wir hier eigentlich noch ziemlich weit weg sind?

Ich bin der erste, der gerne mit dabei ist unsere Regierung zu kritisieren, aber ich möchte doch anmerken, dass wir noch sehr weit von BNW weg sind. Unsere Regierung legt nämlich nicht fest, wer welche Bildung haben darf und welche Bildung bitte weggesperrt bleibt wie z.B. Shakespeare.

So far so good - der Worte sind genug gewechselt, lasst uns endlich Taten sehen.

Übrigens: Wenn du Brave New World nur auf Liebe reduzierst, solltest du ihn noch mal lesen.

Ok ok ist ja gut. Also ich hätte diesen Thread wohl kaum eröffnet wenn ich dieses Buch nicht gelesen hätte - wäre mir zumindest peinlich dann darüber nicht Bescheid zu wissen. Und meine Intention „das Thema einfach in den Raum zu werfen“ war, dass diese Sache… mit der Dystopie vs Realität doch ziemlich [-]einfach[/-] einleuchtend aber auch sehr verstörend ist. Sollte ich jetzt langsam mal damit rausrücken? g Also ja, wir sind erschreckend nah dran. Und ja, die BNW funktioniert - der Wilde fühlt sich aber nicht wohl. Denn die Menschlichkeit fehlt. Und so sind auch wir nicht weit davon entfernt, nichts weiter als Konsummaschinen zu sein, die benötigt werden um eine Ökonomie aufrecht zu erhalten, die sich geradezu verselbstständigt hat.

eigentlich habe ich auch mehr an 1984 gedacht

Natürlich fehlt die Menschlichkeit.

Aber warum fühlt sich der Wilde denn nicht wohl? Er ist Shakespeare-Fetischist, er kennt nichts anderes als Shakespeare und will eigentlich auch nichts anderes kennen; das einzige womit er argumentiert ist Shakespeare und dadurch fühlt er sich so viel besser. Und trotz der Tatsache, dass er die Gesellschaft verachtet, steht er doch auf diese eine Frau, die durchzogen von Gedankenlosigkeit und Konformismus ist und die durch Indoktrination nicht in der Lage ist, sich vollständig auf den Wilden einzulassen, auch deshalb, weil sie sich vor ihm ein wenig fürchtet, weil er wild ist.

Die einzig beiden in dem Buch, die auch was im Kopf haben, sind Helmholtz Watson, der im Endeffekt dann aber ins Exil darf und da wohl auch seinen Platz findet, was bedeutet, dass es wohl auch für die Intellektuellen da ein Plätzchen gibt. Und der World-Controller, der auch sehr gerne und sehr viel liest, aber über bedeutend mehr Wissen als John the Savage verfügt.

Natürlich sind wir nichts in diesem Apparat hier kaum davon entfernt, bedeutend mehr als Konsummaschinen zu sein. Allerdings ist Individualismus hier nicht zwanghaft auszuradieren, sondern man kann ihn tolerieren. Natürlich fehlt die Liebe unter den Menschen im Buch und auch in diesem Staat ist jeder mehr oder weniger egozentrisch. Aber wie gesagt: Promiskuität wird mehr oder weniger toleriert, aber ist dennoch immer noch seehr stark negativ behaftet. Es ist nichts, was man großartig rumerzählt (höchstens bei einigen Klischee-Jugendlichen á lá „Ey ich hab gestern schon wieder eine flachgelegt“) und Beziehungen brechen oftmals daran; unser Staat braucht sogar Beziehungen und Ehen zum Fortbestehen. Wir haben auch keine Kinderproduktionsanlage hier und ein derartiges Einführen würde vermutlich riesige Kritiken hervorrufen, ich denke nicht, dass das realisierbar ist; ein Kastensystem mit Prädestination für den Lebensweg wäre genauso undenkbar.

Selbstverständlich müssen wir darauf achten, wo es mit unserem Staat hingeht, das ist die Aufgabe eines jeden mündigen Bürgers. Dennoch lässt du sehr viele humoristische Ansichten des Buches außer Acht.

Der eigentliche Protagonist, Bernhard Marx, ist durchzogen von Minderwertigkeitskomplexen, Geltungssucht und will einen der Wilden da als Sprungbrett benutzen, besagter Wilder liest gerne, aber nur Shakespeare, er kennt auch nichts anderes als Shakespeare und das macht ihn ja sowas von besser, und dann gibts noch nen kumpel von Bernhard, Helmholtz watson, der sehr sehr intelligent ist, selbst gedichte schreibt, gut aussehend ist, aber die frauen schon sehr bald nicht mehr beachtet weil er dieses flüchtige nicht mehr mag und dann zu einem furiosen Stürmer und Dränger wird der sich gegen das System schmeisst, während Bernhard da das alles gar nicht will sondern sich in den Staat einfügen will und in ihm aufgehen will, und der Wilde ist einfach nur verknallt in eine dieser dummen Spermaaufnahmegestelle.

Außerdem sehe ich in unserem Staat keine Zelebrierung von Henry Ford :stuck_out_tongue:

räusper
@LaMuerta: “1984” ist genau wie “Animal farm” (beides ist ja von George Orwell) antikommunistisch, mit “der große Bruder” ist Stalin gemeint, die Jahreszahl ist einfach das umgedrehte 1948, in dem der Roman entstand.
Um zu verstehen, was Orwell gemeint hat, muss man die Sowjetunion kennen, dieser Artikel (aus dem Jahre 1984!) beschreibtdas ganz gut: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508639.html

Passt aber in meinen Augen auf jedes totalitäre Regime, das muss nicht unbedingt ein kommunistisches Regime sein. Die USA sind mit dem “patriot act” einen grossen Schritt in diese Richtung gegangen, aber selbst die USA kann man ja nicht als totalitär bezeichnen, Europa noch viel weniger. Nord Korea ist ein gutes Beispiel.

Ich persönlich sehe in den Dystopie immer eine lehrreiche Geschichte, gerade weil sie in der Regel nie “gut” ausgeht. Leider habe ich BNW nicht gelesen, aber dafür 1984, Animal Farm und Fahrenheit 451. Natürlich gibt es noch weitere Werke aus Film und Literatur wie Clockwork Organe oder Soylent Green, aber auch bei Rollenspielen wie Shadow Run ist das Konzept gut erkennbar.

Die Frage,ob eine Diktatur besteht ist nicht immer nur auf der Seite des Staates zu suchen. Ich denke, dass ist ein Wechselspiel zwischen Staat une verschiedenen Instituationen wie Unternehmen oder anderen Zusammenschlüßen, zwecks Machtbündelung, voraussetzende Bedingung ist. Auch ist die Frage zu untersuchen, was Freiheit für den Menschen bedeutet und wie diese vielleicht auch gemessen werden kann. Bedeutet Freiheit von politischer Willkür wirkliche eine umfassende Freiheit für den Menschen, während das Individuum z.B. aufgrund seiner Hautfarbe von solchen Prozessen ausgeschlossen bleibt, z.B. Partei verwährt den Eintritt und es gibt keine Gesetze die so etwas verbieten?

Och bitte ^^ Also klar rennt jetzt nicht jeder dem anderen mit dem Schwanz in der Hand die Tür ein aber denke doch allein mal daran, wie es mit der allgemeinen Sexualität heutzutage steht - das ist nämlich schon ganz ähnlich wie in der BNW. Zumindest in der Werbung (man kann das Fernsehen hier als Spiegel der Gesellschaft betrachten) scheint es so zu sein, als wäre es schon soweit, dass fliegender Partnerwechsel, sprich Sex, so offen ausgelebt werden darf und sogar muss, denn alles andere ist „verklemmt“.

So und jetzt ein Bezug, der nicht unbedingt viel mit Huxleys Werk zu tun hat. Ein tolles Beispiel, wie ich finde, ist „Fahrenheit 451“. Hier hat das Fernsehen nämlich das Monopol auf Information, Wissen, etc. Und jeder will ein Teil des ganzen sein - Bücher werden allesamt verbrannt.
Man vergleiche es doch mal mit dem heutigen Fernsehkonsum :mrgreen: Erstaunliche Abgründe tun sich da auf… Ja nicht jeder hat das Lesen aufgegeben, aber entscheident sind hier vielmehr die vielen „Einzelfälle“. Furchtbar wie einige Leute für ein paar Sekunden, Minuten Ruhm ihre Würde wegwerfen - Würde ist auch noch so ein Thema das in der BNW eine wichtige Rolle spielt finde ich. Denn der Mensch scheint über keine mehr zu verfügen!

Ach und bitte jetzt nicht so stark in den Inhalt des Buches eingehen - das verfehlt das Thema. Auch wenn du recht hast, mit dieser Shakespearaffinität des Wilden wird von Huxley, meines Erachtens nach, die Ignoranz der noch übrig gebliebenen ehem „normalen“ Menschen dargestellt, denn sie verlassen sich auf die „klassischen“ Werte, die auch nicht mehr funktionieren.

Ach und apropos Kinderzucht - denke da mal an den Diskurs über die Präimplantationsdiagnostik! Auch mittlerweile alles schon Realität - das recht auf Leben wird aus der Hand gegeben, der STAAT verfügt über das Recht auf Leben.

@ KatateHH:
Wir sind so frei - aber nur weil wir Freiheiten einbüßen

Och bitte ^^ Also klar rennt jetzt nicht jeder dem anderen mit dem Schwanz in der Hand die Tür ein aber denke doch allein mal daran, wie es mit der allgemeinen Sexualität heutzutage steht - das ist nämlich schon ganz ähnlich wie in der BNW. Zumindest in der Werbung (man kann das Fernsehen hier als Spiegel der Gesellschaft betrachten) scheint es so zu sein, als wäre es schon soweit, dass fliegender Partnerwechsel, sprich Sex, so offen ausgelebt werden darf und sogar muss, denn alles andere ist „verklemmt“.[/quote]

Moment, wo haben wir denn hier bitteschön groß angelegte Orgien mit Drogen und Berauschung, wo Frau wie Mann einfach nur um der Ekstase willen feuchtfröhlich durcheinanderlümmeln? Das hinkt und zwar erheblich. Du scherst hier unsere Gesellschaft über einen Kamm und vergisst, dass wir in der Hinsicht sehr heterogen sind. Promiskuität ist erlaubt, ist aber bei vielen verpöhnt. Wenn mir jemand sagt, dass er seine Freundin betrügt, und sich darüber noch freut, dann kriegt der eine gelatscht, und da bin ich nicht der einzige. In BNW hingegen sind alle so (bis auf die Wilden, aber die sind aus der eigentlichen Gesellschaft ausgeklammert und hier irrelevant) auf den schnellen Sex um des Sexes aus und werden v.A. in ihrer Jugend schon in erotischen Spielchen ermuntert! Außerdem kriegen die Menschen dort keine Kinder mehr, das läuft alles über ein zentrales Geburtensystem, da sind wir noch lange nicht.

Schau an, Fahrenheit 451, auch ein gutes Buch. Okay, vergleichen wir doch mal unseren heutigen Fernsehkonsum mit Fahrenheit 451. Dort versinken die meisten Menschen in die Fernsehsendungen und werden durch erheblich bessere Darstellungen fast Teil der Sendung und entfliehen der Realität, weil diese zu öde ist. Das erkennt man z.T. wirklich heute wieder, ist aber noch lange nichts neues und auch Teil von vielen anime z.B.
Jetzt zu den Gegensätzen: Bücher werden verbrannt. Wird das heute noch praktiziert? Leute, die lesen und sich bilden, werden verfolgt. Die Medien belügen die Menschen dabei wie gedruckt und täuschen vor, einen Verbrecher (den Protagonisten) gefangen zu haben, damit die Menschen sich in trügerischer Sicherheit wiegen. Hier bei uns mag man es eigentlich mehr, die Leute zu erschrecken, um Quote zu machen. Propaganda ist dort im TV essentiell, um Stimmung gegen die Feinde und v.A. Symphatie für das eigene Regime zu machen. Regimekritik ist hierzulande zwar nicht üblich, aber erst jüngst wurde z.B. Hagen Rether mit dem Kabarettpreis ausgezeichnet. Kritik ist also immer noch erlaubt und erwünscht. Dann sprichst du gar nicht an, was an Fahrenheit 451 durchaus interessant ist - Mindesttempo beim Autofahren, alles muss nur noch in Hektik sein. Dass ist von der Gesetzeslage hier zwar nicht so, aber die Menschen heutzutage sind oft viel zu sehr in Hektik und nehmen die Natur nicht mehr so wahr wie sie sollten. Auch die Tatsache, dass z.B. Guy Montags Frau immer zu viele Schlaftabletten nimmt und das in dem Staat oft der Fall ist und Magen auspumpen zur Routine wird ist eine nette Analogie zum heutigen Schlaftabletten und Alkoholkonsum, der viel zu verbreitet ist. Aber von der Gesellschaft in Fahrenheit 451 trennt uns dann doch noch einiges, dort vertraut niemand niemandem. Hier kann ich gut mit euch allen und meinen Freunden über so etwas reden.

Ich verfehl das Thema wenn ich auf die Bücher eingehe? Ich treibe hier eine Diskussion, die unter die Oberfläche geht und sich nicht kleinere Bereiche rauspickt und dann versucht in 2 Sätzen den ganzen Roman entschlüsselt zu haben. Nur weil es nicht bequem ist, dass das unter der Oberfläche nicht ganz mit uns übereinstimmt, darf man das nicht außer Acht lassen… Diesen Quote erklär mir übrigens bitte, welche klassischen Werte? Shakespeare ist doch verpöhnt (und übrigens recht überholt).

Moooment. Das Recht auf Leben wird aus der Hand gegeben? Der Staat verfügt über das Recht auf Leben? Die Präimplantationsdiagnostik wird durchgeführt, wenn eine künstliche Befruchtung durchgeführt wird (die dann gemacht wird, wenn trotz Impotenz etc. eine Schwangerschaft nicht hinhaut und man das auch lange genug versucht hat oder aber z.B. bei Lesben o.ä.) und dann wird da diagnostiziert, ob das Kind Behinderungen oder Abweichungen aufweist. Das Kind kann dann ebenfalls eingepflanzt werden und geboren werden! Inwiefern hat denn hier der Staat das Recht auf Leben?

Ich persönlich sehe in den Dystopie immer eine lehrreiche Geschichte, gerade weil sie in der Regel nie „gut“ ausgeht. Leider habe ich BNW nicht gelesen, aber dafür 1984, Animal Farm und Fahrenheit 451. Natürlich gibt es noch weitere Werke aus Film und Literatur wie Clockwork Organe oder Soylent Green, aber auch bei Rollenspielen wie Shadow Run ist das Konzept gut erkennbar.

Clockwork Orange habe ich auch gesehen und gelesen und bin da bereit, weitaus mehr Zugeständnisse an das Gesellschaftsbild zu machen, gebe aber zu bedenken, dass auch niemand heutzutage eine derartige psychische Umerziehungsmethode dulden wird. Von Leuten die zum Spaß ausrauben und Leute verprügeln haben wir zwar nicht allzu viele, ich gebe aber zu, dass dies bei uns auch vorkommen kann. Wer den Roman gelesen hat, der weiß aber auch, dass der Staat ein riesiger Überwachungsstaat ist, der akribisch genau überwacht, ob alle auch gut arbeiten gehen und nicht blau machen etc. etc.

Die Frage,ob eine Diktatur besteht ist nicht immer nur auf der Seite des Staates zu suchen. Ich denke, dass ist ein Wechselspiel zwischen Staat une verschiedenen Instituationen wie Unternehmen oder anderen Zusammenschlüßen, zwecks Machtbündelung, voraussetzende Bedingung ist. Auch ist die Frage zu untersuchen, was Freiheit für den Menschen bedeutet und wie diese vielleicht auch gemessen werden kann. Bedeutet Freiheit von politischer Willkür wirkliche eine umfassende Freiheit für den Menschen, während das Individuum z.B. aufgrund seiner Hautfarbe von solchen Prozessen ausgeschlossen bleibt, z.B. Partei verwährt den Eintritt und es gibt keine Gesetze die so etwas verbieten?

Erstens einmal ist dein Post ziemlich verwirrend. Zweitens: Dann untersuch diese Frage doch mal, wieso stellst du einfach nur Fragen in den Raum, willst aber selbst nicht antworten? Das hat etwas ziemlich vages und bleibt an der Oberfläche. Was bedeutet Freiheit für den Menschen? Selbstentfaltung die soweit gehen darf, wie man andere nicht verletzt oder in ihrer Selbstentfaltung beeinträchtigt. Haben wir das? Größtenteils ja, von der Manipulativität der Werbung vielleicht abgesehen, die ein billiges Schöhnheitsideal propagiert, aber jeder mit ein wenig Grips kann auch die Anstrengung absolvieren, selbst anzufangen zu denken und sich davon zu distanzieren. Wir haben hier nirgends irgendwelche Zwänge.
Und wo (abgesehen vielleicht von der NPD, aber das ist doch eh ne Spaßpartei) wird man hier denn rechtens aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert? Das ist gegen das Gesetz…also bevor man sich darüber beschwert erstmal Anzeige erstatten und von dir bitte einen Beweis für diese Behauptung.

Achso, die Freiheit für den Menschen ist selbstverständlich nochmal ein weitaus umfassenderes Thema, dem ich hier in einem Post nie gerecht werden könnte; dazu ist er viel zu komplex und führt auch noch in die Thematik der Psychoanalyse ein, die man hier aber unmöglich vorraussetzen kann.

Soo, genug geschwafelt :slight_smile:

Also ich persönlich sehe oft große Ähnlichkeiten zu Orwells 1984.

Vor allem was Überwachung (Meldepflicht, Auskunftspflichten etc.) und Doppelsprech (Bild, Regierung) und Hass-Personen (Osama, Hussein, der Moslem allgemein) angeht, sind wir eigentlich schon fast da, wo Orwell uns sah.
Das einzige wo Orwell sich grundlegend irrte war, das wir dafür eine repressive Regierung brauchen, bzw. das alles von der Regierung initiiert ist (verdummen schaffen wir auch ohne Regierung, weswegen es ja dieses Forum gibt). In so ziemlich allen anderen hatte er jedoch erstaunlich-weise Vorahnungen, weswegen 1984 für mich das Beste der oft zitieten Dystopien sind (nebst Brave New World und Fahrenheit)

Ansonsten haben wir:
-Medien die das Proletariat unterhalten wodurch sie sich mit was anderen Beschäftigen als Politik oder revolutionäres (bei Orwell die Dichermaschine)
-eine Opposition die im Grund nichts anderes ist als die Regierung (beio Orwell: Resistance)

Überwachung? Die Meldepflicht ist in deinem eigenen Interesse, du willst doch, dass dich deine Post erreicht, oder? Und außerdem willst du doch auch wählen? Anders als gemeldet zu sein kannst du aber doch gar nicht wählen…

Auskunftspflicht: Tja, das mit dem neuen Perso sehe ich auch als sehr sehr falsch an und will ihn mir auch nicht anschaffen…das ist schon bescheiden, aber basiert eher auf Uninformiertheit als Überwachungsdrang (hoffe ich zumindest). Dass das BKA mit ihrer Geilheit auf Vorratsdatenspeicherung nur ihre eigenen Interessen verfolgt und gerne mehr Kompetenzen haben will, finde ich auch erschreckend. Deshalb bedürfen wir einer informierten Regierung, die keine populistische Gutti-Leyen-Politik betreibt, sondern sich auch wirklich damit auskennt.

Auch im Feindbilder schaffen ist der Deutsche ganz groß, aber seien wir ehrlich, das war doch schon immer so. Früher war es der Jude (und das nicht nur in der Nazizeit), dann der schwarze, der Chinese, der Russe…wir hatten schon so viele Feindbilder, das ist kein aktuelles Phänomen, und dieses Feindbild zieht sich auch nicht durch alle Bevölkerungsschichten; klar ist die BILD ein Hetzblatt, aber dafür gibt es auch Sachen wie BILDblog, die sehr akurat über die Fehltritte der Bild berichten. Wäre das in einer Dystopie möglich? Eher nicht.

Aber in Sachen Überwachung: Wo werden wir denn so sehr bespitzelt wie in 1984? Der Protagonist da musste zum Tagebuchschreiben sich in eine spezielle Ecke des Zimmers setzen, weil jedes Zimmer verwanzt war, ist das hier auch so? In der Öffentlichkeit musste man vorsichtig sein (noch deutlich untertrieben), es gab eigene Initiativen gegen den Orgasmus, man war durch Armut und Arbeit plattgemacht und von der totalitären Parteienpolitik ausgeplündert und kraftlos, aber durch Propaganda am Leben gehalten.

Außerdem: Wir sind bei Doppelsprech schon fast da, wo Orwell uns sah? Pardon? Wir haben alle Möglichkeiten, unsere Medien zu überwachen, es gibt noch kritische Blogs wie Bildblog; aleine die Möglichkeit dass wir das hier alles können auch bei FK.TV zeigt, dass wir noch gut von Orwell entfernt sind. Wären wir Ungarn, wäre das schon naheliegender. Können unsere Medien durchsetzen, dass Menschen nicht existiert haben? Können wir die Vergangenheit verändern? Nein. Das Internet weiß heutzutage fast alles und durch diese absolute Informationsfreiheit wird das verhindert. Einzige Möglichkeit: Man schaltet das Internet ab. Und das ist auch zur Unmöglichkeit geworden.

Dass unsere politische Opposition teilweise auch weichgespült ist, sehe ich ein. Aber gerade Parteien wie Die Linke vertreten immer noch vehement ihre eigenen Positionen und machen das, wozu die Opposition da ist: Die Regierung kontrollieren und ihr ihre Fehler vorwerfen. Die Grünen (insbesondere Künast) machen das auch gerne. Und die SPD…ist ein toter Esel, der nur noch nicht gemerkt hat, dass er tot ist. SPD Wähler sind meist Traditionswähler…

Medien, die das Proletariat unterhalten: Ja, es gibt sie. Aber: Es gibt auch Magazine wie dieses. Du wirst nicht gezwungen, morgens beim morgendlichen TV-Frühsport mitzumachen. Dir werden Alternativen wie arte, 3Sat und BR-Alpha gegeben. Der ÖR-Auftrag kommt manchmal eben doch noch durch. Und gerade dies unterscheidet uns massiv von Dystopien.

Puuuh… ok diese Diskussion gefällt mir wirklich gut :smiley: fingerknacks

Also ich habe mich nun nicht vorgehabt die BNW noch 1984 oder andere Dystopien gleichzusetzen. Das habe ich auch nicht, ich habe lediglich Ähnlichkeiten erkannt. Wären wir in einer dieser Dystopien, dann gäbe es dieses Forum nicht, da stimme ich dir zu.

Zu der Sache mit der Promiskuität: Ich habe niemals ausschließen wollen, dass es noch monogame Beziehungsformen gibt und sicherlich auch nicht, dass es noch Leute gibt, die „Betthopserei“ verwerflich finden. Und diese ekstatischen Liebesorgien gibt es durchaus - nur hinter verschlossenen Türen, denn wir leben ja nicht in der BNW und machen sowas nicht aus gesellschaftlichem Anlass. Und das gibt es schon (oder erst besonders) seit der 68er Bewegung. Und ich denke du stimmst mir zu, dass Jemand, der „einen flotten Dreier“ einfach schäbig findet, allgemeinhin als verklemmte, altertümliche, unzeitgemäße Person gilt oder? Ich wollte nur andeuten, dass es Tendenzen zu dieser absonderlich offen ausgelebten Sexualität gibt, nicht mehr… Aber hätte ich darauf hin nicht kritisiert werden wollen, hätte ich das wohl auch nie hier rein geschrieben :mrgreen:

So und das Thema hast du sehr wohl verfehlt in dem du auf die Beziehungen und Charaktereigenschaften etc. eingegangen bist und dich wahrscheinlich auch daher dazu hast verleiten lassen zu glauben, dass ich die BNW mit der Realität gleichsetze - irre ich mich? ich habe eigentlich nichts dergleichen geschrieben :?:

Naja egal hier ein paar Sachen die du geschrieben hast:

Haben wir Tiefenhypnose bereits im Kindesalter?

Fernsehen?

Wird Promiskuität als zwanghaft angesehen, längere Beziehungen hingegen als verurteilenswert?

Bin ich bereits drauf eingegangen - Teils JA!

Werden Drogen frei an die Mitbürger verteilt?

Nö… das kostet schon noch Geld :mrgreen:

Was weisst du über das Kastensystem, von dem wir hier eigentlich noch ziemlich weit weg sind?

Es gibt bei uns Menschen „zweiter Klasse“ mit geringen Aufstiegschancen… ist vergleichbar behaupte ich mal.

…unser Staat braucht sogar Beziehungen und Ehen zum Fortbestehen.

Stimmt das wirklich noch? Die Ehe als Institution scheint mir eher mehr und mehr überholt aber gut darüber lässt sich wirklich lange streiten…

Es ist nichts, was man großartig rumerzählt (höchstens bei einigen Klischee-Jugendlichen…)

Eben. Du erzählst es nicht herum aber es gibt genügend Sex-Portale im Internet, wo es ganz anders ist - und da sind mehr Leute angemeldet als FKTV Zuschauer hat. Und das Jugend-Klischee ist ja nicht umsonst eins.

…ein Kastensystem mit Prädestination für den Lebensweg wäre genauso undenkbar.

(Achtung ich werde etwas ironisch) Hartz IV Empfänger gebärt Hartz IV Empfänger gebärt Hartz IV Empfänger… so von wegen geringe Aufstiegschancen und so…

Dennoch lässt du sehr viele humoristische Ansichten des Buches außer Acht.

Ja, verdammt, weil das nicht das Thema ist.

Außerdem sehe ich in unserem Staat keine Zelebrierung von Henry Ford

Also diese ganze Religionssache (eben „Opium fürs Volk“) die fehlt bei uns tatsächlich. Alternative: SUPERSTARS! (man vergleiche zu F451)

…was an Fahrenheit 451 durchaus interessant ist - Mindesttempo beim Autofahren…

Habe ich tatsächlich garnicht auf dem Schirm gehabt, weil es im Film (habe ironischerweise das Buch nicht gelesen) nicht vorkommt. Aber tatsächlich sehr interessant in unserer immer schneller werdenden Gesellschaft - man nehme allein diese vermaledeite Bologna-Reform!

Ich treibe hier eine Diskussion, die unter die Oberfläche geht

Meine Idee war es eben, nicht das Beispiel der BNW auseinander zu nehmen sondern nur auf zentrale Aspekte der Dystopie einzugehen und sie mit der Realität zu vergleichen… :smt012

Der Staat verfügt über das Recht auf Leben?

Ja, ok da habe ich etwas überzogen bzw mich falsch ausgedrückt. Der Staat hat die Macht über das bzw des Lebens. Das soll jetzt nicht heissen, dass er uns hinrichtet wenn wir gegen ihn sind, so wie im Absolutismus, sondern, dass er uns AUFFORDERT lange zu leben und diejenigen bestraft, die dagegen sind. (Seltsam oder? Warum sollte man auch dafür sein nicht lange zu leben? Für diese Sache kann der Staat ja auch nichts - es ist NORM) Ein tolles Thema über das man auch noch sehr lange diskutieren kann - ich muss zugeben, dass diese Tatsache auch noch nicht so ganz verstanden habe. Aber naja… ich bitte um Kritik :mrgreen:

…dass der Staat ein riesiger Überwachungsstaat ist, der akribisch genau überwacht, ob alle auch gut arbeiten gehen und nicht blau machen etc. etc.

tze also… Na da sag mal nem „Mittelständler“ (Bezug zum Kastensystem hehe) das er Morgen zu Hause bleiben darf weil unser Staat, folglich sein Arbeitgeber, das toleriert und garantiert nicht überprüft, wenn er es ein paar mal öfter macht…

Und zu der Sache mit dem Überwachungstaat… ES IST NICHT NÖTIG permanent zu überwachen - Denn wir haben uns doch schon daran gewöhnt nicht zu klauen, zur Arbeit zu gehen, die Normen zu achten… Hier und da mal ne Kameraattrappe reicht aus. Streitthema.

(abgesehen vielleicht von der NPD, aber das ist doch eh ne Spaßpartei)

Wie bitte? :shock: Also ich sehe daran garnichts lustiges…

Tja, das mit dem neuen Perso sehe ich auch als sehr sehr falsch an und will ihn mir auch nicht anschaffen…

Das wirst du in ein paar Jährchen wohl müssen, wenn das Ding Standard geworden ist :frowning:

Der ÖR-Auftrag kommt manchmal eben doch noch durch. Und gerade dies unterscheidet uns massiv von Dystopien.

Und ich sage manchmal, aber nur manchmal (sing) …hat auch das öffentlich Rechtliche was dystopisches.

Achso, die Freiheit für den Menschen ist selbstverständlich nochmal ein weitaus umfassenderes Thema, dem ich hier in einem Post nie gerecht werden könnte; dazu ist er viel zu komplex und führt auch noch in die Thematik der Psychoanalyse ein, die man hier aber unmöglich vorraussetzen kann.

Auch ein schönes Topic! Darin könntest du mir auch mal erklären, was das genau mit der Psychoanalyse zu tun hat…

Man verzeihe mir diesen miesen Stil. (bitte!) Ich fühlte mich dazu veranlasst.
So - weiter gehts :mrgreen:

Mr. Morizon hat geschrieben:
Clockwork Orange habe ich auch gesehen und gelesen und bin da bereit, weitaus mehr Zugeständnisse an das Gesellschaftsbild zu machen, gebe aber zu bedenken, dass auch niemand heutzutage eine derartige psychische Umerziehungsmethode dulden wird. Von Leuten die zum Spaß ausrauben und Leute verprügeln haben wir zwar nicht allzu viele, ich gebe aber zu, dass dies bei uns auch vorkommen kann. Wer den Roman gelesen hat, der weiß aber auch, dass der Staat ein riesiger Überwachungsstaat ist, der akribisch genau überwacht, ob alle auch gut arbeiten gehen und nicht blau machen etc. etc.

CO liefert auch die dichteste Beschreibng an der Realität von allen Dystopien. Dass der Staat und auch Unternehmen (Facebook läßt grüßen!) einen immer größer werdenen Hunger auf unsere Daten hat ist offensichtlicht, wenn man sich z.B „ELENA“ anschaut (Datenbank zur Erfassung von ArbN-Daten mit vielen sensibelen Informationen). Dazu passt auch das der Bestseller in den USA „Battle Hymn of a Tiger Mother“, in dem eine Professorin ihre „Erziehungsmethoden“ beschreibt:

Damit kann man sowohl bei CO als auch am Beispiel sehen, dass es bestimmte Grenzen bzw. Extreme gibt, die der Mensch nicht überschreiten kann, wobei bei CO eher die Frage im Raum steht, ob der Mensch von Natur aus böse, sein kann. Dies ist aber ein anderes Thema.

Mr. Morizon hat geschrieben:
Erstens einmal ist dein Post ziemlich verwirrend. Zweitens: Dann untersuch diese Frage doch mal, wieso stellst du einfach nur Fragen in den Raum, willst aber selbst nicht antworten? Das hat etwas ziemlich vages und bleibt an der Oberfläche. Was bedeutet Freiheit für den Menschen? Selbstentfaltung die soweit gehen darf, wie man andere nicht verletzt oder in ihrer Selbstentfaltung beeinträchtigt. Haben wir das? Größtenteils ja, von der Manipulativität der Werbung vielleicht abgesehen, die ein billiges Schöhnheitsideal propagiert, aber jeder mit ein wenig Grips kann auch die Anstrengung absolvieren, selbst anzufangen zu denken und sich davon zu distanzieren. Wir haben hier nirgends irgendwelche Zwänge.
Und wo (abgesehen vielleicht von der NPD, aber das ist doch eh ne Spaßpartei) wird man hier denn rechtens aufgrund seiner Hautfarbe diskriminiert? Das ist gegen das Gesetz…also bevor man sich darüber beschwert erstmal Anzeige erstatten und von dir bitte einen Beweis für diese Behauptung.

Achso, die Freiheit für den Menschen ist selbstverständlich nochmal ein weitaus umfassenderes Thema, dem ich hier in einem Post nie gerecht werden könnte; dazu ist er viel zu komplex und führt auch noch in die Thematik der Psychoanalyse ein, die man hier aber unmöglich vorraussetzen kann.

Ich versuche mich lose an Popper zu orientieren, da die Probleme mit offenen Fragen beginnen und mit offenen Fragen enden. Freiheit ist meiner Meinung nach auf verschiedenen Eben zu betrachten, da diese unterschiedlichen Ebenen sich gegenseitig beeinflussen. Wenn es in einem Land zwar ökonomische Freiheit gibt, aber keine politische/soziale Freiheit, kann dies im Ergebniss zur individuellen ökonomischen Unfreiheit führen. Als Beispiel sei China erwähnt, da z.b. die Landbevölkerung in der Tradition deutscher Tagelöhner des 19. Jhr. schufften müssen. Ein konkretes Beispiel liefert der berühmte Ökonome Amartya Sen: Er wuchs in Indien auf uns musste als kleiner Junge einen schrecklichen Zwischenfall mit ansehen. Im Zuge der Spaltung Indiens mit der Gründung Pakistans und den Unruhen bzw. Bekämpfung zwischen Hindus und Moselms, suchte ein muslimischer Tagelöhner, der zuvor von radikalen Hindus schwer verletzt wurde, in dem Haus der Familie Sen Schutz. Zwar konnte der Vater das Opfer noch ins Krankenhaus fahren, verstarb aber dort. Er erzählte vorher noch, dass seine Frau in eindringlich bat, nicht in das hinduistische Viertel zu gehen, aber da sie Geld für Essen brauchten musste er gehen. Das heißt seine ökonomische Unfreiheit bezahlte er mit dem leben. Schlußendlich kann ökonomische Unfreiheit zur gesellschaftlichen Unfreiheit führen und vice versa, siehe Nordkorea.

Das Beispiel mit der Partei wäre in Deutschland so nicht möglich, man würde dann eher andere Gründe vorschieben. Ähnlich ist es ja dann auch bei Bewerbungen, wenn einem ArbG die Nase eines Bewerbers nicht gefällt. Damit will ich sagen, dass politische Partizipation sehr stark von anderen Rahmenbedingungen abhängt, die sich unmittelbar darauf auswirkt. Daher stehen diese Freiheiten immer in einem Abhängigkeitsverhätlnis uns sind notwendig für die Entfaltung des Menschen. Auch beim Schulwesen kann ich sehen, dass dieses zur politischen Unfreiheit führt. Wenn seriöse Studien wie die Iglu-Studie nachweisen, dass Kinder aus Akademiker-Haushalten eine signifikante höhere Chance auf bessere Bildung haben als Kinder aus Arbeiter-Haushalten, dann können erstere nicht nur über ein höheres Wissen, sondern auch über die Instrumente (Fähigkeiten wie kritisches Hinterfragen) zur gesellschaftlichen und persönlichen Gestaltung verfügen. Wie sollen die Kinder aus Arbeiter-Haushalten, denn da später politisch partizipieren?

Aber die Thematik Freiheit ist in der Tat ein sehr komplexes Thema und könnte locker in jeder beliebigen Promotionsarbeit analysiert werden.

@Promiskuität: Es gibt durchaus Leute, die nichts für Sex mit 2 oder mehr Personen nichts übrig haben. Ich fänds mal eine durchaus interessante Erfahrung, aber es gibt einige, die das nicht mögen werden. Und warum soll man das denen zum Vorwurf machen? Ich weiß jetzt nicht, wie das in deiner Umgebung ist, aber meine Umgebung ist in sexueller Hinsicht ziemlich akzeptant und hat kein Problem damit die Neigungen anderer zu akzeptieren. Andersrum stellt es doch auch für mich kein Problem dar, wenn jemand sagt, dass er Sex nur zu zweit mit einer Person vollziehen will, die er / sie liebt, was ist denn daran verurteilenswert?
Weiterhin führst du an, Promiskuität sei die Norm geworden. Ist sie allerdings nicht, ich kenne eine Menge Leute, die wunderbare, harmonische Beziehungen führen und nicht fremd gehen. Nach meinen moralischen Standarts und den, die mir vermittelt wurden, sei es durch Erziehung oder auch durch Medien, ist Promiskuität eher wenig angesehen.

@Tiefenhypnose im Kindesalter: Das Fernsehen ist durchaus manipulativ, ja. Aber es wird keiner gezwungen, das Kleinkind dem TV auszusetzen, im Gegenteil; ich wurde größtenteils ohne TV großgezogen und werde das bei meinen Kindern ähnlich machen; ich habe jüngst einen jungen Vater getroffen, der das ähnlich macht. Und auch hier in diesem Forum heisst es doch immer: TV als Kindermädchen? Nein danke. In einer Dystopie (v.A. in BNW) werden die Kinder dieser Hypnose doch zwanghaft und (viel schlimmer) im Schlaf ausgesetzt!

@Drogen: Na siehst du, der Staat verdient erheblich an den Drogen, das ist auch der einzige Grund, warum wir sie noch haben; allerdings sind Alkoholsucht wie Nikotinsucht als Krankheiten eingestuft und werden behandelt.

@Klassensystem: Nicht wirklich. In unserem Staat wird die Hartz IV Gemeinschaft z.B. sicher nicht damit zufrieden sein, was sie hat. Die meisten wollen Aufstiegschancen. In BNW ist ironischerweise gerade die Stabilität die Säule, die darauf basiert, dass die ganzen Deltas etc. gar nicht aufsteigen wollen, weil sie glücklich mit ihrem Leben sind!

Der Staat braucht nicht notwendigerweise die Ehe als Institution an sich, sondern eher als Gebärmaschine. Logisch, denn ein Staat will schließlich auch vorbestehen. Und mit der traditionellen Gemeinschaft der Ehe wird eben oft auch das zeugen einer Familie verbunden. Das die Ehe dafür nicht notwendig ist, ist selbstverständlich; es gibt auch Eltern, die nicht verheiratet sind. Insofern sind Ehen nicht zwanghaft notwendig, das stimmt. Viele Frauen die ich getroffen haben haben aber auch gesagt, dass sie später gerne heiraten möchten.

@Dein Kastensystem: Hmm, da musste ich schmunzeln, nicht allzu abstreitbar. Allerdings lässt du wieder einmal außer Acht, dass Kennzeichen einer Dystopie ist, dass dieser Aufstieg absolut nicht ermöglicht wird. Ich bestreite nicht, dass er sehr schwer ist. Aber er ist theoretisch möglich (und auch erwünscht, da ein arbeitsloser Bevölkerungsteil meist unzufrieden ist).

@Superstars: Stimmt, Superstars sind heutzutage absolut overhyped. Aktuell diese Riesentrauergeschichte um „Sexy Cora“ (wenn ich mich recht erinnere :smt017 ). Da ist eine Frau aufgrund einer nicht notwendigen Brust-OP gestorben. Jeden Tag sterben sehr viel mehr Leute in Afrika, deren Tode auch besser umgangen hätten können, da lässt mich diese Frau ziemlich kalt…die Zelebrierung von Henry Ford als Person war aber eher auch als kleine ironische Anmerkung gemeint :stuck_out_tongue: Wenn man aber beachtet, dass Henry Ford für die Industrialisierung und die Moderne steht, heutzutage in intellektuellen Kreisen jedoch eher die Postmoderne Einzug findet, lässt sich ein weiterer Zug unserer Gesellschaft konkretisieren: Kritik an den Idealen der Leistung, Disziplin etc.

Zentrale Aspekte einer Dystopie mit unserer Gesellschaft vergleichen: Ja, mache ich doch auch, anhand der in den Büchern geschilderten Dystopien. Aber auch generell ist unsere Gesellschaft eher weniger dystopisch. Gewisse Charakterzüge wie weichspülende Medien sind tatsächlich vorhanden. Andererseits ist unsere Jugend auch durchaus politisch engagiert, man beachte die Castor-Proteste etc. … Lässt sich natürlich nicht auf alle übertragen, aber ich kenne einige, die sich da engagieren.
Zähl doch bitte (damit wir nicht so viel haben auf das wir immer gegenseitig eingehen müssen, das wird so verworren :D) auf, welche Merkmale einer Dystopie du in unserer Gesellschaft durchgedrückt siehst.

Ich weiß nicht, hast du A clockwork orange gelesen? Da hatte es nichts mit Normen zu tun, da wurde verfolgt, ob du gerade wirklich zu Hause bist, was du machst, etc.; das wurde in der Buchfassung eben deutlicher als in dem Film (den ich absolut vergöttere; Gott, Kubrick ist ein Ass). Überwachung ist übrigens nicht nur ein Halten an Normen wie arbeiten und Einhalten der Gesetze. Überwachung bedeutet, wichtige und intime persöhnliche Daten über dich zu haben. Zu wissen, was du wann wo machst. Zu wissen, ob du derzeit zuhause bist. Zu wissen, auf welchen Internetseiten du surfst, was deine politische Einstellung ist etc. etc.

Die NPD als Spaßpartei war auch eher ironisch gemeint, wenn du aus meinen Beiträgen noch nicht herauslesen konntest, dass ich politisch links bin - hier nochmal explizit ;D

@ÖR - Klar hat das manchmal etwas dystopisches. Aber wer einmal auf arte Tracks gesehen hat und wie dort Subkulturen gefeiert werden, der weiß, dass es auch anders geht.

Generell: Unsere Gesellschaft ist kein homogener Leviathan, er ist kein Monster. Wir sind eine heterogene Gemeinschaft aus Individuen, alle selbst für ihr Handeln und Denken verantwortlich.

Um die Psychoanalyse ganz kurz anzureißen: Beispielsweise in der Traumapsychoanalyse erkennt man sehr schön, wie Kindheitserlebnise einen beeinflussen können. Das Über-Ich und das Es beeinflussen uns permanent - sind wir da frei? Wir sind ständig hin und hergerissen zwischen Eros und Thanatos, können wir da absolut frei sein in unserem Handeln?

Jetzt macht die Diskussion allmählich Spaß :slight_smile:

Edit:

@Katate: Stimmt, ELENA ist ein einziges Verbrechen gegen die Freiheit, aber glücklicherweise gibt es da auch schon Initiativen gegen, ich kann nur hoffen, dass sich das durchsetzt. Auch Facebook ist grässlich und eine einzige Datenkrake (ebenso wie Google), da macht es denke ich aber auch einen gewissen Unterschied, ob sie deine Daten haben wollen, um dir Sachen zu verkaufen und damit Gewinn zu machen, oder ob sie dich (wie in einer Dystopie) kontrollieren wollen und ggf. aus dem Verkehr ziehen wollen. Ich möchte allerdings beides nicht…

@Gesellschaftliche Chancen: Stimmt, unser Schulsystem ist marode und absolut generalüberholungsbedürftig. Erst neulich musste ich sehen, dass in meiner alten Schule die kreativ bemalten Säulen im Forum übermalt wurden, nur um Leitmotive da drauf zu schreiben. Das ironischte war auf einer Säule, auf der vorher ein sehr hübscher Drache drauf war, prangte nun auf schlichtem blauen untergrund die Lettern „Kreativität“. Hatte etwas von Pop-Art, aber die Säulen „Leistung“ „Würde“ „Werte“ etc. riefen in mir eher Wut vor…dass so etwas verbohrtes noch geht -.-
Unser Schulsystem muss wirklich gnadenlos umstrukturiert werden wie ich finde.

Dass die Schüler schon nach der vierten Klasse umsortiert werden geht gar nicht, ich plädiere wieder für eine Einheitsstufe bis mindestens zur 6. Klasse. Außerdem kleinere Klassen etc. nach finnischem Vorbild. Außerdem eine generell andere Erziehungsmethode, Ermunterung zur Kreativität usw. usw., das vermisse ich in unserem Bildungssystem erheblich, wo nur Wert darauf gelegt wird, dass man später gut arbeitet. Erziehen zum Leben, nicht erziehen zum Arbeiten.
Allerdings muss ich auch eingestehen, dass ich kein Psychologe / Pädagoge / was immer hierfür spezialisiert ist bin, insofern kann ich keine sicheren Aussagen dazu treffen, dass Akademikerkinder meist bessere Chancen haben. Das kann an Ernährung liegen, das kann an Bildungsvermittlung liegen, das kann an Erziehung liegen, das kann an Umgebung liegen, das kann an Prosperietät liegen…ich möchte mich da nich spezialisieren, aber ich denke, das sollte in der Tat aufgebrochen werden.

mhh also gut, wenn du verstanden hast, dass ich hier keine Dystopien gleichstellen wollte, sondern naja… “Fehlentwicklungen” in der Gesellschaft mit diesen Vergleichen wollte - die Anführungszeichen jetzt insbesondere deshalb, weil ich auf die Sexualität eingegangen bin, wo sich die Geister scheiden… Ja dann bin ich schon mal zufrieden. Aber nochmals, es geht nicht darum, dass es schlecht ist, dass Leute gerne Sex mit anderen Leuten haben wollen und seien es noch so viele… Es ging mir mehr darum wie die Sexualität ein Instrument der (Staats-)Macht wird! In der BNW wird dadurch nämlich auch eine Art der Kontrolle deutlich. Oberflächlich dadurch, dass die Leute ehm… befriedigt sind (g). Aber auch auf einer anderen Ebene - die Leute reproduzieren sich ja nicht mehr selbst - sie werden gezüchtet. (Achtung jetzt kommt wieder Realität) Und so ist es in den letzten Jahrhunderten auch immer weiter in Richtung vermeintlicher sexueller Freiheit hin zu einer sich selbst regulierenden Sexualität gekommen. Die virtuelle Spitze des Eisbergs soll nun mal BNW darstellen. Und wir befinden uns am Basislager wo es die “Prüden” und “Perversen” und irgendwelche Leute dazwischen gibt. Man nehme nun an man wollte das Bevölkerungswachstum mal so richtig ankurbeln - Es ist kein Problem für die Politik über die Medien einen genrellen Aufruf zum Ficken zu starten (grob gesagt). Denn das ist allgemein anerkannt - die Politik guckt in die Schlafzimmer und kann sie beherrschen. Man denke nur an die zig “[Name einfügen]18”-Portale im Internet - jeder gibt Daten über seine Sexualität preis, oder man nehme den “großen Pro7 Sexreport”. Wir können nämlich keine Babies klonen - wir müssen noch selbst vögeln. Aber dennoch nutzt die Politik den Sex/Sexualität instrumental aus.
Sorry… zu viel Foucault gelesen ^^

Oh mann ich weiss nicht ob ich das nun schon so weiter geben sollte, aber ja so in etwa ist es wohl…
sorry das ich nun nicht mehr auf deine anderen textlichen Mühen eingehe… ich bin müde und will ins Bett…

Achtung, es folgt ein tendenzieoll unstrukturierter Post, dessen ‚subjektiv-intellektueller‘ (ich liebe diese sinnschwangere Wortschöpfung :ugly ) content u. U. noch nicht ausreichend verifiziert ist ~

Tja, das mit dem neuen Perso sehe ich auch als sehr sehr falsch an und will ihn mir auch nicht anschaffen..

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Das wirst du in ein paar Jährchen wohl müssen, wenn das Ding Standard geworden ist :frowning:

Mm naja, ich bin gerade dabei mir einen neuen Perso anzuschaffen, habe letzens mein „Verbrecherfoto“ machen ‚dürfen‘… Und Fingerabdrücke abgeben (früher nur- wie jedes Kind weiß- bei mutmaßichen Kriminellen abgenommen) ist ebenfalls Pflicht.

„Und was ist wenn ich meine Fingerabdrücke nich abgeben möchte?“ - „Dann bekommen Sie keinen Ausweis.“ (->Ausweispflicht)
Na danke & kotz (so much)…

Was die „Fickerei“ angeht (sry ich bin ebenfalls müde und muss schlafen :oops: ) … habe ich doch arg das Gefühl dass zwar von der medialen Öffentlichkeit eine fragwürdige Freizügigkeit gefö(o)rdert wird, wird sie doch zeitglich meiner Meinung nach auch realitätsvrerzerrend gehyped (i-wie typisch Medien halt)…

Ich sehe ebenfalls noch Liebe und die Existenz von Zwischenmenschlichkeit… allerdings könnte es schon definitiv mehr sein, (>war es früher denn wahrlich besser, in einer geistig weitaus unfreieren Welt?) es lebt sich halt oftmals viel isolierter was unsere Natur wiederspricht ~Unglück… :frowning:

Die sexuelle Aufklärung an sich ist ja unglaublich zu begrüßen (bei meiner Oma noch wurde damals in ihrer Ehe über die gemeinsame Sexualität NICHT gesprochen, man stelle sich vor…) nur was eben in dieser medialen Öffentlichkeit aus etlichen Gründen (welche ich angemessen anzuschneiden ich mich gerade nicht gewachsen fühle) draus geworden ist, kann man oft genug nur mit dem Etiquett „ekelhaft und traurig“ versehen…
(Das ist mal wieder typisch- die wertvolle Information von Sexy Coras Tod, welcher ich mich bis auf die Minute erfolgreich entziehen konnte ereilt mich letzendlich doch noch- im FernsehkritikTV Forum :mrgreen: )

Ich finde die überspitzen Zustände wie sie Dystopien zeichnen sind selbstverständlich in dieser Form noch nicht Realität, es lassen sich aber definitiv Tendenzen ausmachen, in diesem Punkt hat der TE Recht. (und Mr.Morizon muss ich in vielen Punkten ebenfalls beipflichten-> Dies ist kein Wiederspruch, da mir auffällt das ihr -wenn überhaupt- um relative Feinheiten ringt :wink: …)

Die Frage ist…inwieweit diese [-]creepy[/-] Entwicklungen umzulenken sind… Da die Realität unglaublich komplex, und sich die Gegenwart jede Sekunde neu definiert…

(Man, ich will endlich effektiv mehr tun können als mich dem Müll nur so gut wies geht zu entziehen :smt022

Und auch ich schließe mit einer Bitte um Absolution auch in Hinblick auf meinen rezidivierenden Schlafmangel… Suche ich trozdem die Kommunikation mit anderen Menschen wie es meiner ureigenen Natur entspricht…und im Zeitalter des http://www’s…. muss ich euch leider meine Postings antun :mrgreen: …I am so sorry, colleagues.)

Ich gebe zu bedenken: Diese ganzen Sexportale sind von wirtschaftlichen Interessen geprägt, davon kriegt der Staat nichst mit.

Außerdem: Unser demographischer Wandel ist für den Hintern, wenn der Staat es irgendwie hinkriegen würde, dass wir mehr Kinder haben, glaube mir, er würde es sofort machen. Die Nazis haben das Mutterkreuz verliehen, bei uns gibt es Kindergeld, Familienzuschlag, Steuervergünstigungen und so weiter! Der Staat sieht dich wesentlich lieber als Vater / Mutter denn als alleinstehenden Menschen! Und sowohl die Nazis wie auch unsere Regierung scheiterten doch total daran (Ich will die Nazis nicht verherrlichen, mir ist klar dass die die neugezüchteten Lausbuben anner Front verbrennen wollten).
Nochmal: Pro7 ist nicht der Staat. Da ginge ich schon eher mit dir mit wenn etwas derartiges auf der ard liefe - tut es aber nicht. Pro7 ist Wirtschaft, nicht Staat, vermeng das bitte nicht!

Außerdem wären dann Abtreibungen vieel viel schwerer zu erreichen, meinst du nicht? Der Staat lässt uns hier ja immer noch die Wahl, was wir machen (obwohl wir am besten alle ganz viele kleine CDU-Wähler produzieren sollten, wenns nach denen geht), nur ist das Problem, dass dadurch dann halt immer weiter die Rentenbeiträge erhöht werden, damit unser Rentensystem (Ein Schneeballsystem, das in der freien Wirtschaft verboten ist - ich liebe das einfach immer wieder :ugly ) weiterhin noch grad so funktioniert.

Also: Die Wirtschaft hat bedeutende Interessen daran, einen Urtrieb des Menschen aufzugreifen und profitorientiert dir zu verkaufen. Das machen sie aber auch mit Essen und Toiletten :wink: Ich finde diese Fremdgehportale auch nicht grade toll, aber sie stellen ja keine Gefahr dar und sind auch nicht im mindesten staatlich kontrolliert.

@Susieue:
Njörp, mir grauts schon vor 2012 wenn ich meinen neuen Ausweis beantragen muss…

Junge junge, heut nacht wars ja hier ganz schön erotisch, all diese kleinen Gesprächchen hier :mrgreen:
Klar, unsere Gesellschaft ist heutzutage in vielen Belangen schon mal auf den kleinen Fick für zwischendurch aus. Ich gebe allerdings zu bedenken, dass bereits früher schon Adelige oder Reiche beispielsweise ihre kleinen Konkubinen hatten (die das auch mal nicht freiwillig taten). Heute basiert das halt eben meist auf Gegenseitigkeit.

Es gibt aber eben auch noch genügend Menschen, die damit nichts anfangen können; ich z.B. kann Sex außerhalb einer Beziehung und ohne Liebe überhaupt nichts abgewinnen…was die BILD natürlich daraus macht, ist auch wieder ne andere Schublade, aber wie ich immer sage: Ich kann Terror nichts abgewinnen, aber die RAF wusste genau was sie tat, als sie den Axel Springer Konzern in die Luft jagen wollte…

Sexuelle Aufklärung ist selbstverständlich (genau wie die generelle Aufklärung) absolut zu begrüßen, aber sie steht ja auch absolut nicht in Kontakt mit Promiskuität, man kann nur endlich tabulos darüber reden, was sehr wichtig ist.

In unserer Welt würde ich sagen ist es tatsächlich so, dass Zwischenmenschlichkeit ein wenig zurückgegangen ist. Aber es liegt an uns, das wieder aufzurichten. Ich denke einen Großteil der Verantwortung daran trägt das weit verbreitete leistungs- und profitorientierte Denken, von dem man sich endlich loslösen muss und die Menschen nicht als potentielle Brieftaschen betrachtet sondern als Menschen. Und da kenne ich kleine Betriebe, bei denen das durchaus noch der Fall ist. Die besuch ich dann auch viel lieber als solche Großhandel.

@Susi: Gut, dass du mir noch recht gegeben hast, haste doch noch deinen Arsch gerettet :mrgreen:

Generell zu Dystopien: Dystopien sind dazu da, uns wachzurütteln und ein absolut gräßliches Szenario zu zeichnen, an dem wir natürlich so schnell nicht rankommen; Dystopien sind dazu da, uns zu zeigen, was passiert, wenn wir nicht aufpassen. Und genau deshalb sind wir zwar noch lange nicht bei einer Dystopie, aber Sachen wie ELENA und der neue Perso machen einem dennoch Angst…