doku über Loveperademassenpanik

heute am 12.7. kommt auf ZDF eine doku über die Massenpanik bei der Loveparade. Manchmal machen die ja auch gute Dokus. Ich denke es wird nicht zu reißerisch und nach allem was bisher rauskam kann man da nicht viel falschmachen, denke ich. Wenn es nicht gut wird wäre es wert erwähnt zu werden und wenns gut wird auch, man kan ja auch mal was positives berichten.

Um die Informationen mal ein wenig zu komplettieren:

ZDF, 20:15 Uhr
An einem Tag in Duisburg - Todesfalle Loveparade

Die Sendung wird morgen, 13.07. um 0:35 Uhr wiederholt.

Einen Trailer gibt es auch - ich kann ihn nur leider gerade wegen technischer Probleme (sagt zumindest die ZDF-Mediathek) nicht sehen.

In der Vorschau war irgendwas von “Dokufiction” zu hören. Was davon ist denn nun echt und was nicht??

Hm, diese “x Monate bis zur Loveparade” sind auf jeden Fall gespielt.
Und nach dem, was man heute so weiß, kommt es mir nicht besonders realitätsnah vor. (Mir fehlt da leider die Zuordnung der einzelnen Beteiligten, kann auch richtig sein. Wer war z.B. der Mensch bei der Ortsbesichtigung, der so nachhakte oder der Dicke bei der Besprechung am Lageplan?)
Ich glaube, ich werde mir die Doku anschauen und außerdem OTR darauf programmieren.

Das höhrt sich also so an als hätte “1000 Wege um ins Grass zu beissen” ein Special gemacht. :ugly

Den Trailer gibts auch auf YT

http://www.youtube.com/watch?v=4J06omjh … ture=feedu

Man sehe sich die Bewertung an…

ZDF goes RTL

Schau mir grade den Teil in der Mediathek an.
Was für ein Bullshit. Es wäre spannend gewesen nur die Fakten zu hören um sich selbst ne Meinung zu bilden. Stattdessen bekommt man ne Dokusoap über ein reales Ereignis mit realen Zeugenaussagen und dazwischen fi©ktionaler Scheißdreck der so überladen und so trivial wirkt das man jeglichen Respekt vor dem schlimmen Ereignis verliert.

Entweder es ist Mitten im Leben im ÖR oder eine absolut nichtige Dokumentation die zwar Fakten erwähnt diese aber nicht mit Dokumenten belegt, sondern minderschwerem minderbemitteltendem Schauspiel- das so pathetisch und theatrisch ist, das man sich Fragen muss was in den Köpfen der Produzenten und Regisseure vorgegangen ist.
Zuviel gekifft? Zu wenig gekifft?
Fuck…

Was für eine Verwässung der Information. Selbst ein Gedicht von Anthony Anaxgorou hat mit 5 Minuten Laufzeit mehr information als ne halbe Stunde von dem Dreck.

Wo bleibt der Respekt für die Opfer? Ist man wohl deswegen auf Laienschauspiel aus der Grundschulklasse zurückgegangen?

Will abschalten… Kann nicht… ZDF Brainbug… hat … Gehirn… WWWWWWWWWWWUUUUUUUUUAAAAAAAAAGGGGGHHHHHH

sorry die erste minute reicht mir.
“warste schön abtanzen da unten HÖHÖÖHÖ”

was ein hirnverfetteter humor.entsetzlich.
schon die stimme von dem sprecher der erklärung am anfang vorliest,dass vieles fiktional sei hört sich an wie ein sprecher einer mega-bagger reportage auf rtl 2.
kann jumbo den hamburger aufessen?

Ich hab mir das Ganze im TV angeguckt und dachte echt ich werde hier gerade veräppelt. Jedes Mal wenn eine original Aufnahme kam und die Betroffenen interviewt wurden, wurde alles wieder durch dieses nervige fiktionale Kasperletheater unterbrochen. Alles im allen eine uninformative Doku, die mich nicht berührt hat, schade.
Und sie haben schon die nächste Dokufiction angekündigt: Über das Bergwerkunglück von Chile, na dann Prost :smt021

wenn ich schon lese “ZDF startet Doku-Fiction-Reihe…” kommt mir das Essen von Heiligabend 1974 hoch!
Was ist Doku Fiktion? was soll sowas?

Na ja, wenn man bedenkt für welch “Leckerbissen” die Produktionsfirma noch verantwortlich ist
http://de.wikipedia.org/wiki/Eyeworks
:roll:

Der Unfug endete im Quotendesaster.

http://www.dwdl.de/zahlenzentrale/31991 … kufiction/

Die nächsten Folgen beschäftigen sich mit den tiefergelegten Kumpels in Chile und dem afghanischen Remake der besten Szene aus Bullitt

http://www.fernsehserien.de/index.php?s … 80&seite=8

Ich hab’s mir nicht angetan, da mich die Loveparade nicht die Bohne kratzt. Aber der Begriff “Dokufiction” ist ein Oxymoron. “Pseudoauthentizität” bekomme ich jeden Nachmittag bei RTL.

Stattdessen bekommt man ne Dokusoap über ein reales Ereignis mit realen Zeugenaussagen und dazwischen fi(c)ktionaler Scheißdreck der so überladen und so trivial wirkt das man jeglichen Respekt vor dem schlimmen Ereignis verliert.

Vollkommen klar. Die Leistung der Schauspieler als auch die Dialoge wurde dem Ereignis wirklich nicht gerecht.
Trotzdem halte ich die Art der Doku nicht zwingend für unseriös. Das Dokudrama „Eichmanns Ende“ wechselt ebenfalls zwischen Zeitzeugeninterviews und Spielfilmszenen. Skandal?

Trotzdem halte ich die Art der Doku nicht zwingend für unseriös.

Seh ich auch so! Breloers Doku-Fiction oder Doku-Drama über die RAF fand ich z.B. sehr gelungen.
„Speer und Er“ hingegen: Nazi-Kitsch…

Heinrich Breloer (* 17. Februar 1942 in Gelsenkirchen) ist ein deutscher Autor und Filmregisseur. Breloer konzipierte maßgeblich das Film-Genre Doku-Drama, damit behandelte er in einer Verbindung von Spielfilm und Dokumentarfilm vor allem Themen zur neueren deutschen Geschichte und wurde dafür vielfach ausgezeichnet.
(WIKI)

Eichmanns Ende und Speer und Er hatten allerdings nichts mit Fiction zu tun! Fast alle Dialoge mit Eichmann stammen aus dem den Original Protokollen. Außerdem werden hier Tatsachen Filmgerecht umgesetzt und es wird nicht spekuliert was hätte sein können oder was wäre wenn…

Eichmanns Ende und Speer und Er hatten allerdings nichts mit Fiction zu tun!

Speer und Er ist ein dreiteiliges deutsches Doku-Drama.

Eichmanns Ende – Liebe, Verrat, Tod ist ein deutsches TV-Dokudrama von Raymond Ley aus dem Jahr 2010.

Das Doku-Drama ist ein Filmgenre, das hauptsächlich im Fernsehen Anwendung findet. Es ist eine besondere Form der Dokufiktion.

@Grimaldi
Ich erklär es dir mal so, dass du es leichter kapierst:
Die Inszenierung von Originalprotokolen verhält sich zu den Originalprotokolen wie onanieren zu richtigem Sex. :mrgreen:

es wird nicht spekuliert was hätte sein können oder was wäre wenn

apropos „es wird nicht spekuliert“. Da erinnerst du mich daran, dass mir bei der Love-Parade Doku-Fiction was aufgefallen war, und zwar die Szene gegen Ende, in dem in einer inszenierten Szene OB Sauerland und sein Adjutant die Rede von H.Kraft bei der Trauerfeier im Fernsehen anschauen.
Würde gern wissen, ob das eine komplett ausgedachte Szene ist oder recherchiert wurde, denn, wenn ersteres zutreffe, wird Sauerland unterstellt, dass ihn die Trauerfeier emotional kalt gelassen hat, da sein „wie können wir unsere Haut retten“-Dialog mit der gefühlsbetonten Rede der Kraft in Kontrast gesetzt wird.

Ob man nun Sauerlands Entscheidungen nach der Katastrophe verurteilt oder nicht, die Macher der Doku haben ihn schon zum hauptsächlichen Schuldigen abgestempelt.

Die Einleitung war schon abschreckend, die Spielszenen wirkten billig und überflüssig. Wären die Interviews nicht gewesen, hätte ich fast geglaubt eine Seifenoper zu sehen. Nichts gegen nachgespielte Ereignisse, es gibt Dokus, in denen das ganz gut gemacht worden ist, auch wenn man natürlich immer hinterfragen muß, was sich davon tatsächlich so abgespielt hat. Hier fand ich sie allerdings ärgerlich, vor allem weil der Rest eigentlich recht interessant war.

Doku-Fiction ist etwas, was meiner Meinung nicht geben sollte. Beides schließt sich schon gegenseitig aus, eine erdachte Geschichte sollte nicht in eine Dokumentation eingearbeitet werden. Im Grunde ist das doch eine Verarsche am Zuschauer, denn durch die dokumentarischen Einspielungen gibt man der erdachten Geschichte eine Bedeutung, die nicht haltbar ist.

Warum macht man sowas? Ist eine Dokumentation für den Zuschauer schon zu anstrengend geworden? Muss alles in eine Unterhaltungsform gezwängt werden.

Was ich auch sehr unglücklich an der Sendung finde, ist die aufgezwängte Schuldfrage. Sicherlich war es für die Angehörige ein sehr trauriger Tag und aus irgend einen Grund suchen sie einen Schuldigen, vermutlich um damit abzuschließen.
Aber egal wer jetzt schuldig ist, von keinem dieser Personen (ob Veranstalter, Amt oder Polizei) kann oder darf man verlangen dass er die Verantwortung übernimmt, ohne das es endgültig geklärt ist. Wenn es die Angehörigen machen verstehe ich es ja noch, wenn es aber eine Fernsehsendung macht, dann ist das schon ein sehr tiefen Niveau.

Warum macht man sowas? Ist eine Dokumentation für den Zuschauer schon zu anstrengend geworden? Muss alles in eine Unterhaltungsform gezwängt werden.

Das ist eine gute Frage. Es ist jedenfalls ein Trend, der leider immer beliebter zu werden scheint. Es ist offenbar eine bequeme Lösung, ich befürchte aber, daß das auf lange Sicht die Wahrnehmung des Zuschauers verzerren, Sehgewohnheiten beeinflussen und zu einer gewissen Oberflächlichkeit führen könnte. Es erspart einem die Mühe, sich anhand einer Vielzahl unterschiedlicher Informationen und Quellen ein eigenes Bild von historischen Ereignissen zu machen. Per Spielszene bekommt man praktisch etwas bereits vorgekaut. Mich stört das oft. Ich bevorzuge Dokus, in denen keine nachgestellten oder fiktionalen Spielszenen enthalten bzw. in denen diese auf das notwendige Maß beschränkt sind. Ausnahme: „Terra X“. Da finde ich die Spielfilmelemente interessant, aber das ist auch ein etwas anderes Konzept.

Was ich auch sehr unglücklich an der Sendung finde, ist die aufgezwängte Schuldfrage.

Die Schuldfrage ist keine künstlich stimulierte Erfindung der Sendung.
Wie bei fast jedem tragischen Ereignis hat sich auch bei der Loveparade die Warum- und Schuldfrage unmittelbar nach der Katastrohe gestellt und zwar in den Medien und vorallem bei der Duisburger Bevölkerung. Zurecht wie ich in diesem Fall finde. Würde man diese Frage nicht stellen müsste man davon ausgehen, dass 21 Tote das Ergebnis einer Verkettung von nicht vorhersehbaren Zufällen ist. Der aktuelle Status der Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Duisburg widerspricht dem Zufall als Ursache sehr deutlich.

Was ich auch sehr unglücklich an der Sendung finde, ist die aufgezwängte Schuldfrage.

Der Oberbürgermeister hat doch letzte Woche gesagt, dass er „moralisch schuldig“ ist, aber nicht rechtlich. Da frage ich mich doch in welchem Land wir leben wenn man „moralisch schuldig“ sein kann unser Rechtssystem aber nicht von dieser Moral geprägt ist. Von was sollte ein Rechtssystem denn sonst geprägt sein?

Sicherlich war es für die Angehörige ein sehr trauriger Tag und aus irgend einen Grund suchen sie einen Schuldigen, vermutlich um damit abzuschließen.

Die Angehörigen suchen wohl deshalb einen Schuldigen bzw. die Schuldigen weil diese verantwortlich dafür sind das ihre Kinder tot sind. Das ist nicht „irgendein Grund“ sonder DER Grund überhaupt…