Die Story im Ersten - Albtraum Brexit (ARD)

Hallo

Ich beziehe mich auf die Sendung vom 06.06.2016.

Um Minute 21 wird ein Mann namens Savvas Savouri interviewt, der meines Erachtens (bevor er vom Übersetzer übertönt wird) sagt: We love watching - was übersetzt bedeuten würde: Wir lieben/mögen es zu beobachten.
Der Übersetzer sagt allerdings: Wir lieben Durcheinander. Auch an anderen Stellen des Interviews fällt meiner Meinung nach auf, dass direkter hätte übersetzt wären können (und weniger gefärbt).

Auch ansonsten wirkt das Interview durch den Übersetzer sehr… einseitig. Der Interviewpartner wirkt sehr überheblich - durch die Worte die der Übersetzer benutzt und von denen man nur teilweise überprüfen kann, ob sie denn so auch wirklich gesagt wurden.
Einleitungen die der Interviewpartner benutzt wie “The problem is…” werden komplett weggelassen. Auch die Zwischentöne sind sehr gefärbt - nach meinem Empfinden.

Leider konnte ich das Interview bisher nicht ohne deutschen Übersetzer finden, sonst wäre es leichter direkt zu überprüfen.
Aber vielleicht ist es ja interessant.

Lg

Er könnte so etwas gesagt haben wie: “Wir lieben es Chaos zu beobachten.” und der Übersetzer hat das Wort beobachten für entbehrlich gehalten.

Mir ist schon öfter aufgefallen, dass solche Übersetzung häufig recht frei sind, und tendenziell verkürzt.

Vielleicht ist es möglich, das Originalinterview oder ein Transkript beim ARD anzufordern?

Die ganze Story kam mir etwas Contra-Brexit gefärbt vor.

Zb. wurde eine runtergekommene Stadt gezeigt, wo mit EU-Fördermitteln ein Turm(?) saniert wurde, um Touristen anzuziehen.
Nach einem Brexit würde es solches Geld ja nicht mehr geben, hieß es. Nun von der EU wohl nicht mehr, aber es wurde nicht gesagt, wieviel die EU an GB bezahlt und wieviel GB in die einzahlt. Insgesamt ist das Argument, dass man nur mit EU Subventionen leben kann doch bizarr. Als ob GB selbst keine handlungsfähige Regierung hätte und nur die EU das Land am leben erhalten kann.

Dann wurde eine Frau mit Staubsauger gezeigt, die sich über die Reglung zur geringen Watt-Zahl der neuen Staubsauger besorgt äusserte, mit dem Argument, sie müsse dann mehr saugen, wenn die Geräte nicht mehr die gleiche Leistung hätten. Aha. Da wurde wohl bewusst ein lächerliches Pro-Brexit Argument gewählt, um die Verfächter des Brexit als dumme Hill-Billys da stehen zu lassen.
Wieso nicht gleich die Glühbirne?

Dann wurde gesagt, dass in der “City” in London, wo der große Handel an der Börse betrieben wird, 300.000 Leute arbeiten und bei einem Brexit die alle Angst hätten und keiner mehr einreisen könnte etc. Der Sinn von Grenzkontrollen ist es zu filtern, wer rein darf und wer nicht. Leute die hochqaulifizierte Jobs in der Finanzbranche haben, werden natürlich weiter einreisen dürfen. Für wie doof halten die die Briten?
War das vielleicht ein Seitenhieb auf die Leute, die auch in der Flüchtlingskrise in Deutschland nach Grenzkontrollen rufen? Kann man nicht mal ne Reportage übers Ausland sehen, ohne eine gefärbte Meinung zur Innenpolitik serviert zu bekommen?

Interessant war der Teil ,den hier KaraFee anspricht. Erst wurde gesagt, dass es Chaos geben könnte und der Euro-Handel nach Frankfurt, Paris etc. abwandern könnte, und dann kamen die Hedgefondsmanager, und die betrachteten das lustigerweise eher differenziert und das war natürlich sofort böse und kapitalistisch.

Er könnte so etwas gesagt haben wie: „Wir lieben es Chaos zu beobachten.“

Das wird es eher nicht sein.
Er sagt recht deutlich „We love watching…“ dann kommt eine lange Pause und dann setzt das „Übersprechen“ ein.

Das wirkt tatsächlich merkwürdig und das was er während der Übersetzung sagt ist wirklich nicht verständlich.

Hat jemand viel Zeit udn gute Ohren? ^^

Edit: Hier im übrigen ein Link.

Moin nochmal ^^.
Mir sind da die selben Aspekte aufgestoßen wie egon shelby - beispielsweise wird auch ein älterer Herr befragt (der Pro Brexit ist), der als Grund anführt, dass er Angela Merkel zu diktatorisch findet und dem es nicht gefällt das Deutschland “wieder aufsteigt” - weil er genug von denen im (zweiten Welt-) Krieg hatte (Übersetzer und Original sind hier schwer auseinander zu halten, da der Übersetzer das Original übertönt). Eine Dame (scheinbar auf der selben Veranstaltung) wird gezeigt, die ein Bild des aktuellen Premier umgedreht an die Wand stellt (er sei Platzverschwendung).

Niemand bestreitet, dass es solche Leute gibt, denke ich - aber ich finde die Auswahl der Befragten schon sehr einseitig um eine Meinung beim Zuschauer zu bilden.

Zusatz: Das nächste Wort nach der Pause könnte future sein - aber meine Ohren sind da nicht gut genug um das zu filtern.

Das läuft übrigens in Großbritannien noch tendenziöser ab.
Die BBC stellt sich durch Gästeauswahl und deren Häufigkeit IMHO auf die Seite der Brexit-Befürworter.

@ Skafdir: Danke für den Link.

Ich höre: “We love watching confusion”. Also ist die Übersetzung korrekt.

Ich höre auch “We love watching confusion because confusion means …”

Off-topic: Die Sprechweise der Off-Sprecherin in dem genannten Beitrag ist so grau-en-haft; das hört sich an wie billigste Sex-Werbung. Anfangssilben immer ultrahoch und gehaucht, Schlusssilben immer ultratief mit Nachdruck gesprochen. Ich finde diese Intonation unerträglich. Ich glaube, das spricht diese – google google – Synchronsprecherin Claudia Urbschat-Mingues. Die spricht neuerdings auch die Tagesschau-Intros. Da spricht sie auch so gekünstelt. Ich erinnere mich noch: Die Tagesschau-Produzenten wollten eine “Flugbegleiterinnen-Stimme, so eine Mischung aus seriös und sexy”. Das klang in den ersten Wochen extremst schauderhaft (telefonsexartig). Inzwischen haben sie es gemerkt und neu aufgenommen, mit etwas weniger Verkünstelei; jetzt klingt es nur noch ein bisschen schauderhaft. Hömma: https://youtu.be/klyeRqk56dQ