Interessant. In welchem Bundesland bist du denn zur Schule gegangen und was für eine Schule war das? Also, ich kann das von meiner ehemaligen Schule, einem Gymnasium in Nordrhein-Westfalen, nämlich absolut nicht bestätigen. Wenn das so stimmt, wie du es sagst, dann kommt der Religionsunterricht, den du erlebst meiner Idealvorstellung von Religionsunterricht ja schon relativ nah. Ich musste aber leider mein Wissen über die Religionen anderer Erdteile fast vollständig autodidaktisch erwerben…
Egotheismus ist mir übrigens auch sehr sympathisch.
Absolut richtig. Nur sehr wenige Leute konvertieren. Und das würde sich durch religionsübergreifenden Unterricht wahrscheinlich auch nicht radikal ändern. Wenn ich dich richtig verstanden habe, kritisierst du an meinem Vorschlag, dass die meisten Menschen von ihrem familiären und kulturellen Umfeld her so stark an ihre eigene Religion gewöhnt sind, dass sie andere Religionen nie von einem völlig neutralen Standpunkt sehen können. Somit ist dann die Hemmschwelle dafür, sich mit der fremden Religion zu identifizieren, sie gut zu finden oder zu ihr zu konvertieren recht hoch. Ich glaube, dass damit wahrscheinlich auch recht hast. Aber das ist mir gar nicht mal so wichtig. Die Schüler müssen nicht unbedingt scharenweise zum Islam oder zum Buddhismus konvertieren. Mir persönlich ist viel wichtiger, dass die Schüler die anderen Religionen einfach kennenlernen und sich ein eigenes Bild von ihren moralischen Grunsätzen und dem Brauchtum dieser Religionen machen können und sich so ein etwas objektiveres Bild von ihnen machen können. Wie sie die einzelnen Religionen dadurch dann bewerten, ist nebensächlich. Mir ist einfach nur der Aspekt der Bildung und Horizonterweiterung durch neutrale Informationen wichtig. Denn zum jetzigen Zeitpunkt habe ich den Eindruck, dass sehr viele Leute ihr Wissen über fremde Religionen eher unterschwellig rassistischem Müll aus der Bild und RTL-Magazinen entnehmen.
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War ja klar dass irgendwann wieder einer auftaucht der behauptet die linken machen alles besser und wie kann man es nur wagen nicht für sie zu sein.
Also ich finde, das Kreuz an der Klassenzimmerwand ist noch sehr viel unrechtmäßiger als das Kopftuch (das ja auch irgendwie die Religionszugehörigkeit dieser Frauen symbolisiert und trotz Frauenfeindlichem Hintergrund Ausdruck ihrer persönlichen Einstellung und ihres Glaubens ist).
Aber meine Meinung: beides raus. Religion kann gerne in einem Schulfach behandelt werden und möglichst breit gefächert sollte man hier vorgehen, aber die Schule als staatliche Institution darf keine Religion bevorzugen.
Das die Türkei, das schlechteste aller Beispiele der islamischen Länger bezüglich des Kopftuches ist, weißt du aber sanchez? Dort ist nämlich das Tragen von Kopftüchern auch für Schüler und Studenten verboten. Der Vergleich mit anderen Ländern ist überhaupt immer so eine Sache. Mir ist es persönlich egal, ob die Türkei den Islam als Staatsreligion oder die Religion des fliegenden Spaghettimonster als das einzig wahre ansieht. Wie du selbst zur islamischen Politikerin gesagt hast, wir leben hier in Deutschland und nicht in Taka-Tuka-Land.
Man wird desweiteren Deutschland als christlich geprägtes Abendland auch weiterhin erkennen, selbst wenn die Kreuze verschwinden aus den staatlichen Schulen.
Ich wusste bis grade garnicht das ich die Linke gut finde. Schön, dass du mich politisch so gut einordnen kannst.
OT: Klar doch, du kommst aus Thüringen und da sind die nunmal zahlenmäßig direkt nach der CDU. Wir sind hier doch alle Wähler der Linken
Aber jetzt mal zurück zum Thema. Ich persönlich bin auch für eine Trennung von Kirche und Staat und damit ein Abhängen von Kreuzen in staatlichen Schulen. Religionsunterricht ja, Kreuz nein (in einem eventuellen Religionsraum der NUR für dieses Fach genutzt wird evtl. als Ausnahme). Zwar sind wir in unserem Land christlich geprägt, aber das ist kein Grund dafür christliche Symbolik in staalichen Einrichtung an die Wand zu hängen. Ich persönlich würde das als Einschränkung auf mein Recht auf freie Religionswahlansehen. Glücklicherweise gab es bei uns in der Schule sowas nicht.
Nur gut, dass ich als Ossi auch von jeglichem religiösem Schmonz an der Schule verschont geblieben bin. Der Mensch sollte sich lieber selbst fragen, welche Normen, Werte und Regeln er in seinem Leben haben will. Um mich “normal” zu benehmen, muss ich keinen Götzen huldigen.
@enzio Na wie gut, dass Du am 1. Mai und am 7. Oktober auch nicht hinter SED-Fahnen und Lenin-Portraits marschieren und der Staatsführung zuwinken musstest. :roll:
Was waren denn für die meisten DDR-Bürger die sozialistischen Feiertage? Größtenteils doch nur eine willkommene Abwechslung, die so gar nichts vom offiziell verbreiteten Bild hatte, das man immer im Staatsfernsehen betrachten durfte. Da könnte ich Geschichten aus meiner Familie erzählen… Meine Eltern sind an diesen “Feiertagen” immer mit uns zum nächstbesten See gefahren und haben so richtig schön den Grill malträtiert.
Das mag nicht repräsentativ für alle sein - schon gar nicht für die Pechvögel, die zum Parade-Winken abkommandiert wurden -, aber auf einen Großteil wird es wohl zugetroffen haben.
Trotz meines absoluten Atheismus nehme ich für mich in Anspruch, ein gut sozialisierter Mensch zu sein, der nach seinen eigenen Werten entscheidet und lebt. Obwohl…ein Gebet wurde uns dann doch gelehrt.
Es ging so: “Lieber Gott, mach mich krumm, dass ich in den Trabbi kumm” :mrgreen:
“Gott sei Dank”, dass ich von allem Religions-Mumpitz verschont wurde. :ugly
Das was du hier als Vorteil bezeichnest, hat man an jedem christlichen Feiertag auch. Oder glaubst du wir sitzen Ostern alle zusammen und lesen Bibel? In einer Familie freut man sich auch als ungläubiger auf christliche, gemeinsame Feiertage, genauso wie du dich auf sozialistische, gemeinsame Feiertage gefreut hast
Es ist sicherlich so, dass die christliche Religion und die damit einhergehende Religion unser Land in einer gewissen Weise beeinflusst haben. Trotzdem sollte keine Religion bevorzugt oder benachteiligt werden.
Zudem sollte man die Trennung zwischen Staat und Kirche strikt vollziehen und seinen Glauben im privaten lassen. Genau solche Sonderregelungen führen dazu, dass die Kluft zwischen den Religionen noch größer wird und mehr Konflikte vorherrschen.
“Ist eine Grundschule, die nach Clemens August Graf von Galen benannt worden ist, eigentlich nun eine staatliche oder kirchliche Schule?” :ugly
Weil wir von der 1. bis zur 4. Klasse immer das “Vater-Unser” aufsagen mussten und ab und an ging es auch in die Kirche zum Gottesdienst [womit meine Mutter recht starke Probleme hatte. Ich bin evangelisch und war in einer katholischen Kirche <!-- s].
Das was du hier als Vorteil bezeichnest, hat man an jedem christlichen Feiertag auch.
Der Staat sollte einfach für ein zumutbares Verhältnis zwischen Arbeit und freien Tagen sorgen. Dass dazu größtenteils Feiertage aus dem (christlichen) Kirchenjahr verwendet werden müssen, kann ich in keinster Weise nachvollziehen.
Ich prangere in höchstem Maße an, dass schon in der Grundschule, bevor überhaupt mein erster Schultag begonnen hat, die gesamte Klasse in Protestanten, Katholiken und Muslime getrennt worden war und jede „Gruppe“ einen religionsgebundenen „Einführungsgottesdienst“ mitmachte.
Das Prinzip des Religionsunterrichts ist meines Erachtens nach schon im Ansatz komplett falsch, auch wenn man in den meisten Fällen aus „Gewissensgründen“ den Unterricht abwählen kann.
Sinnvoller wäre in meinen Augen ein Einheitsfach, das zum Beispiel „Religionswissenschaften“ genannt wird, das aber in erster Linie mit dem Fach Ethik/Philosophie nichts zu tun hat. In diesem Fach könnten verschiedene Religionen besprochen werden, die Historien und so weiter. In dem Fach Ethik/Philosophie könnte man sich weiterhin zum Beispiel klassischen Dilemmata widmen.
Wenn man sich hier die Posts einiger Leute durchliest muss ich feststellen das ich ein wahrhaft religionsfremdes Schulprogramm hatte. Religionsunterricht gabs damals in Sachsen-Anhalt nicht. Zumindest nicht als Pflichtfach (und wer bleibt schon freiwillig noch länger in der Schule wenn man schon wo anders hätte sein könnte). Das wurde als Humbug und Zeitverschwendung abgetan.
Ethikunterricht gabs irgendwann mal in der Grundschule. Aufgrund der Tatsache das die Klasse diesen Unterricht nicht die Spur von Interesse zeigten war dann auch irgendwann alles dran nur das worums eigentlich gehen sollte.
Daher kann ich nur sagen das weder Religion noch Ethik als sinnvolles und damit schützenswertes Fach zu betrachten ist. Dafür sollte der Sozialunterricht genug hinhalten.
Und wer mehr Religion haben will der soll von mir aus zur Christenlehre oder zu was auch immer.
Ob wir es nun wahrhaben wollen oder nicht. Deutschland muss als christliches Land betrachtet werden.
Ist die christliche Kirche nicht nur hier schon lange zugegen sondern hat auch in der Geschichte Deutschlands eine wichtige Rolle gespielt (Kirchenbann auf Heinrich IV., Bibelübersetzung durch Luther, Bauernkriege, Christianisierung des Ostens, Kreuzzüge, 30 jähriger Krieg, Deutschritterorden usw.)
Hat Deutschland durch seine lange Prägung durch das Christentum eine eigene Kultur und Gesellschaft.
Sitzt diese Geschichte tief in uns. Warum rufen wir sonst gern auch oh Gott und nicht Allah oder was auch immer (wobei das hier Ansichtssache ist und Gott gern durch Kraftausdrücke übelster Art ersetzt wird)
Weiterhin wird bei Vereidigungen in der Politik und auch in anderen Bereichen zum Schluss gern folgender Satz verwendet: “So Gott mir helfe” Auch wenn manche diese Formulierung weglassen.
Weiterhin sprechen auch unsere Vorstellungen von einem Gotteshaus oder einer Anbetungsstätte eher den christlichen. (Auch wenn das manch ein einzelner anders sieht)
Selbiges gilt auch für die Schrift und Sprache die erst durch die Römer (Latein) und später durch die christliche Kirche weiter verbreitet wurde. Dadurch verwendet man in Westeuropa lateinische Buchstaben. Auch weisen viele Sprachen Merkmale des Latein auf. Gut das trifft nicht unbedingt auf Deutsch zu.
Mit der Bibelübersetzung (christlich moteviert) gab es endlich mal ein Deutsch was jeder verstand.
Der Einfluss des Christentums auf Deutschland ist stark zurückgegangen. Aber trotzdem ist Deutschland nach wie vor christlich. Und genug Gläubige gibts ja auch noch.
Daher kann ich nur sagen das weder Religion noch Ethik als sinnvolles und damit schützenswertes Fach zu betrachten ist. Dafür sollte der Sozialunterricht genug hinhalten.
Hm… also angesichts der Tatsache, dass zum jetzigen Zeitpunkt nur 15 % der Weltbevölkerung gar keiner Religion angehören (Atheisten und ohne Bekenntnis zähl ich jetzt zusammen, erstere machen nicht mal 3% aus), finde ich es schon irgendwie sinnvoll, wenn Kinder über die einzelnen Weltreligionen Bescheid wissen und wie sie die Sichtweisen der Menschen beeinflussen. Gerade in einem Europa, wo der ständige Konflikt zwischen zwei religiös sehr unterschiedlich geprägten Kulturen über uns allen schwebt. Für Ethik kann ich grad nicht die Hand ins Feuer halten, da sich meine Eltern genug Zeit für meine Erziehung genommen haben und mir deshalb der fehlende Ethikunterricht in der Schule nicht so wahnsinnig geschadet hat.
Nun es ist ja nicht Aufgabe der Schule die Schüler zu erziehen. Höchstens in der Hinsicht das man lernt sich an Regeln zu halten. Aber mehr auch nicht. Und auch der Ethikunterricht ist doch nicht dazu da die fehlende Erziehung des Elternhauses zu ersetzen. Ganz abgesehen von der Tatsache das dies dann auch den Unterrichtsrahmen sprengt.
Und wie oben schon geschrieben. Es kann doch Teil des Sozialkundeunterrichts sein über andere Religionen zu reden.
Bzw. kann ich mir das auch als Teil des Geschichtsunterrichts vorstellen.
Und welchen Teil des Lehrplans würdest du dafür rausstreichen? Denn es gibt zumindest 5 große Weltreligionen und noch sehr viel mehr kleine. Ich knn mir nicht vorstellen, dass man das unter 7 Unterrichtseinheiten durchbringt.
Ich prangere in höchstem Maße an, dass schon in der Grundschule, bevor überhaupt mein erster Schultag begonnen hat, die gesamte Klasse in Protestanten, Katholiken und Muslime getrennt worden war(…)
Das war bei mir genauso. Und das kann rückblickend gar nicht oft genug gegeißelt werden. Der Religionsunterricht, den ich hier in Nordrhein-Westfalen hatte, war wirklich eine Zumutung. Nicht genug, dass der Unterricht fast nur daraus bestand, dass immer und immer wieder die gleichen Bibelstellen mit Hinblick auf jedes noch so kleine Detail durchgekaut wurden und somit nur für religiöse Fundamentalisten halbwegs zu ertragen war. Nein, es wurden sogar noch alle Schüler des Jahrgangs in drei Kurse aufgeteilt: Einer für die Protestanten, einer für die Katholiken und einer für Konfessionslose/Sonstige. Durch Gespräche in den Pausen habe ich dann auch noch erfahren, dass die anderen Kurse parallel immer genau den gleichen Stoff durchgenommen haben wie mein Kurs. Diese Trennung war also nicht einmal durch eventuell unterschiedliche Unterrichtinhalte begründet. Die reinste religiöse Apartheid. Ekelhaft. Den Leuten in NRWs Bildungsministerium, die sich diesen Unfug ausgedacht haben, gehört heftigst der Hintern versohlt!
Ich beneide diejenigen von euch, die religionsfernen Religionsunterricht hatten, wirklich sehr.
@Tear
Warum unterliegst du jetzt der irrigen Meinung das man automatisch weniger Unterricht am Tag hat wenn sich die Anzahl aller Schulfächer etwas verringert? Klar hat man dann nicht mehr soviele verschiedene Unterrichtsfächer aber das muss doch nicht heißen das sich gleichzeitig die Anzahl der Schulstunden verringert.
An die Stelle von Religions- und Ethikunterricht treten dann eben die Fächer Geschichte und Sozialkunde und klären über Sekten und Religionen auf. Und der Rest der in den anderen Fächern noch behandelt würde kann getrost in den Skat gedrückt werden.
deutschland ist kein christliches land. das kann man an jeder ecke sehn. prostitution, kindesmissbrauch, gewalt, drogen, usw … es sei denn, man zählte dies nun zum “eigentlich christlichen” ^^
deutschland ist aber auch kein islamisches land. ich würde nicht wollen, das islamische werte einzug ins grundgesetz halten. (also gewisse)
deutschland ist vielleicht ein Rechtsstaat. (man verwechsele hier aber Recht nicht mit “gerecht”, denn auch wenn in einem gesetzbuch stünde, es sei das recht eines schwarzhaarigen, einen Rothaarigen, bei nacht mit pfeil und Bogen zu erschiessen, so ist dies mit nichten das, was man gerecht nennt) gegen den rechtsstaat spricht, das es leute innerhalb des staates gibt, die von der gerichtsbarkeit scheinbar ausgenommen sind. dafür spricht, dass jeder, der eine Zahlung von auch nur 1€c versäumt, mit einer Pfändung, und einem Gerichtsverfahren rechnen muss.
deutschland ist leider auch kein aufgeklärtes Land mehr. denn zur Aufklärung gehört verstand, die BRD gleicht aber bestenfalls noch einem riesigen Irrenhaus.
frage: Was ist Deutschland? - Deutschland ist eine Plutokratie. es herrschen, auf vielen umwegen, diejenigen, die Geld besitzen. Denn im Kapitalismus ist Geld= Macht. (btw: das ist keine VT sondern eine These ^^)