Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt

Hi,
hat jmd die Doku “Der Pakt mit dem Panda: Was uns der WWF verschweigt” gesehen?

Hier die Doku : Teil 1 http://www.youtube.com/watch?v=Jnqg12v4 … re=related
Teil 2 http://www.youtube.com/watch?v=lHV22gYiXME

Hier die Wikipedia Seite dazu : http://de.wikipedia.org/wiki/Der_Pakt_mit_dem_Panda

Ich dachte nur wtf!?
Ich bin ja bei der Berichterstattung von den Öffetlichen ja immer ein wenig vorsichtig aber das find ich ja schon krass wenn das der wahrheit enspricht…und wenn nicht noch viel krasser …

Was sagt ihr dazu?

Sagen? Erstmal nichts, abgesehen davon, dass ich es immernoch für sinnvoller halte, sich im örtlichen Tierschutzverein zu engagieren, Futterspenden abzuliefern, Tierheimtiere zu bespaßen oder eben einfach da zu spenden, wo man sehen kann was mit dem Geld angestellt wird, anstatt sein Gewissen zu reinigen, indem man Krombacherkisten kauft oder ein paar Euro auf Weltreise schickt um irgendwo Wale zu retten und Polkappen mit Ventilatoren kalt zu pusten… zynisch? Ein wenig.

Hinzuzufügen ist aber noch das hier: http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/niemand_beim_wwf_will_ein_feigenblatt_sein_1.11087668.html

Das Blog Charity-Watch, welches sich kritisch mit der Spendenkultur auseinandersetzt, hat dazu auch ein paar Zeilen geschreiben:

http://www.charitywatch.de/index.asp?id=1477

Der Bericht erscheint, wenn man die Gegenstellungnahme des WWFs betrachtet, nicht mehr sehr glaubwürdig. Der WWF kann da sehr gezielt auf die Vorwürfe antworten. (Z.B. ist der angebliche 80qkm-Restwald 5000qkm groß.)

http://www.wwf.de/themen/huismann-kriti … ktencheck/

Natürlich könnte der WWF lügen. Aber die meisten Aussagen vom WWF sind nicht nebulös, sondern überprüfbar. Ich kann mir erstmal nicht vorstellen, dass die auf so konkrete Weise antworten würden, wenn deren Gegenargumentation nicht stimmen würde. Das wäre dann in Folge ein noch größeres PR-Desaster.

Zu der Kooperation mit Wirtschaftskonzerne: Sowas klingt natürlich erstmal sehr zweifelhaft. Aber man sollte bedenken, dass auch der WWF momentan nicht Umweltzerstörungen komplett verhindern könnte. Deswegen geht man beim WWF in Kooperation mit den Konzernen um möglichst viel rauszuhandeln. Natürlich wollen die Firmen dafür eine Gegenleistung, in dem sie für ihre PR auch die Kooperation präsentieren dürfen. Das kann man zwar als Persil-Schein kritisch betrachten, sorgt aber vermutlich dafür, dass der WWF in ihrem Bemühen um Erhaltung die erfolgreichste Organisation ist. Man sollte dringend bedenken, dass es weiterhin nicht der WWF ist, der die Wälder zerstört, sondern dass dies weiterhin die Konzerne sind und es nicht um “Nicht-Zerstörung” und “Zerstörung” geht, sondern die Frage eh nur ist, wie viel zerstört wird.

Bedenken sollte man bei solchen Produktionen auch: Spenden sind auch ein Geschäft. Ebenso wie der WWF von finanziellen Interessen geleitet sein kann, haben auch andere Umweltschutz-Organisationen Interesse daran einen so großen Konkurrenten wie dem WWF zu schaden. Leider muss man deswegen auch bei solchen Produktionen immer kritisch sein.

Edit: Das soll nicht bedeuten, dass nicht einzelne Kritikpunkte doch stimmen. Aber in der Doku wird so getan, als sei der WWF eigentlich nichts anderes als eine Scheinorganisation für die großen Konzerne.

Der Film reißt ein Thema über diese Organisation an, welches seit Jahren bekannt und nachvollziehbar ist, aber über das nicht gesprochen wird. Es wird medial ignoriert und viele Punkte wurden sogar als Verschwörungstheorie deklariert. Daher wundert es mich, dass die ARD den Mut aufbringt, für so einen Film. Der WWF ist eine Organisation, die das Gegenteil von dem macht, was es der Bevölkerung verspricht. Die Organisation hat eine sehr starke Verbindung zum britischen Königshaus, vor allem Prinz Phillip, der ein bekennender Eugeniker ist. Im Film wird kurz angerissen, mit welch Menschenverachtung, er seine Interessen anhand der Organisation durchsetzt.

Ich war 4 jahrelang Gentechnikansprechpartner bei Greenpeace. Auch Greenpeace ging Kooperationen mit zweifelhaften Unernehmen und Konzernen (wie z.B. den Axel Springer Verlag) ein. Das war auch einer der Gründe warum ich irgendwann ausstieg. Aber selbst bei Greenpeace wurden die Aktionen des WWF mit Sorge und Kritik betrachtet.

Das Problem ist, die Menschen hier in Deutschland und Europa sehen im WWF nur die Umweltschutzorganisation mit vertrauensvollem Logo und ehrenwertem Namen. Viele können sich nicht vorstellen, dass der WWF zu solch Aktionen wie im Film beschrieben, fähig ist. Nach dem Motto, was nicht sein darf, kann auch nicht sein.

Ich habe mir jetzt sowohl den Bericht angesehen, das Interview mit WWF Schweiz und die Gegendarstellung des WWF durchgelesen und denke, dass die Wahrheit mal wieder irgendwo dazwischen ist.

Da haben wir zunächst einen Filmemacher, der mit Sicherheit nicht einfach nur einen Film über den WWF machen wollte sondern schon vorher eine Meinung hatte und diese umsetzen wollte. Wenn man dann bereits Zusagen und Mittel zur Verfügung gestellt bekommen hat will man ja auch ein Ergebnis abliefern und verdreht möglicherweise Fakten oder lässt andere Sachen bewusst raus.

Auf der anderen Seite will sich der WWF natürlich von allem freisprechen was ihm dort vorgeworfen wird. Und wenn ein Unternehmen dieser Größe aktiv Dinge tut die entschieden gegen das steht was man medial propagiert dann überlegt man sich auch schon vorher wie man argumentiert wenn die Sache mal auffliegt. Es ist also nicht verwunderlich, dass der WWF schnell gute Antworten parat hat.

Ich habe 2 Stellen gefunden, auf die ich nochmal eingehen möchte. Erstens mal eine Aussage aus dem Interview mit dem Chef von WWF Schweiz:

Die Herausforderung bei der Krisenkommunikation ist es, erstens immer bei der Wahrheit zu bleiben und zweitens dafür zu sorgen, dass nicht jede Länderorganisation anders argumentiert.

Meine Meinung dazu ist, das wenn man sich an „erstens“ hält, „zweitens“ nicht notwendig sein sollte.

Die Zweite Aussage ist aus der Gegendarstellung von der WWF-Seite, bzw. 2 Aussagen aus der gleichen Passage:

Der WWF hat international eine klare Position zu Gentechnik: Wir lehnen Gentechnik ab.

und kurz darauf:

Allerdings gibt es bei einzelnen Länderorganisationen auch Mitarbeiter, deren Meinung sich nicht mit der offiziellen WWF-Position deckt. Dies gilt insbesondere für Staaten, in denen der Anteil der Gentechnik in der Landwirtschaft bereits sehr hoch ist, etwa in den USA und Argentinien. In diesen Ländern vertreten WWF-Mitarbeiter der Gentechnik gegenüber zumeist eine neutrale, keine ablehnende Position.

Wieso lässt man es denn beim WWF zu, dass Mitarbeiter offen eine andere Position vertreten als in den eigenen Richtlinien vorgegeben?
Und was nützt es wenn man in Deutschland gegen Gentechnik ist, aber gerade in den Ländern in denen am meisten mit Gentechnik gearbeitet wird eine neutrale Position eingenommen wird? Nichts! Das ist so als würde ich Österreich den Walfang verbieten!

Wieso lässt man es denn beim WWF zu, dass Mitarbeiter offen eine andere Position vertreten als in den eigenen Richtlinien vorgegeben?
Und was nützt es wenn man in Deutschland gegen Gentechnik ist, aber gerade in den Ländern in denen am meisten mit Gentechnik gearbeitet wird eine neutrale Position eingenommen wird? Nichts! Das ist so als würde ich Österreich den Walfang verbieten!

Weil das Thema ein Diskussionsthema ist und die einzelnen Menschen einzelne Meinung haben dürfen? Oder sollen die solche Leute feuern? Kommt bestimmt gut. :wink:

@Baru:
Offiziell gibt der WWF an, dass die Gentechnikfrage kein Diskussionsthema ist. Im Gegenteil, der WWF stellt offiziell klar gegen Gentechnik in der Landwirtschaft zu sein.

Quelle: http://www.wwf.ch/de/newsundservice/new … h_pakt.cfm

Natürlich will ich niemandem das Recht auf freie Meinungsäußerung absprechen, aber wenn jemand öffentlich ganz entschieden gegen die Interessen der Firma arbeitet bei der er angestellt ist, dann ist das völlig zurecht ein Kündigungsgrund.

Also als Antwort auf deine Frage ob sie die Leute feuern sollten: Ja.

Und dann käme die empörte Reaktion der Gentechnik-Befürworter, wie undemokratisch sich doch die Umweltschutzorganisationen verhalten, die Befürworter der Gentechnik in ihren eigenen Reihen mundtot machen wollen.

Man sollte wohl auch prüfen, in wie weit sich überhaupt die nationalen Vertretungen vom WWF sich der Meinung des internationalen WWF beugen müssen.

Der Bericht erscheint, wenn man die Gegenstellungnahme des WWFs betrachtet, nicht mehr sehr glaubwürdig. Der WWF kann da sehr gezielt auf die Vorwürfe antworten. (Z.B. ist der angebliche 80qkm-Restwald 5000qkm groß.)
http://www.wwf.de/themen/huismann-kriti … ktencheck/

Der dreifach ausgezeichnete Adolf-Grimme Preisträger Wilfried Huismann antwortet auf diesen WWF-Faktencheck ebenfalls mit einem Faktencheck.

Dagegen ist aber die aktuelle Gegendarstellung des WWF weitaus überzeugender. Die zeigen z.B. Satellitenbilder von der geschützten Regenwaldfläche.
Senior Vice President im Bereich eines Konzernes einfach mit Vizepräsident zu übersetzen ist auch nicht gerade journalistische Glanzleistung von Huismann.

Oder:

Der WWF Indonesien selbst hat öffentlich erklärt, er unterstütze den „Aufschwung“ in Papua- damit ist die Erschließung durch die Plantagenwirtschaft gemeint.
Quelle: http://www.wilfried-huismann.de/
An dem Wort „Aufschwung“, sofern es überhaupt korrekt übersetzt wurde, diese Bedeutung direkt abzuleiten ist auch nicht seriös.

Zu der angeblichen Zwangsumsiedlung hat der WWF eine sehr deutliche Gegendarstellung gebracht: Sie beteiligen sich an keinen Zwangsumsiedlungen. Kann natürlich gelogen sein. Ebenso können aber die Aussagen von Huismann falsch sein. Und ich glaube dem WWF da mehr, da sie scheinbar schon längere Zeit eindeutige Richtlinien diesbezüglich haben.

Schön für Huismann, dass er dreifacher Grimmepreisträger ist. :ugly Ändert aber auch nicht viel.

Schön für Huismann, dass er dreifacher Grimmepreisträger ist. :ugly Ändert aber auch nicht viel.

nicht viel? Falsch, es ändert gar nichts an den Fakten ob jemand ein renomierter Dokumentarfilmer ist oder nicht. Ich habe es auch nur wähnt um zu verdeutlichen, dass es sich hierbei nicht um einen Anfänger oder Amateur handelt der es nötig hat sich zu profilieren und um aufzufalllen sich den WWF ausgesucht hat.

Die gesamte Glaubwürdigkeit seines Blogs und seiner Arbeit würde ich nicht an den Übersetzungsungenauigkeiten zweier Begriffe festmachen wollen. Natürlich kann man damit verfälschen. Genauso wie man Fotos manipulieren kann, z.B. Satellitenfotos. :smiley:

Die existens von Richtlinien garanieren noch lange nicht dass diese eingehalten werden. Viele Grüße nach Griechenland, dem vier Augenprinzip des Kika, der katholischen Kirche und den Organisatoren der letzten Loveparade.

Bei Herrn Huismann schaust du doch sehr genau auf Fehler auch wenn es „nur“ Übersetzungsungenauigkeiten sind und der WWF hat weniger deine Genauigkeit zu spüren bekommen. Finde ich ganz witzig. :smiley: Nichts für ungut.

Faktencheck hin oder her, es wäre ja nichts einfacher als gegen Huismann und der Dokumentation gerichtlich vorzugehen. Im Falle einer erfolgreichen Verurteilung Huismann würde der WWF das Image des reinen „Greenwashings“ widerlegen und wieder das verlorene Vertrauen bei den Zuschauern gewinnen…zumindest meins.

Dieser Bedeutungsunterschied ist wichtig.

In business, „vice president“ refers to a rank in management. A trade union may also elect a vice president. Most companies that use this title generally have large numbers of people with the title of vice president with different categories (e.g. vice president for finance); their closest analogy within the US federal government structure is therefore not the Vice President as such, but a Cabinet Secretary.
Quelle: http://en.wikipedia.org/wiki/Vice_president

Huismann suggeriert aber mit Vizepräsident: 2. Mann in der Hierarchie. Vermutlich sind wir hier aber in der 4. Ebene der Hierarchie (also einer von vielen.).

Warum ist denn Huismann nicht auf diese Richtlinien eingegangen und hat dann direkt den Kontrast zwischen Richtlinien und Vorgehen des WWFs gezeigt? Hat er das für nicht notwendig erachtet? Oder hat dies gar nicht recherchiert? Sauber und ordentlich ist er da auf jeden Fall nicht vorgegangen.

Natürlich kann es sein, dass die Satellitenbilder gefälscht sind. Ist aber eher unwahrscheinlich, da dank Googlemaps wohl eine große Anzahl von Menschen zumindest grob die Richtigkeit überprüfen können.

Ob eine Klage sinnvoll ist, wage ich zu bezweifeln. Das wäre ein internationales Gerichtsverfahren. Sowohl die Beweise als auch die Zeugen sind im Ausland, es müsste wohl der WWFInternational klagen, da der WWF-Deutschland nicht größer erwähnt wird. Zusätzlich würde der WWF dadurch künstlich die Doku noch weiter bekannt machen, ganz zu schweigen davon, dass die Bevölkerung bei einer Ablehnung der Klage daraus eine Bestätigung der Vorwürfe machen würde.

Meiner persönliche Meinung:
Wir haben es hier mit einem Filmemacher zu tun, der sich in einem Thema verrannt hat oder viel zu unsauber gearbeitet hat, vielleicht das Alter, vielleicht der Druck etwas sensationelles zu berichten. (Was ist schon ein investigativer Journalist ohne Skandal.) Seine Doku über die Ermordung von Kennedy ist ja auch stärker kritisiert worden. Im schlimmsten Fall ist er von einem Konkurrenten des WWF sogar gekauft worden, da das Spendengeschäft ja ein Milliardengeschäft ist.