Der Hip Hop - niveaulos oder niveauvoll?

Ich denke mal, der Titel des Threads sagt alles. Hier darf die Diskussion aus dem Thread „Preview Folge 16“ legal weitergeführt werden :stuck_out_tongue:

Das hier soll dann mal der Ausgangspunkt sein:

Du bringst ja Fettes Brot als Beispiel Glenn R. Warum eigentlich? Was ist an denen niveaulos?

Diese Diskussion wird euch zu gar nichts führen, das wisst ihr aber schon, oder?
a) über Musikgeschmack lässt sich dauernd streiten, was dem einen gefällt klingt für den anderen eben wie der letzte Mist
b) da man sich vortrefflich über Musik streiten kann, kann man sich natürlich auch vortrefflich über die Musiktexte streiten.

Egal, viel Spaß beim Köpfe-heiß-reden. :mrgreen:

Diese Diskussion wird euch zu gar nichts führen, das wisst ihr aber schon, oder?
a) über Musikgeschmack lässt sich dauernd streiten, was dem einen gefällt klingt für den anderen eben wie der letzte Mist
b) da man sich vortrefflich über Musik streiten kann, kann man sich natürlich auch vortrefflich über die Musiktexte streiten.

Egal, viel Spaß beim Köpfe-heiß-reden. :mrgreen:

Es geht hier weniger um Geschmack, als darum, dass mal eben mir nichts dir nichts eine Szene, bzw. eine Stilrichtung als “nivealos” ab getan wurde, ohne in irgendeiner Weise fundiertes dazu zu bringen.

Ok, wenn Bedarf besteht, diskutiere ich halt noch weiter mit…

Es geht hier weniger um Geschmack, als darum, dass mal eben mir nichts dir nichts eine Szene, bzw. eine Stilrichtung als “nivealos” ab getan wurde, ohne in irgendeiner Weise fundiertes dazu zu bringen.

Ich sagte bereits im anderen Thread, dass es in jeder Musikrichtung gute und schlechte Beispiele gibt. Die komplette Szene verurteile ich nicht, dazu kenne ich mich wirklich zu wenig aus. Und du wirst nicht abstreiten wollen, dass es niveaulose Beispiele aus dem Hip Hop-Bereich gibt.

Du bringst ja Fettes Brot als Beispiel Glenn R. Warum eigentlich? Was ist an denen niveaulos?

Ich beziehe mich da wiederum nur auf die von mir gebrachten Beispiele (Schwule Mädchen, Bettina), die mögen sicherlich ironisch und sozialkritisch sein, aber dennoch finde ich die Art und Weise, wie das im Song umgesetzt wird, platt. Anders gesagt: Ob man jetzt “Schwule Mädchen” mitgröhlt oder “10 nackte Friseusen”, kommt letztlich aufs Gleiche raus. Ich glaube nämlich, dass viele Jugendliche die tatsächliche Aussage verschiedener Hiphop-Songs nicht verstehen und es einfach nur “cool” finden, dass da in der Fäkalsprache die bösen Wörter verwendet werden. Ist n Vorurteil, klar, aber das Verhalten der Jugendlichen, die ich täglich in der S-Bahn sehe, gibt mir da Recht. Mir geht es also nicht nur um die Hiphop-Musik an sich, sondern vor allem um den Einfluss auf die Jugendlichen. Wie rappte Sido schon “Ich bin ein schlechtes Vorbild” (jaja, auch wiederum selbstironisch usw.).

Und es ist ja nicht so, dass mir Hiphop gar nicht gefällt, von Fettes Brot sind z.B. “Jein” und “Können diese Augen lügen?” richtig klasse, aber sie lassen leider immer mehr nach, und die neuen Sachen sind einfach zu platt.

Und genau das (nämlich platt) ist es nicht. Die Botschaft des Songs kommt eben nicht mit dem Holzhammer, sondern eben in diesen “Mitgröhl”-Flair verpackt.
Wenn du so argumentierst ist “South Park” auch platt.

Und wenn Jugendliche diese Musik “falsch” aufnehmen ist das nicht die Schuld des Küstlers, denn der Erziehungsauftrag liegt immer bei den Eltern. Und zum Erziehungsauftrag gehört es auch, Medienkompetenz zu vermitteln, eben damit man bei Sido zwischen “Selbstironie” und “Spassmusik” unterscheiden kann und es nicht ernst zu nehmen.

Niveauvoller Rap?

http://www.youtube.com/watch?v=_qzWEpfxULQ
http://www.youtube.com/watch?v=M72zVuBNpEA
http://www.youtube.com/watch?v=gfiL3YsuLN4
http://www.youtube.com/watch?v=ybONcyD9AUI
http://www.youtube.com/watch?v=Cq5EOejrQwE
http://www.youtube.com/watch?v=hgay5t9tFI4
http://www.youtube.com/watch?v=d1h_4flXyyM
http://www.youtube.com/watch?v=aWF4NBb1Twg
http://www.youtube.com/watch?v=GDfToFcJ2J4
http://www.youtube.com/watch?v=ZAmPhbpK6y8
http://www.youtube.com/watch?v=AgvfWTCq-5g

Reicht das für’s erste aus?

Selbstverständlich ist Rap niveauvoll, ansonsten kann man in seinen Texten keine gesellschaftskritischen Passagen, Wortspiele, Komik und Eloquenz allgemein einbauen, die einen wahren Rapper am Mikrophon ausmachen.
Ihr kritisiert immer die Medien und lässt euch dabei selbst von ihnen blenden, wenn es beispielsweise um Musik geht.
Und bitte bezeichne Fettes Brot nie mehr als Rap, geschweige denn als einen Teil von Hiphop. Das ist höchstens Rummeltechno.

Und bitte bezeichne Fettes Brot nie mehr als Rap, geschweige denn als einen Teil von Hiphop. Das ist höchstens Rummeltechno.

Nett, dass deine Sig mir die Antwort vorweg nimmt.

btw: Wenn ich Eingangspost von Fettes Brot, Sido und Bushido gesprochen wird, könnte man ja auch auf die Idee kommen, dass man sich auf die deutsche Szene bezieht und nicht auf Amerika. (Ja, du hast auch 2 deutsche Interpreten gepostet, habe ich gesehen.)

Die pure deutsche Rapszene ist nicht angesprochen worden, mein bester.
Was ist Fettes Brot stattdessen?
Die Alben mitte der 90er Jahre kann man durchaus als Hiphop betrachten, allerdings ist die Beschreibung, die ich für ihre Musik in den 200ern gegeben habe, akkurat.

Die pure deutsche Rapszene ist nicht angesprochen worden, mein bester.

Aber im Eingangspost wurde lediglich von deutschen Interpreten gesprochen und du kann die amerikanische HipHopszene nicht mit der deutschen vergleichen.

Was ist Fettes Brot stattdessen?
Die Alben mitte der 90er Jahre kann man durchaus als Hiphop betrachten, allerdings ist die Beschreibung, die ich für ihre Musik in den 200ern gegeben habe, akkurat.

Tellerrand for teh win?

Haha, ich bin nicht ein beschränkter Musikfaschist, der sich in ein Genre verliebt hat. Es geht mir nur darum, dass Fettes Brot bei jedem Standard, sei es Rap oder auch Pop, minderwertige bis mittelmäßige Musik produziert.
Und wenn man sieht, wie sehr die kommerzielle amerikanische Szene verkommen ist, kann man einen Vergleich durchaus gelten lassen, weil die selben Vorwürfe auch ihr gegenüber gemacht werden.

Haha, ich bin nicht ein beschränkter Musikfaschist, der sich in ein Genre verliebt hat. Es geht mir nur darum, dass Fettes Brot bei jedem Standard, sei es Rap oder auch Pop, minderwertige bis mittelmäßige Musik produziert.

Gut, ich sage Fettes Brot machen gut bis hochwertige Musik, wer hat jetzt recht?

Und wenn man sieht, wie sehr die kommerzielle amerikanische Szene verkommen ist, kann man einen Vergleich durchaus gelten lassen, weil die selben Vorwürfe auch ihr gegenüber gemacht werden.

Nein, die amerikanische Szene ist “älter”, hat ihre Wurzeln wo anders und legt im HipHop meist auch andere Schwerpunkte.

Zu ersterem:
Wir könnten Parameter festsetzen, nach denen wir Musik bewerten und dann entscheiden oder beantworten die Frage naturgemäß mit “ich”.

Zu letzterem:
Älter-ja,andere Schwerpunkte in kommerzieller Musik-nicht wirklich

Zu ersterem:
Wir könnten Parameter festsetzen, nach denen wir Musik bewerten und dann entscheiden oder beantworten die Frage naturgemäß mit “ich”.

Stimmt, beides ist nur leider Quatsch, bzw. bringt uns nicht weiter.

Zu letzterem:
Älter-ja,andere Schwerpunkte in kommerzieller Musik-nicht wirklich

Vergleich doch mal bitte die verkaufsstärksten Musiker im Bereich HipHop in Dtld und Amerika.

Ergo wären das u.a. Eminem, Snoop, Dr. Dre, Wu-Tang-Clan auf amerikanischer Seite und bei den deutschen Fanta4, Torch, Favorite, K.I.Z.

Die momentan verkaufsstärksten Personen im Amerikanischen Rap sind Leute wie Lil Wayne, Lil Boosie, Yung Joc etc. etc.
Als Absolutum ist Amerika natürlich Lichtjahre vorraus, jedoch nicht in den Charts

Die Frage ist doch auch, was denn “guten” Hiphop eigentlich ausmacht. Sind es die Texte mit Aussage, die über dem “Party-Hiphop” stehen? Oder kommt es mehr auf die ausgefallenen Beats und die Styles an? Man kann da auf verschiedenen Ebenen argumentieren.

Es ist die perfekte Balance zwischen Conscious, Battle, Party und ausgefallen Flows und Metaphern, die einen Rapper ausmacht. Man darf einfach nicht zu eindimensional sein, das ist Vorraussetzung.

Mein Lieblings Genre … sehr gut.

Meine Meiung:

Einen guten Hip Hop Song macht vieles aus. Ich finde es nicht gut, wenn jemand auf total übergeilen Gangster macht, das höre ich einfach ungern. Im Deutschen hat man ja dann doch den Punkt das man jedes Wort verstehen kann. Und wenn Bushido zum 200. mal erwähnt das er doch im Gefängniss war, dann nervt das. Leider muss ich wieder Bushido als Beispiel bringen, beim nächsten Punkt. Einfallsreichtum. Die Texte sollten einfallsreich sein, und gut formuliert. “Ich wohn in Berlin, dieses weise Zeug hier ist bestimmt kein Persil”, bei so einer Zeile bekomme ich das würgen. Es ist so plumb und wirkt als hätte es 'nen Vorschüler geschrieben. Die Botschaft versteht jeder, aber es ist doch so stumpf. Genauso wie “Ihr seit ein Haufen Opfer, ein Haufen Opfer das man gerade frisch ausgekotzt hat”… das ist so übel und schlecht das man erstmal keine Lust mehr auf Musik hat wenn man das hört.

Aber zu diesen Interpreten gibt es auch genügend die einfach gut sind. Beats sind natürlich nicht unwichtig, aber man kann auch auf schlechten Beats durchaus gute Songs machen. Es müssen nicht immer ernste Lieder sein, sondern können auch witzige, oder unterhaltsame sein. Man sieht ja auch nicht nur ein Film Genre. Aber für mich gute Interpreten sind zum Beispiel KIZ, weil sie genau das auf die Schippe nehmen, was man am deutschen Hip Hop kritisiert. Derart übertriebene Witze über das Gehänge und Sexualverhalten, Anspielungen auf Gangster-Getue… und natürlich Einfallsreichtum und Talent machen die Jungs einfach zu Vorreitern.
Weitere gute Interpreten, mit ähnlicher Begründung sind für mich Prinz Pi, Fumanschu, Taktloss (Nicht der Intelligenteste was die Texte angeht, aber er ist kreativ), Jack Orson… da gibt es eine Menge, da ich nun nicht umbedingt von jeden alles höre sondern überall meine Favouriten habe. Tupac (z.B. mit “Hit em Up” um mal nach Amerika zu gehen höre ich z.B. wie auch Eminem (sehr genial "Forgot about Dre)… nur hauptsächlich dann doch welchen aus deutschsprachigen Raum.

Und am schlimmsten ist, wenn dich jemand fragt was du hörst, dann kannst du das nicht mit weniger als einen Satz beantworten, denn sonst hält man dich für einen Idioten, als benötige es eine Rechtfertigung

Ergo wären das u.a. Eminem, Snoop, Dr. Dre, Wu-Tang-Clan auf amerikanischer Seite und bei den deutschen Fanta4, Torch, Favorite, K.I.Z.

Zu den Fanta4: Da ist es in letzter Zeit doch so, dass deren Songs schon längst kein richtiger Hiphop mehr sind und immer mehr in den Mainstream-Pop überlappen, oder? Genauso auch Jan Delay…

Aber um auch mal was positives zu schreiben, die folgenden Hiphop-Songs sind solche, die mir gefallen:
Samy Deluxe - Weck mich auf
Deichkind - Bon Voyage
Die Firma - Die Eine
Mellowbag & Freundeskreis - Tabula Rasa
Freundeskreis & Joy Denalane - Mit dir
DJ Tomekk Feat. Lil’ Kim - Kimnotyze
Fettes Brot - Jein
Absolute Beginner - Liebes Lied
Absolute Beginner - Fäule
Blumentopf - 6 Meter 90
Blumentopf - Safari
KC Da Rookee Feat. Afrob, Samy Deluxe & D-Flame - Four Fists
Die Fantastischen Vier - Michi Beck In Hell
Fischmob - Susanne zur Freiheit
Massive Töne - Chartbreaker
Seeed - Dickes B

Naja die waren, wenn man es genau nimmt, noch nie wirklicher Hip Hop :slight_smile: Also Fanta4, Jan Delay war es mal^^

Wie war das nochmal mit niveaulos? :stuck_out_tongue: Also wirklich, ich finde Lil’Kim ist die Personifizierung des niveaulosem… Die ist im Grunde wie Lady Bitch Ray, nur dass man bei der nicht weiß, dass sie das alles nicht wirklich ernst meint.

Aber naja, ist ja bei leider bei vielen weiblichen MC’s so, dass sie einen auf Strassennutte machen. :frowning:
Sollte mal mehr so Rapperinnen wie Missy geben.

@ Glenn R.
Suche mal bei Youtube nach Creutzfeld & Jakob, RAG, Abs, Mor, Team Avantgarde, ein gutes Einsteigerpaket in guten Deutschen Rap, wie ich finde.