"Das Schweigen der Quandts"

Auf die Gefahr hin, dass ich jemandem auf den Schlips trete und das Thema bereits allen zum Halse heraushängt, aber mich interessiert eure Meinung hier tatsächlich.

Wie ihr sicher mitbekommen habt, geistert aktuell ja der Erpressungsfall der Susanne Klatten (geb. Quandt) durch die Medien.

Ich muss zugeben, dass mir ihr Name zuvor kein Begrif war und wollte mich im Internet etwas schlau machen, wobei ich über mehrere Links schließlich zur NDR-Produktion “Das Schweigen der Quandts” (http://video.google.com/videoplay?docid=-363409574704299677) kam, in der dargelegt wird, dass das Vermögen der Familie (wohl weitgehend) auf Kooperation (falls man das so nennen kann) mit den Nazionalsozialisten und der Ausbeutung von Menschen in Arbeits- und Konzentrationslagern zurückgeführt werden kann. Wie viele wurden sie nach Kriegsende nicht für die Taten belangt. Während die Opfer eine Entschuldigung oder zumindest eine Eingestehung dieser Taten wünschten, streitet die Familie jede Verantwortung ab und schweigt sich über die Geschehnisse aus. Ein Mitglied der Familie betont, kein schlechtes Gewissen zu haben, warum auch, er sei es ja nicht gewesen. Mehrfach kommen Meinungen zu Wort, dass man mit der Übernahme einer Firma o.ä. auch die Verantwortung deren Vergangenheit gegenüber mit übernimmt und dementsprechend handeln sollte, jedenfalls nichts, wie die Familie dies aktuell tut.

Ich hoffe, dass ich den Inhalt der 1 1/2 stündigen Dokumentation verständlich und richtig wiedergeben konnte.
Was mich nun interessiert - muss, oder besser sollte, eine Firma tatsächlich die Verantwortung für die Taten der Vorbesitzer/des Vaters übernehmen?

Ich weiß, dass dies sehr schnell in die Sparte “Müssen wir Deutschen uns auch nach 50 Jahren noch für etwas verantwortlich fühlen, an dem wir nicht teil hatten” abgleiten könnte. Mir geht es aber um den “Unterschied”, dass diese Firmen gezielt und bewusst KLs etc. errichteten.

Müssen die Erben etwas tun, um die gegenwärtige Situation der Opfer von damals zu verbessern, sei es eine bloße Eingestehung dieser Vorkommnisse, oder eine Spende an einen Entschädigungsfond etc., oder müssen sie tatsächlich gegenüber den Opfern keinerlei Verantwortung übernehmen, da sie selbst schließlich nichts damit zu tun hatten und sich damit tatsächlich nicht weiter (öffentlich) auseinandersetzen, da nach diesem Argumentationsschema alle Deutschen etwas für die Opfer tun müssten, da auch sie schließlich nicht eingegriffen haben/eingreifen wollten/konnten?