Buch zum Thema Gewinnmaximierung?

Hallo,

subjektiv nimmt man ja wahr, das viele große Firmen Gewinnmaximierung betreiben und die Arbeiter, die diese ja ermöglichen, von den zusätzlichen Gewinnen kaum was zu sehen bekommen oder gar ausgebeutet werden und unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen (Lidl, Aldi, Walmarkt und bestimmt auch viele Produktionsfirmen, aber von denen hört man weniger)

Nun würde ich mein Wissen zu diesem Thema gerne mal vertiefen. Da gibt es doch bestimmt eim objektives (also kein hetzerisches) Buch bzw. Literatur, die sich mit dieser Sache ausführlich und kritisch beschäftigt und auch kronkete Beispiele(Zahlen/Statistiken) und Verbesserungsvorschläge/sinnvolle Ideen, gegen soetwas vorzugehen, nennt? :wink:

Eine Buchempfehlung hab ich nicht, aber vielleicht interessiert dich diese Doku (wenn du sie noch nicht kennst)

[video]http://video.google.de/videoplay?docid=-5280090454847835777&ei=4DJCS7-FHZus2ALxp7ydDg&q=wallraff+lidl&hl=de#[/video]

Puh, also das ist wahrscheinlich ziemlich schwierig, Literatur zu finden, die genau diesen Aspekt anspricht, weil man den Umstand, dass Gewinne unfairerweise an Personal nicht ausbezahlt werden, ja nicht in Zahlen fassen kann. Wo eine Auszahlung angemessen ist und wo nicht, das liegt im Auge des Betrachters und ist äußerst subjektiv. Gewinnmaximierung ist ein Grundprinzip der Marktwirtschaft, ohne das Weiterentwicklung und Wachstum nicht möglich wären. Niemand kann einer Firma nachweisen, ob sie Gewinne “fair” oder “unfair” verteilt. Denn Sie alle haben “gute Gründe” für ihr Handeln (oder zumindest ein paar scheinheilige Erklärungen, die sich im Anhang des Jahresabschluss befinden). Gewinne werden verteilt auf Eigentümer und Aktionäre und was sonst noch zu verschenken ist, geht raus in Form von Provisionen für irgendwelche dubiosen “Consulting”-Tätigkeiten und Neuinvestitionen. Was die Mitarbeiter bekommen hängt nicht von der Güte oder Schlechtigkeit der Unternehmensleitung ab, sondern erst mal auch von ihren Arbeitsverträgen, die sie freiwillig unterschreiben.
Ein paar Grundlagenwerke zu VWL, BWL, Unternehmensrecht, Gesellschaftsrecht, Steuerrecht, Kostenrechnung und Finanzierung bzw. Rechnungswesen, Human Resource oder Mitarbeiterbindung (vorallem letzteres) sind sicher nicht schlecht, um die Grundlagen des Problems an sich zu verstehn.

Lies dir einfach ein Buch über das Thema “Gier” durch. Nichts anderes ist Gewinnmaximierung. Das soll jetzt keine Polemik oder so sein, sondern Ernst. Gier = Man kriegt den Hals nicht voll und man will immer mehr = Gewinnmaximierung.

Streng genommen nicht. Gier ist ein moralisch negativ belasteter Begriff, Gewinnmaximierung ist dagegen neutral. Einen maximalen Gewinn aus vorhandenen Ressourcen heraus zu holen (ökonomisches Prinzip) muss nicht bedeuten, Menschen schlecht zu behandeln, die Umwelt auszubeuten oder Blödsinn mit dem erwirtschafteten Gewinn zu machen (bzw ihn zu horten). Es bedeutet im Grunde nur, die Mittel für Investitionen möglichst groß zu halten. In einem Unternehmen zB, das seinen Mitarbeitern faire Löhne und Konditionen bietet, das umweltfreundliche Produkte herstellt und das vollkommen ohne Fremdfinanzierung durch diverse Kreditinstitute oder Aktionäre auskommt, befolgt trotzdem das Prinzip der Gewinnmaximierung, um das Unternehmen weiterführen zu können (Resignation und ewig gleichbleibende Einnahmen bzw. keine Weiterentwicklung bedeuten über kurz oder lang das Ende des Unternehmens, weil sich der Kunde immer weiter entwickeln wird).

Hallo,

subjektiv nimmt man ja wahr, das viele große Firmen Gewinnmaximierung betreiben und die Arbeiter, die diese ja ermöglichen, von den zusätzlichen Gewinnen kaum was zu sehen bekommen oder gar ausgebeutet werden und unter schlechten Bedingungen arbeiten müssen (Lidl, Aldi, Walmarkt und bestimmt auch viele Produktionsfirmen, aber von denen hört man weniger)

Nun würde ich mein Wissen zu diesem Thema gerne mal vertiefen. Da gibt es doch bestimmt eim objektives (also kein hetzerisches) Buch bzw. Literatur, die sich mit dieser Sache ausführlich und kritisch beschäftigt und auch kronkete Beispiele(Zahlen/Statistiken) und Verbesserungsvorschläge/sinnvolle Ideen, gegen soetwas vorzugehen, nennt? :wink:

Gerhard Hauptmann: Die Weber
gibts auch als Rclam-version.
Im Grunde die Urschrift zur industriellen Ausbeutung.

als nächstes: Das Kapital von Herrn Marx

alles was neuer ist ist relativ deutlich Sichtweiseneingefärbt.

Beispiel dafür: Ganz unten von Herrn Wallraff.

find auch die oberen sehr Sichtweiseneingefärbt. Man muss nicht unbedingt von jemand, der denkt, der Himmel wär grün nachlesen, ob der Himmel blau ist oder nicht.

Grüner Himmel? Das erinnert mich an was.
[spoiler]
:smt016[/spoiler]

…hä? sorry, den kapier ich nicht.

Wie wärs hiermit ;D

Aber ansonsten habe ich noch nie von soetwas gehört.

Streng genommen nicht. Gier ist ein moralisch negativ belasteter Begriff, Gewinnmaximierung ist dagegen neutral. Einen maximalen Gewinn aus vorhandenen Ressourcen heraus zu holen (ökonomisches Prinzip) muss nicht bedeuten, Menschen schlecht zu behandeln, die Umwelt auszubeuten oder Blödsinn mit dem erwirtschafteten Gewinn zu machen (bzw ihn zu horten). Es bedeutet im Grunde nur, die Mittel für Investitionen möglichst groß zu halten. In einem Unternehmen zB, das seinen Mitarbeitern faire Löhne und Konditionen bietet, das umweltfreundliche Produkte herstellt und das vollkommen ohne Fremdfinanzierung durch diverse Kreditinstitute oder Aktionäre auskommt, befolgt trotzdem das Prinzip der Gewinnmaximierung, um das Unternehmen weiterführen zu können (Resignation und ewig gleichbleibende Einnahmen bzw. keine Weiterentwicklung bedeuten über kurz oder lang das Ende des Unternehmens, weil sich der Kunde immer weiter entwickeln wird).

Na ja, das kann man verschieden betrachten. Gewinnmaximierung heißt ja: Mehr Kohle, mehr Kohle, mehr Kohle. Bei Gier heißt es ja auch: mehr mehr mehr. Ob das jetzt auf Kosten anderer geschieht, sei mal dahin gestellt. Da gibt es halt die „guten“ und die „bösen“. Alle wollen jedenfalls immer mehr im Jahr einnehmen als im Vorjahr. Nur die wenigsten geben sich wirklich zufrieden mit dem, was sie einnehmen und sagen sich: „Solange meine Firma davon leben kann und solange ich meine Leute anständig bezahlen kann, bin ich zufrieden.“ So sozial sind die meisten leider nicht :confused:

Also bei Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Gewinnmaximierung ist doch ganz gut erklärt oder? :wink:
Naja man muss wohl noch ein paar weitere verlinkte Artikel dazu lesen, wenn man sich damit nicht so gut auskennt.
Hier http://de.wikipedia.org/wiki/Betriebswirtschaftslehre findest du sicher auch noch Einiges dazu.

@Randall Flagg: Also die Theorie geht davon aus, dass bei einem Bevölkerungswachstum zwischen 2 und 4 % ein entsprechendes Wirtschaftswachstum mithalten muss. Und die Wirtschaft wächst nun mal nicht, wenn man nicht ausbaut bzw Innovation vorantreibt. Und das geht nicht, wenn man nix mehr übrig hat, weil man lediglich Kostendeckend arbeitet. Ein gewisser Stock an übrig bleibenden Mitteln ist also zwingend. Keine Frage, die meisten übertreibens… ja gut, fast alle übertreibens. Aber ohne Vergrößerung kein Weiterbestehn.

Gewinnmaximierung bezeichnet in der Neoklassischen Theorie den Mechanismus, nach dem in einer Marktwirtschaft Unternehmer ihre Produktionsmenge anpassen, damit ein Marktgleichgewicht erreicht wird. Der Gewinn ist am größten, wenn die Grenzkosten dem Grenzerlös entsprechen. In der Betriebswirtschaftslehre gilt Gewinnmaximierung als ein wichtiges Unternehmensziel

Die Produktionskosten der Produktmenge werden leider bei vielen Unternehmen verschwiegen(vor allem bei Monopolen) oder das Produkt sei begrenzt vorhanden! Am besten find ich Vattenvall und die anderen drei Stromversorgungsriesen, die das komplette Stromnetz besitzen und dabei an anderen kleinen Konkurenten mitverdienen. Dabei kontrollieren sie die Strombörse und können nach belieben die Preise für Kwh nach oben korrigieren. Dabei lügen sie die Kunden an und bekommen noch Subvensionen vom Staat=Gewinnmaximierung!

Oder auch Hier: Schlecker: Drogeriemarktkette beendet Zusammenarbeit mit Leiharbeitsfirma - FOCUS online Das sind aber nicht alle anschuldigungen an schlecker, hier hat man auch Gewinnmaximierung betrieben :smt002

In Deutschland war die Spanne zwischen Reich und Arm noch nie so groß wie Heute!

@Randall Flagg: Also die Theorie geht davon aus, dass bei einem Bevölkerungswachstum zwischen 2 und 4 % ein entsprechendes Wirtschaftswachstum mithalten muss. Und die Wirtschaft wächst nun mal nicht, wenn man nicht ausbaut bzw Innovation vorantreibt. Und das geht nicht, wenn man nix mehr übrig hat, weil man lediglich Kostendeckend arbeitet. Ein gewisser Stock an übrig bleibenden Mitteln ist also zwingend. Keine Frage, die meisten übertreibens… ja gut, fast alle übertreibens. Aber ohne Vergrößerung kein Weiterbestehn.

Da wäre es mal interessant zu sehen was passiert, wenn die Bevölkerung zurückgeht. Ist ja bei uns in Germany noch nicht, aber könnte ja bald kommen. Jetzt jammern ja schon alle, dass wir zu wenig Kinder haben. Ich verstehe ja, dass die Wirtschaft wachsen muss wenn die Bevölkerung wächst. Aber wenn das Bevölkerungswachstum stagniert kann auch ruhig mal das Wirtschaftswachstum stagnieren. Ist ja nicht so, dass es dann keinen technologischen Fortschritt oder so mehr gäbe. Kostendeckend arbeiten ist natürlich sinnlos. Eine Firma braucht Geld, das ist ganz klar. Für Fortschritt, eventuelle Rückschläge usw. Allerdings ist finde ich auch irgendwann der Punkt erreicht, in dem es einfach sinnlos ist, noch mehr Geld zu scheffeln. Wohin mit der ganzen Scheiße? Das kann man nie im Leben ausgeben, auch als Firma nicht. Das ganze ist dann nicht mehr als ein Prestigepolster: Seht uns an, wieviel Kohle wir haben, woohoo.
Also ich bin kein BWL’ler, habe/hatte das Fach nur mal in der Schule (und hass(t)e es), deswegen kann auch gut sein, dass ich hier Blödsinn erzähle. Ich glaube eher, dass ich wohl die Menschen zu schlecht kenne, sonst würde ich das Verhalten wohl verstehen :confused:

Ohne Frage, die ökonomischen Prinzipien funktioniern eigentlich nur, wenn man von einem logisch denkenden Menschen ausgeht (und unendliche Bereicherung ist nicht wirklich logisch, besonders auf die Gesellschaft bezogen, wirklich sinnvoll wäre nur, das Geld auszugeben und damit die Wirtschaft anzukurbeln und Arbeitsplätze zu schaffen). Bescheißen ist heute leider an der Tagesordnung. Insbesondere wenn externe Anspruchsgruppen mitreden dürfen (wie die Aktionäre, Aktiengesellschaften gibts leider keine ohne einen Haufen Arschlöcher an der Spitze), die man mit entsprechendem Vermögenszuwachs befriedigen muss. Einer Firma selbst bringen überbleibende Gewinne nix (also nach neuen Investitionen, neue Geldanlagen usw), nur dem Unternehmer oder dem Aktionär. Und da haben wir die Problematik. Die Verantwortlichen sind leider immer die Gierhälse.
Dass die Bevölkerung zurückgeht, dass kann ich mir nicht vorstellen. Ja, vielleicht innerhalb eines gewissen Bereiches, eines Landes zB, aber weltweit nicht, man beachte nur Indien. Und der zukünftige Markt ist weltweit bemessen. Jeder Semmelverkäufer denkt schon an den weltweiten Verkauf.

@metalmann: Über die Problematik von Monopolen braucht man nicht zu streiten, insbesondere, wenn die staatliche Kontrolle fehlt.
Und zu der Schleckersache kann ich nur sagen, schönes Beispiel für Rationalisierung ohne Gewissen, macht Gewinnmaximierung aber noch immer nicht unmoralisch. Die Frage ist, warum der Konsument sich das gefallen lässt und noch bei Schlecker einkauft? Oder ist auch er zu geizig, um die richtige Entscheidung zu treffen?

Friedrich Merz (Ex CDU Wirtschafts- und Finanzexperte) hat mal die Idee ins Spiel gebracht, Arbeitnehmer zu Aktionären zu machen, wodurch sie automatisch an Unternehmensgewinnen beteiligt werden. Diesen Vorschlag halte ich für sehr plausibel, da hierdurch auch elendige Verhandlungen über Lohnerhöhungen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern vereinfacht werden. In Guten Jahren gibt es mehr, in schlechten weniger Rendite. Birgt sicher für den ein oder anderen ein gewisses Risiko (grade für geringere Einkommen), jedoch wäre so am ehesten eine halbwegs faire Gewinnbeteiligung der Belegschaft realisierbar.

Eine grundsätzlich gute Idee. Sie implementiert, dass die Arbeitergemeinschaft in einem Unternehmen quasi selbst dafür sorgen würde, sich zu versorgen. Funktioniert gut bei gut aufgestellten Unternehmen.
Aber die Tatsache ist leider, dass ein Großteil der Unternehmen heute auf Pump und in den roten Zahlen lebt oder aufgrund falscher Konzepte oder schlechter Marktsituationen jahrelang keine Gewinne macht.

Was weiterhin ein Problem der Gewinnbeteiligung ist ist: Wer hat es „verdient“, den Gewinnanteil zu bekommen? Der eine sitzt den ganzen Tag nur im Kaffeeraum und raucht und die andern schuften und ein dritter hat eine tolle Idee, wie man die Leistung des gesamten Unternehmens verbessern und erleichtern könnte. Es bekommt aber jeder den gleichen Anteil? Wie misst man hier den persönlichen Anteil am Gewinn? Wie schafft man ebendiese Fairness, die man schaffen soll?

Es wäre vielleicht interessanter, sie quasi per Schenkung einiger kleiner Anteile an Aktien des Unternehmens zu binden, unabhängig von ihrem Gehalt. Als etwas, das ihnen zwar gehört, über dessen Wert sie aber unabhängig von ihrem normalen Gehalt bestimmen können quasi durch Leistung. Etwas, auf das sie nicht nur angewiesen sind, sondern das ihnen einen zusätzlichen Wert gibt, mit emotionalem Bindungscharakter („Schau, wie meine Aktie wieder gestiegen ist“). Nicht nur mit Leistungscharakter („Wenn ich mehr arbeite, krieg ich möglicherweise mehr, wenn ich mein Unternehmen gut nach außen vertrete, steigt der Wert meiner Aktie“).

Das ist leider auch eine Frage, die in den Themenbereich Mitarbeitermotivation hineinreicht. Und da muss man noch viele andere Aspekte betrachten.

Du hast völlig Recht, dass viele Unternehmen auf Pump leben, was ihnen (leider) Jahre lang durch die Banken mit billigen Krediten ermöglicht wurde. Diese Blase ist mit der Finanzkrise 2008 ja schon heftig geplatzt und Liquidität in vielen Firmen faktisch nicht mehr vorhanden.
Die Idee, Arbeitnehmer zu Aktionären zu machen, hätte aus meiner Sicht den großen Vorteil, dass ein Unternehmen auf diesem Wege seine EIgenkapitaldecke erhöhen könnte. Inwieweit die ganze Sache praktisch auch Umsetzbar wäre ist noch eine ganz andere Frage, da man ja Arbeitnehmern einen Teil ihres Gehalts in Aktienanteilen auszahlen würde.

Die Idee mit dem “Anteile schenken” (z.B. als Bonus für gute Leistungen) ist auch recht pfiffig, mein letzter Arbeitgeber (bevor ich mich selbständig gemacht habe) hat das so gehandelt. Es hat einfach mehr “Substanz” als nur ein wenig extra Kohle auf dem Konto und motiviert auch deutlich mehr!

Hm… der Arbeitnehmer als Aktionär… wenn dann auf jeden Fall nicht verpflichtend. Und nicht als Gehaltsanteil. Hier muss grundlegend unterschieden werden. Denn der Unternehmenswert wird ja nicht nur vom Arbeitnehmer bestimmt. Und der wäre dann in einer Scheiß Position, wenn seine Aktien runtergehn, obwohl er gut arbeitet. Also günstiger ist sicher die Schenkungssache, anstatt Prämien für besondere Leistungen oder was weiß ich, als kleines Geschenk zu Weihnachten für ein erfolgreiches Jahr, unabhängig von der Weihnachtsremuneration natürlich.