Bestes Album 2010

Liebe Musikinteressierte,

in Analogie dazu dass so viele im Retrospielethread ihre Lieblingsspiele so detailliert vorstellen wäre es doch auch keine schlechte Idee, wenn wir hier für alle Musikinteressierten einen Thread aufmachen, in denen wir das Album benennen / vorstellen (bitte mit einer guten Begründung), welches unserer Meinung nach das beste oder auch ein sehr gutes Album ist, welches dieses Jahr erschienen ist. !!Bitte keine Alben aus anderen Jahren!!

Um mit gutem Beispiel voran zu gehen, fang ich denn mal an:

Owen Pallett - Heartland.

Owen Pallett, in den letzten Jahren eher unter seinem Pseudonym Final Fantasy, unter welchem er 2 Alben veröffentlichte, bekannt, hat sich zu Anfang diesen Jahres dazu entschlossen, Alben unter seinem bürgerlichen Namen zu veröffentlichen, da er seine Publikationen auch auf Japan ausweiten wollte und wegen dem Namen, den er ursprünglich als Hommage an die gleichnamige Videospielserie gewählt hatte, nicht in rechtliche Probleme kommen wollte!

Das Album kommt sehr ausgewogen daher.
Hatte Pallett auf seinen ersten beiden Alben zuvor noch eher mit sich selbst und seiner eigenen Loop-Station gearbeitet, hat er sich hierbei zwei verschiedene Orchester (eines davon das tschechische Sinfonieorchester) angeschafft und mit selbigen gearbeitet.
Dabei ist dieses Album allerdings nur semiklassisch; wollte man es kategorisieren würde Baroque Pop vermutlich am ehesten zutreffen. Durch alle Songs ziehen sich breite Klangwelten aus Elektronik und Klassik, Drumcomputer arbeiten eng zusammen mit Streichern, mal wurden die Bläser extra dazu erzogen, dass ihre Instrumente elektronisch klingen sollen, dann webt sich hier ein Moog ein und und und…Pallett wirkt als moderner John Cale wie eine ganz eigene Größe, innovativ und weit voraus.

Dieses Konzeptalbum handelt innerlich in seiner eigenen Welt von einem “ultra-violent farmer named Lewis”, die Texte sind ansprechend, aber nicht einfach sondern verlangen enge Arbeit. Allerdings ist dieses Album auch ein gutes Stück weit Selbsttherapie, denn Pallett sagte: “Really, it’s all just about me”. Pallett ist inhaltlich in dieser Welt übrigens der Gott, Lewis ist in ihn verliebt und Owen in Lewis.

Die Struktur der Songs ist sehr intelligent durchdacht, angefangen durch Midnight Directives, über Keep the Dog quiet, dem kurzen Mount Alpentine, Red Sun No. 5, dann dem eingängigen Indie-Pop Hit Lewis takes action, welches für mich zusammen mit den Folge-Tracks The Great Elsewhere, dem großartigen Oh Heartland, up yours und dem Meisterwerk des Albums, Lewis takes off his shirt, eine eigene Suite bildet. Gefolgt wird der 8. Track von dem an Van Dyke Parks erinnerndem Flare Gun, es folgt E is for estranged, Tryst with Mephistopheles und zum Abschluss das reflektierende What do you think will happen now? .
Jeder Track hat seine eigenen Gewohnheiten, jeder Track kommt bekannt vor und jeder Track hat unglaubliche Vielseitigkeit zu bieten. Die Klangwelten, die Pallett hier erforscht, sind absolut neu und innovativ.
Pallett zeichnet als bekannter Arranger u.A. für die Pet Shop Boys und Arcade Fire Verantwortung und ist innerhalb der Musikszene sehr geschätzt, hat aber für sein eigenes Album zunächst allen abgesagt (bis auf Arcade Fires Suburbs, dort hat er auch noch mitgewirkt).
Palletts Fähigkeiten zum Arrangement merkt man auch hier, aus unglaublichen vielen Instrumenten spielt er einige und setzt das Orchester als Pendant ein, sodass sich quasi ein Gleichgewicht bildet.

Mein Fazit: Heartland ist ein ganz eigenes Hörerlebnis und für mich ohne Zweifel DAS Album 2010. Eigentlich sogar noch mehr, Heartland ist mit ein wirklich ausgezeichnetes Album und wenn man bedenkt, dass Pallett noch weitermachen kann, dann bezweifelt man nicht, dass man seine Alben möglicherweise irgendwann mit Pet Sounds locker auf eine Stufe stellen kann.

Bis jetzt Bonobo- “Black Sands” (März 2010)

Die für mich bis jetzt beste Kombination aus Ambient, House, Jazz und noch vielen anderen Einflüssen. Der gesamte Stil des Albums gefällt mir einfach verdammt gut und ist sehr vielseitig. Für jeden, der sich ansatzweise für solche Genres interessiert, ist auf jeden Fall etwas dabei.

Hörprobe:

[video]http://www.youtube.com/watch?v=T4xCW28WXBU&feature=related[/video]

Das wars mal von meiner Seite.

Okay ich danke dir für deinen Beitrag, das obere der beiden klingt nicht übel,
dennoch (du hast ja auch ein bisschen was dazu geschrieben) möchte ich direkt zu Anfang bitten, dass Beiträge hier bitte nicht einfach nur aus Nennung + ggf. Hörproben bestehen sollten.

Interessantes Thema Morizon (und mit gutem Beispiel voran), leider hab ich im Gegensatz zu den letzten Jahren kein eindeutiges „Album des Jahres“ (auch wenn ich spontan zu Shearer - Monument tendiere) welches ich hier reviewen könnte. :expressionless:
Vielleicht entdecke ich hier ja noch ein paar Perlen die mir im Laufe des Jahres entgangen sind. Sofern der Thread nicht zugespamt (muss ich mich da jetzt dezent selbst angesprochen fühlen?) und dann gekillt wird.

Hm, zwar gilt immer noch “Über Musik schreiben ist wie zu Architektur tanzen”, um mal ein Zitat von …But Alive zu bemühen, dennoch:

Bisher habe ich 2 Favoriten dieses Jahr, nämlich zum einen:

Album: Kottonmouth Kings - Long live the Kings
Label: Suburban Noize Records

Die Kottonmouth Kings aus Kalifornien bezeichnen ihre Musik selbst ziemlich treffend als ‘Psychedelic Hip Hop Punk Rock’ und demenstprechend abwechslungreich fällt auch ihr neues Album aus:
Mal dominieren treibende Gitarrenriffs die Songs und motivieren zum wilden Pogo-Tanzen, andere sind eher klassische Rap-Songs, die aber niemals (oder äusserst selten) ins fiese Ghettogangstatum abdriften und wieder andere sind extrem chillig und passen beinahe schon in die Dub-Schublade.
Deshalb fällt es auch entsprechend schwer, den passenden Song als Hörprobe herauszusuchen, da dieser folgerichtig nicht repräsentativ für das ganze Album herhalten kann.
Ich hab mich einfach mal für einen der ruhigeren Songs entschieden, denn laut wird’s beim nächsten Review :mrgreen: :
[video]http://www.youtube.com/watch?v=tDLn6jhhzCo[/video]
Das schöne an diesem Album ist, daß man es durchhören kann und es dabei niemals eintönig oder langweilig wird, weil die Tracks derart abwechslungreich sind, daß man beim Hören beinahe den Eindruck gewinnt, daß es sich um einen Sampler mit verschiedenen Bands handelt, anstatt die 76 Minuten durchgehend dem selben Stil ein und derselben Band zu lauschen.
Imho ist es zwar nicht das beste Album der KK, dennoch ist “Long live the Kings” mit Sicherheit ein Highlight des Jahres 2010. JUGGA-LOOOOO !!!

8/10 Hanfblättern!

Abum: The Murderdolls - Women and Children last
Label: Roadrunner Records

Auch die Murderdolls lassen sich nicht so ganz einfach in eine passende Schublade packen, am besten klemmt man sie wohl zwischen “Metal” und “Horrorpunk” ein.
Textlich bedient man eben das Horror-Genre, hin und wieder mit einer Prise Fetisch gewürzt und stellenweise den Misfits recht ähnlich, musikalisch herrschen Uptempo-Beats vor, die zumeist eher zum Pogen denn zum Headbangen einladen, gepaart mit hymnengleichen, eingängigen Gitarrenriffs.
Das Video zu meinem Lieblingssong traue ich mich hier nicht zu posten, deshalb hier die zweite Wahl:
[video]http://www.youtube.com/watch?v=dxzwTcXs1AI[/video]
Während das erste Album der MD noch viele Songs der “Frankenstein Drag Queens from Planet 13” * recycelte, besteht dieses Album aus ausschliesslich neuem, frischem Material.
Die CD läuft bei mir in Heavy Rotation rauf & runter, so daß ich befürchten muß, daß det Ding bald durchgelasert ist…
10/10 Totenschädeln!

*Eine weitere Band des MD-Sängers Wednesday 13

Woanders wird sich über frühe Jahresrückblicke aufgeregt aber hier schon im November nach dem Album des laufenden Jahres gefragt? Da passt aber was ganz und gar nicht…

Ich schlage vor diesen Thread bis einschliesslich 31.12.2010 auf Eis zu legen.

@orbital
Ja, du hast schon ein stückweit Recht. Aber falls jemand im Dezember noch ein Hammeralbum veröffentichen sollte, dann sehe ich da kein Problem, einfach einen neuen Post zu machen. Und es werden im Dezember üblicherweise relativ gesehen weniger Alben veröffentlicht als in den übrigen Monaten. Und davon sind die Hälfte eh idiotische Weihnachtsalben. Ich finde man kann schonmal mit der Bestandsaufnahme beginnen.

Nun denn zum Thema. Ich möchte ein Album von einer der wichtigsten zeitgenössischen Bands vorstellen. Es handelt sich um

The Suburbs
von Arcade Fire

Arcade Fire, die bis heute in Deutschland und Europa relativ unbekannt sind, schritten im Jahre 2004 praktisch aus dem Nichts mit ihrem Debutalbum “Funeral” ans Licht der Musikwelt. Die Fachpresse und auch das amerikanische Publikum waren überwältigt von der Qualität des Materials und wurde schon damals als ‘das’ Album der 2000er gefeiert. Das Album zeichnet sich durch überwältigende Arrangements, poetische Texte, großartige Kompositionen und die markanten Stimmen des Frontpaars Win Butler und Régine Chassagne aus. Der Nachfolger Neon Bible wurde ebenfalls äußerst positiv aufgenommen. Neon Bible ist nicht makellos wie der Vorgänger, aber besticht durch seinen einzigartigen Sound, da das Album komplett in einer Kirche aufgenommen wurde.

Und nun ‘The Suburbs’.

Nach dem ersten Hören denkt man sich: Nun gut, das sollen Arcade Fire sein? Wo ist der ehrliche Pathos der ersten beiden Alben? Wo sind die mitreißenden Crescendi der Arrangements?

Von einigen Fans wird es durchaus als Schwäche des Albums ausgelegt: Während man auf ‘Funeral’ und ‘Neon Bible’ noch die absoluten Höhepunkte ‘Tunnels’, ‘Wake Up’, ‘Rebellion (Lies)’ bzw. ‘Intervention’, ‘The Well and The Lighthouse’ und ‘My Body is A Cage’ klar bestimmen kann, gelingt es nicht bei ‘The Suburbs’.

The Suburbs ist ein Album aus einem Guss. Jeder Track passt perfekt in das Gesamtgefüge. Von der Band selbst wurde der Sound als Mischung aus Depeche Mode und Neil Young beschrieben, was man gut nachvollziehen kann, wenn man die zahlreichen elektronischen Elemente beachtet, die bei Arcade Fire vorher nie so stark waren.

Das Songwriting ist für Arcade Fire charakteristisch, mit dynamischen Harmonien, übersichtlich strukturiert ohne zu verharren, nicht zu komplex: durchweg gut ohne schwachen Song. Von lupenreinem Indie-Pop (z. B. Modern Man, City With No Children), 90er-Pop (Sprawl II: Mountains Beyond Mountains), Springsteen-esken Stücken (Wasted Hours) über leichte Electronica(Half Light II (No Celebration)), depressivem Baroque Pop (Sprawl I: Flatland) und punkigen Stücken (Empty Rooms, Month Of May) ist es stilistisch trotz des homogenen Gesamteindrucks sehr vielfältig.

Die Band stellt aber klar: Entgegen der ersten Vermutung ist das Album kein Konzeptalbum über das Leben in den Vorstädten. Es ist vielmehr ein vielschichter Songzyklus, der durch einen roten Faden zusammengehalten wird und in erster Linie ist es eine kritische Reflexion der eigenen Jugend und der soziokulturellen Umstände vorranging in den Suburbs. Thematisch handeln die Texte über Aufbruch aus alten Strukturen, Hipster-Kultur, dekadente Vorstädte, Realitätsflucht und notorisches Allein-sein, Computerisierung, Mediensucht und Reizüberflutung, Konsumismus, Saudade, aber auch Kritik an die eigene Jugend und beginnende Selbstentfremdung.

Die Texte sind weniger poetisch als auf den ersten beiden Alben, dafür persönlicher und intimer. Ich denke, viele Jugendliche können sich mit den Texten identifizieren und werden dabei unterstützt ihre eigenen Erfahrungen besser zu systematisieren und auch abstrahieren. ‘The Suburbs’ regt zum Nachdenken an.

Noch eine kleine Note zum Sound: Arcade Fire sind eine innovative Band. Alle Tracks wurden einzeln auf Vinyl gemastert und dann für die CD-Fassung wieder digital zurückgemastert. Das Ergebnis ist, dass die CD haargenau so klingt wie die Vinyl-Schallplatte.
Aufgenommen wurde es größtenteils in der Kirche, in der auch Neon Bible aufgenommen wurde, und dazu wurden Spuren hinzugefügt, die an allen denkbaren Orten in ganz Montréal aufgenommen wurden wie etwa in verschiedenen Kellern, Wohn- und Schlafzimmern.

Fazit: ‘The Suburbs’ ist kein einfaches Album. Es hat nicht die strahlenden Momente und den Pathos von ‘Funeral’ und ‘Neon Bible’, ist dafür ungleich tiefgründiger, vom Text her wie von der Musik. Für mich das beste Album von 2010.

P.S.: ‘Funeral’ ist ein absolutes Muss für jeden Musikliebhaber.

Und es werden im Dezember üblicherweise relativ gesehen weniger Alben veröffentlicht als in den übrigen Monaten.

Das hätte ich gerne von Dir belegt aber bitte mit Fakten und nicht üblicherweise relativ gesehen.

http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_al … ed_in_2007
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_al … ed_in_2008
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_al … 0#December

Hier bitte, ein Blick darauf müsste genügen. Das einzige Album, in dem ich Potential sehe, ist der Tron-Soundtrack von Daft Punk, der die große Bürde trägt, sich mit dem genialen Soundtrack von Wendy Carlos zum Original-Tron messen zu müssen.

Wenn du also ein Überalbum im Dezember findest, dann kannst du es gerne posten und eine Begründung abliefern, warum es das Beste Album sei.

Einfach mal ein paar unkommentierte Wikipedialinks eingeworfen und fertig ist die Erklärung. Danke dafür…

Jo, bitte.

Orbital, ich verstehe dein Problem nicht.
Du fragst nach Quellen und Nakkinak liefert sie dir. Damit bist du dann auch nicht zufrieden. Es wäre schön, wenn du hier nicht mehr so viel rumtrollst und entweder etwas produktives zum Thread beiträgst, indem du selbst dein favorisiertes Album 2010 vorstellst, oder du lässt diese Diskussion fallen, denn sie ist entschieden und außerdem irrelevant fürs Topic, da ein Thread etwas lebendiges ist, in welchem man permanent diskuttieren kann und nicht etwas einmaliges wie ein TV-Jahresrückblick.
Falls weiterer Bedarf an Diskussion dabei besteht, dann schick doch eine PM an mich (oder auch an Nakkinak, ist relativ Irrelephant.).

Es wäre subber, wenn ihr eure Auswahl begründen würdet, sonst haben wir hier wieder einen sinnlosen Aufzähltread. Und das sehen die Mods und Admins gar nich gern.

Ich habe den Post, auf den Nakkinak sich bezogen hat, habe ich ausgeblendet. Also bitte, keine bloßen Nenneungen bzw. Aufzählungen - immer eine Begründung folgen lassen.

So ich melde mich hier dann auch mal zu Wort.

Mein Album 2010 ist ganz klar Bratze - Korrektur nach unten
Bratze, dass sind Kevin Hamann und Norman Kolodziej. Die Jungs sind evtl als ClickClickDecker (Kevin) und Der Tante Renate(Norman) bekannt. Das Label ist Audiolith.

Musikalisch spielen Bratze Elektropunk mit ziemlich intelligenten deutschen Texten. Was das Album für mich einfach einzigartig macht, ist die Kombination der Beats und Texte. Was sich daraus ergibt, wenn ein Singer-Songwriter und ein DJ zusammentun ist einfach riesig. Die Texte sind ziemlich kompliziert und müssen erstmal verstanden werden, sind aber perfekt geeignet um Zuhause darüber nachzudenken.So werden Themen wie Hoffnungslosigkeit (Mensch im Minus) , Sozialkritisches(Trapez) behandelt , aber auch konkretes wie Soziale Netzwerke (Das einfache Fluten) werden kritisch hinterfragt. Die Beats und die generelle Musik fordern jedoch gerade zu danach aufzustehen und zu Tanzen.

Nach dem ersten bereits sehr guten Album „Kraft“ von 2007,wendeten sich Bratze wieder ihren Solo Projekten zu. Mit diesem Album , welches sie dieses Jahr veröffentlichten toppen sie meiner Meinung nach ihr erstes Album. Es hat sich ein einzigartiger Stil entwickelt und es sind generell mehr starke Lieder auf dem Album.

Noch mal ein Beispiel für Lieder und Texte

Bitte lass mich einfach liegen
Auf dieser Streife keine Warnung
Sehe ich aus wie ein Hinweis
Hab von Beweisen keine Ahnung

Der Geschmack hinter den Zähnen
Gibt dir Raum für Illusionen
Zwei Menschen stehen im Minus
Und warten und zählen

Wir brauchen immer einen Grund

[video]http://www.youtube.com/watch?v=LBrMsBk0IwU&feature=related[/video]

Ich hoffe das Album und die Band wissen euch zu begeistern :slight_smile:

Das beste Album dieses Jahres ist für mich ein ziemlich junges:
Agalloch ~ Marrow of the Spirit
Zunächst möchte ich betonen: Für MICH ist es das beste Album, das werden vermutlich die meisten anders sehen, was schon an der eingeschlagenen Musikrichtung liegt.
Am 19.11. erschienen stellt “Marrow of the Spirit” für mich nicht nur das beste Album des Jahres, sondern sogar das beste Album, das ich je gehört habe, dar. In Anbetracht der Vorgängerwerke Agallochs, wie auch grandioser Konkurrenz ist dies durchaus erwähnenswert.
Zunächst zum Stil: Im Gegensatz zum Vorgänger schlagen Agalloch einen wieder etwas härteren, dennoch melodiösen Ton an. Dabei bewegen sie sich klanglich deutlich mehr wieder im Black Metal, wie er einst auf “From which of this oak” zu hören war. Dieser Klang wird mit der komplexen Struktur des Vorgängeralbums “Ashes against the grain” kombiniert.
Insgesamt passt an diesem Album einfach alles. Begonnen beim Intro, dass keine Sekunde zu lang oder zu kurz ist, fortgesetzt in jedem einzelnen der 6 Songs. Jede Note, jeder Einsatz, jedes Break, jede Textzeile, jedes Solo passt genau an die Stelle. Auch der Abschluss sitzt und gehört dort hin, nichts scheint verpasst, nichts Überflüssiges gesagt. Nach dem ersten Hören klang es schon perfekt und nach vielen weiteren Malen seitdem noch immer.
Ein weiterer Punkt, der dieses Album so genial macht, ist wohl die Tatsache, dass es als Album wirkt. Es handelt sich nicht um eine Sammlung von Einzelsongs in netter Reihenfolge, es ist mehr als nur ein Durchschnitt von Einzelsongs. Ein jeder Song trägt zum Album bei und wäre allein längst nicht so gut, wenn er nicht genau an dieser Stelle kommen würde. Belegt wurde das in meinen Augen an den Hörproben, die so gern durchs Internet geistern. Als ich “The watcher’s monolith” hörte, war der gut, aber Begeisterung konnte er aber nicht auslösen. Im Album dagegen ist der Zusammenhang hergestellt und somit passt der Song und klingt absolut genial.
Zum Text ein Zitat aus dem Legacy, Ausgabe 69 (November/Dezember 2010):
“Das Album reflektiert eine Reise, die in einem Wald nahe eins Flusses beginnt und ungefähr 24 Stunden später im Ozean endet. Während der 65 Albumminuten vergeht also ein kompletter Tag samt Abend, Nacht und Morgengrauen. Jeder Song steht für einen Haltepunkt auf dieser Reise und eröffnet innerhalb der großen Geschichte kleine Plots.” Besser kann man es wohl nicht zusammenfassen.
Sicher ist “Marrow of the Spirit” für nicht allzu viele überhaupt ein angenehm anzuhörendes Album. Vielleicht lässt sich trotzdem der ein oder andere vom Album begeistern, so wie es mich begeistert.

Das beste Album dieses Jahres ist für mich ein ziemlich junges:
Agalloch ~ Marrow of the Spirit
[…]
Sicher ist „Marrow of the Spirit“ für nicht allzu viele überhaupt ein angenehm anzuhörendes Album. Vielleicht lässt sich trotzdem der ein oder andere vom Album begeistern, so wie es mich begeistert.

Ist definitiv in meiner Top10.

seufz

Es wäre subber, wenn ihr eure Auswahl begründen würdet.

Thread lesen -> denken -> verstehen -> Topicbezogenes überdenken -> nochmal durchlesen -> posten. Manche scheitern schon bei Punkt 1 und 2 :frowning:

Hmm dieses Jahr sind viele sehr gute Alben rausgekommen
Blind Guardian - At the Edge of Time
Heljareyga - Heljareyga
Korn - Korn III
Volbeat - Beyond Hell/Above Heaven
Overkill - Ironbound
(Auf Platz 2)

Aber meine Wahl fällt auf: Bran Barr - Sidh
Das Album ist grandios; Auf der einen Seite sind die Melodien gefühlvoll, schmerzhaft und traurig auf der anderen aber ist der Sound dreckig und brutal und das passt zum Album, denn es erzählt die Geschichte von dem Germanen Faerg, der aufgrund einer Intrige erst ein Dorf zerstört und seine Frau tötet, dann von einer Schamanin verflucht wird und zu halb Mensch halb Tier wird. Nur durch Glück findet er Hexen, die ihm seine alte Gestalt zurückgeben und am Ende sucht er mit seinen Gefährten seinen Widersacher auf, um sich dem entscheidenen Duell zu stellen. Das alles wird umgesetzt durch eine normale Metalband + Violinen, Chor , Flöten in aller Form und Dudelsäcke. Für mich nicht nur eines der besten Alben 2010, sondern auch aller Zeiten

Hmm dieses Jahr sind viele sehr gute Alben rausgekommen
Korn - Korn III

Von KoRn war ich dieses Jahr echt positiv überrascht. Mit dem Album haben sie den neuen Sound, der nötig war, mit dem alten zusammengefügt. Und es passte. Man trat nicht mehr auf der Stelle, wie es Bei den Alben vor „See you on the other side“ war. Da war mit „Issues“, spätestens aber mit „Untouchables“ definitiv die Luft raus. Der vollzogene Stilwechsel war dann notwendig aber irgendwie nicht so recht das Gelbe vom Ei. Mit dem aktuellen Werk ist nun endlich wieder etwas draus geworden.