ARDs "Brutalokids"

Ich habe in der Suche noch kein entsprechendes Thema gefunden, ich hoffe, ich habe es auch nicht übersehen.

Es geht mir hier um die Reportage “ARD-exclusiv: Die Bluttat von Solln - Wie gefährlich sind Brutalokids?” vom 11.7.10.
Schon alleine der Titel ist RTL-würdig, vA natürlich das Wort “Brutalokids” (wie war das mit der Bildung nochmal)?

Das Thema zu bearbeiten mag an sich gut sein, aber diese Art und Weise ist meiner Meinung nach unterste Schublade. Im Film wird dann die wirklich clevere Frage aufgeworfen, ob der Unterschied zwischen arm und reich immer größer wird (toll, ne? Ist noch NIEMAND drauf gekommen, auch nur diese FRAGE zu stellen! :)), um nur ein Beispiel zu nennen. Gerade darauf wird ohnehin so ziemlich alles reduziert, was so schlicht falsch ist.

Außerdem wird hier ständig von “der Szene” gesprochen - was das für eine Szene sein soll, bleibt jedoch unklar. Die Szene aller Jungendlichen??? :smt005 Lustig sind auch natürlich nur dieser Szene vorbehaltene Jargon-Begriffe wie “Opfer” … Öhm, sind diese Menschen, die solche Reportagen machen, wirklich so weltfremd oder tun sie nur so?

Es werden so gut wie alle Klischees bedient, insgesamt ist das Ganze aber sehr substanzlos. Da scheint nicht einmal EINER in der Lage gewesen zu sein, sich zB mit jemandem aus der Täterberatung in Verbindung zu setzen, um wirklich etwas über Täter und deren Emotionen zu erfahren - stattdessen dürfen so etwas dann die Opfer einschätzen - juhu, die können das ja auch so gut wissen…

Gerade der Umgang mit den Opfern ist meiner Meinung nach sehr zu kritisieren - da wird nachgefragt, schön rangezoomt, wenn jemandem Tränen in die Augen steigen usw.

Wirklich gut finde ich auch diese ganzen Leute, die unerkannt bleiben wollten - tja, hat wohl nicht ganz so gut geklappt damit. :mrgreen:

Ansehen kann man sich das Meisterwerk übrigens hier: http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/ … Id=4908082

Naja, Fakt ist alerdings, dass Jugendbrutalität rückläufig ist. Nur gibt es anscheinend den “Ehrenkodex” nicht mehr, dass wenn einer zu Boden geht, Schluss ist.

Und wieso werden die Jugendlichen aus der “Szene” nach den Vorkommen gefragt? Ich denke nicht, dass sie objektiv irgendwas dazu sagen können.
Und das ausgerechnet viele Migrantenkinder in München gewaltätig sind, wundert mich nicht. In keinem anderen Bundesland werden die so untergebuttert wie in Bayern. Schön ist auch, dass der Polizeipsychologe selber sagt, dass die Armen NIE dahin kommen können. Schön, dass es auchmal zugegeben wird.
Und “Hinter der Fassade” nehmen Jugendliche sogar Drogen… Wow…

Die Aussage der Doku ist doch nur, Migrantenkinder und arme sind Gewaltätig. Evtl nehmen sie Drogen. Den Tätern sind die Opfer egal.
Der Titel ist auf Bildzeitung niveau, die Doku finde ich insgesamt auch sehr gehaltlos.

Und wenn Ali weiß, dass er nie an Geld kommen wird, weil Fritz größere Chancen im Beruf hat, angenommen zu werden und aufzusteigen. Die Sind ja nicht blöd. Die merken schon, dass Fritz aufs Gymnasium kommt und Ali auf die Hauptschule bei gleichen Leistungen.
Das Problem ist doch, dass Gegenstände heutzutage den Menschen aufwerten…

Und das ausgerechnet viele Migrantenkinder in München gewaltätig sind, wundert mich nicht. In keinem anderen Bundesland werden die so untergebuttert wie in Bayern. Schön ist auch, dass der Polizeipsychologe selber sagt, dass die Armen NIE dahin kommen können. Schön, dass es auchmal zugegeben wird.
Und „Hinter der Fassade“ nehmen Jugendliche sogar Drogen… Wow…

Lass mich raten, Du warst noch nie in München :roll:
In München gibt es die meisten Ausländer, hat aber die wenigsten Probleme mit Ausländer. München hat es im Gegensatz zu vielen anderen Städten geschafft Ausländer zu integrieren (das mag wohl vor allem an der ansässigen Industrie und den Unis liegen) und Ausländer geben selber an, sich in München am wohlsten zu fühlen.

Das große Problem sehe ich darin, dass sich die Eltern nicht um diese Kinder kümmern, und dann gibt es tatsächlich so etwas wie eine Szene, die auch Kinder aus intakten Familien mitreisen. Es bildet sich letztendlich so etwas wie eine Mode.

Auch das mit den „gleichen Leistungen“ sehe ich als Trugschluss. Meiner Meinung wird in diesen Familien, in denen zwar das Kind die Leistung bringen könnte, aber trotzdem scheitert sich nicht ausreichend um das Kind gekümmert. Und gerade ausländische Familien tun sich dann schwer, wenn sie zB nicht die deutsche Sprache sprechen können.
Wenn dann zB ein Kind unter 10 Jahren als Übersetzer herhalten muss, dann braucht man sich nicht wundern, dass später dann bei der Kommunikation zwischen Lehrer und Eltern etwas nicht stimmt.

Bei armen Familien habe ich auch schon oft mitbekommen, dass sie ihre Kinder nicht unterstütze, nach dem Motto, „ich habe nicht studiert, warum soll es mein Sohn“. Dazu kommen noch die Eltern dazu, die ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe bekommen, wie sollen sie dann das Leben ihrer Kinder auf die Reihe bekommen?

Also finde ich nicht, dass es unbedingt nur Klischees sind, sondern dort tatsächlich etwas dahinter steckt. Nur traut man sich oft nicht das auch explizit anzusprechen.

@ Hurz:

Es geht nicht darum, grundsätzlich zu bestreiten, dass Klischees auch immer einen Grund haben und dass sie auch teilweise zutreffend sind. Das Problem bei dieser Reportage ist die Art, wie diese übermittelt werden und die Rduzierung darauf, dass Jugendliche, WEIL sie aus ärmeren Familien stammen, andere Jugendliche aus reicheren Familien überfallen. Hier ist nicht die Rede vom sozialen Umfeld, es wird NICHT die Zwischenstation Erziehung & Betreuung gemacht, sondern genauso platt dargestellt, wie ich es gerade zusammengefasst habe. Und DAS wird der Thematik nun wirklich nicht gerecht.

Und natürlich gibt es da auch so etwas wie eine Szene - das an sich habe ich ebenfalls nicht angezweifelt. Tatsache ist jedoch, dass in dieser Reportage undifferenziert von irgendeiner Szene gesprochen wird, die nicht näher erläutert oder definiert wird (zB dadurch, was du dazu geschrieben hast).

Kritikpunkt ist zusammenfassend nicht das Thema überhaupt, sondern die Herangehensweise und Umsetzung.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass wenn man die eigentlichen Probleme anspricht sich keine Freunde macht. Egal wo, es wird immer um die eigentlichen Probleme herum geredet, daweil muss man sich zB nur die Konversation am Essenstisch anschauen (die Themen, aber auch den Umgang und Sprache). Ich gehe mal davon aus, dass die Konversation einer Familie aus dem Mittelstand eine andere ist, als die von Geringverdienern (durchschnittlich betrachtet). Das hat auch Auswirkungen auf den Werdegang des Kindes. Wenn dann auch noch zum Abendbrot RTL läuft müssen sich die Eltern dann nicht wundern, dass aus dem Kind nichts wird, denn dann läuft bestimmt nicht nur das schief.

Probleme von Integration darf man sowieso nicht ansprechen, aber es kann doch keiner bezweifeln, dass ein Kind aus einer Familie mit guten deutschen Sprachkenntnissen mehr Chancen hat, als das einer Familie die nicht richtig Deutsch kann.

Das sind aber Themen die nicht angesprochen werden dürfen und so wird um das Problem herumgesprochen oder das Problem wo anders gesucht. Das ist aber nichts neues und nicht nur der Sendung zuzusprechen.

Ich habe in YouTube mal einen kleinen ARD-Bericht über Jugendbrutalität in München gefunden. (http://www.youtube.com/watch?v=XfzQTj8AYow&feature=related) Ich denke mir manchmal warum hier nicht schneller abgeschoben wird… Will man, dass sich noch mehr Leute verletzen oder was? Ich bin weder befürworter der NPD noch für überschnelles Handeln… Aber manchmal Fragt man sich echt…

Anmerkung zum Film: Es sind ein paar inhaltliche Fehler drinnen (Opfer wird nicht nur in dieser Szene als “wort” benutzt), die Szenen in Pasing hätte man lieber am Tag drehen sollen, denn da sieht man, was für angeblicher “Sozialer Brennpunkt” dort ist… Ich wohne da, und ich kann sagen, das diese ganzen Türken und Albaner nur aus Aubing hier her gehen, weil es einen S-Bahnstation ist, und es einen BK gibt :lol: Ich habe keine Angst, nachts an denen Vorbei zugehen. Auch das Übergriffe in S-Bahnen stattfinden ist nicht Richtig… Man könnte eher sagen an Stationen, und den Typen, der OHNE (!) Warnweste über die Gleise geht, hätte ich gleich der Bahnploizei übegeben… (Gefährlicher Eingriff in den Schienen-Verkehr, das hätte teuer werden können :twisted: )

Vielleicht weil wir ein Rechtsstaat sind und wir uns bei einer Abschiebung an die Regeln halten müssen.

Das gilt übrigens auch bei der Rechtschreibung :wink:

Vielleicht weil die Hälfte der “Ausländer” deutsche Staatsbürger sind, ergo nicht abgeschoben werden können?

Will man, dass sich noch mehr Leute verletzen oder was? Ich bin weder befürworter der NPD noch für überschnelles Handeln… Aber manchmal Fragt man sich echt…

Über so einen Kommentar sollte man gut nachdenken bevor man ihn in die Welt setzt :wink:
Wir könnten natürlich einfach jeden Straffälligen vor die Tür setzen (ungeachtet seiner Herkunft). Das würde die Kriminalitätsrate wohl am ehesten reduzieren. So sind auch schon ganze Kolonien entstanden. Also wenn du noch ein unbesiedeltes Fleckchen Erde für uns hast… :smiley:

Ansonsten sag ich einfach mal: zurück zum Thema.

Ich habe die Sendung nicht gesehen und werde sie mir auch sicherlich nicht ansehen, es sei denn der Fernsehkritiker würdigt diesen neuen Tiefschlag der Fernsehunterhaltung mit einem Beitrag in der nächsten Ausgabe von Fk-TV.

Und wenn Patrick groß ist, will er bestimmt zu 9Live.

edit Das Focus Online Zitat habe ich nur schnell gegoogelt um irgendwas zum Thema in der Hand zu haben, es handelt sich dabei nicht um einen Beitrag zur Sendung sondern um einen Artikel zur Früheinweisung von Strafauffälligen Jugendlichen in die Psychiatrie aus dem Jahr 2000. KRIMINALITÄT: Check für Brutalo-Kids - FOCUS online

So damit habe ich das Thema schon wieder knapp verpasst. Ist ja auch schon spät :stuck_out_tongue: