ARD Brisant 18.4. 17:15

Hallo miteinander.

Eben saß ich im Wohnzimmer und musste leider diese grässliche Brisant Sendung mit ansehen, wo mir auf einmal etwas sehr grässliches auffiel.

Es ging um die Berichterstattung in diesem “Fall Dennis” (ernsthaft, warum muss man die immer nach dem armen Ermordeten Jungen benennen? Ich brauch keine emotionalisierte Berichterstattung, niemand spricht vom alten Erich, der im Park verprügelt wurde, wenn das mal vorfällt…um mal relativ frei klopfers-web.de zu zitieren). Man zeigte alte Videoaufnahmen des Geständigen, in welchem man die Gesichter der Kinder verpixelte - seines hingegen nicht. Das zählt in unserem Rechtsstaat auch zum Täterschutz, der auch eine Wahrung der Persönlichkeitsrechte beinhaltet (selbstverständlich) und deshalb hat ein Magazin der Öffentlich-Rechtlichen dagegen verstoßen.

Ist vielleicht keinen eigenen Beitrag wert (Brisant komplett ist grässlich, eine einzige Boulevard-Mitleidssendung, aber man kann da nicht viel drüber machen), aber ich denke, für Kurz kommentiert wärs vllt doch etwas.

Es war diese Sendung: http://programm.ard.de/Programm/Jetzt-i … t&start=17

Btw: Auf der aktuellen Brisantseite wird in der Dennis-Berichterstattung auf einen NDR Bericht verwiesen, der auch ein Video drin hat (der hier: http://www.ndr.de/regional/niedersachse … is369.html), das ist ausdrücklich NICHT der, den ich meine! Rein prophylaktisch.

Bei SpiegelTV gestern Abend waren auch nur die Kinder verpixelt. Hat mich auch da schon gewundert / geärgert.

Im Fall Mirco wurde bei privaten Sendern ebenfalls das unverpixelte Gesicht des mutmaßlichen Täters gezeigt. Im ZDF nicht. Keine Ahnung, wie Brisant das damals machte.

Oh pardon! Mir fällt gerade auf - unten rechts war auch eingeblendet irgendetwas mit Spiegel TV und meine Mutter sagte auch dass das gestern auch so bei Spiegel-TV lief. Mea culpa…

Also wenn jemand danach sucht, am besten nach dem Bericht. :slight_smile:

Das zählt in unserem Rechtsstaat auch zum Täterschutz, der auch eine Wahrung der Persönlichkeitsrechte beinhaltet (selbstverständlich) und deshalb hat ein Magazin der Öffentlich-Rechtlichen dagegen verstoßen.

Der Täterschutz im deutschen Rechtssystem ist rechtlich einfach gesagt aber ne Ermessensfrage. Man wiegt da meistens zwischen der Pressefreiheit und dem Persönlichkeitsrecht des Täters ab.

^^ Das mag angehen, wenn es sich um rechtskräftig verurteilte Täter handelt. Im konkreten Fall liegt zwar ein Geständnis vor, dennoch muss der Verdächtige bis zu einem Schuldspruch ein Recht auf Anonymisierung haben. Es findet aufgrund der Berichterstattung eine Vorverurteilung statt. Dass der Familienname auf N. verkürzt wird, reicht nicht aus.

Der SpiegelTV-Beitrag ist in vier Teilen bei SpOn abrufbar. Davon zeigen zwei Coverbilder das unverfälschte Gesicht des mutmaßlichen Täters. Da führt offenbar die Schweiger-Guttenberg-Diekmann-Fraktion das Regiment.

http://www.spiegel.de/sptv/magazin/