Afrikabild im TV

Eine sehr schöne Zusammenfassung wie im Fernsehen über Afrika und deren Einwohner berichtet wird:
http://www.philibuster.de/themen/stroem … hmann.html

Von RTL und Co. ist man ja nichts anderes gewohnt, aber das man im “aktuellen Sportstudio” einen Spieler afrikanischer Herkunft ernsthaft zum trommeln auffordert konnte ich kaum glauben.

Das ist fast so wie Franz Beckenbauer zu fragen, wieso er denn nicht in Lederhose erschienen sei :ugly

Die Präsentation des Maskottchens zum nächsten Afrika Cup in Gabun und Äquatorialguinea bestärkt mich in meinem Glauben, dass Afrikaner gerne trommeln und sich Affenkostüme anziehen:

http://www.dailymotion.com/video/xl58yj … eiled_news

Im Sommer habe ich viele sehr gute Afrika-Dokumentationen auf 3sat (oder zdfinfo?) gesehen, wo keine Klischees propagiert wurden und die Lebenssituationen auf dem Kontinent ausführlich dargestellt wurden. Ich kann mich erinnern, gedacht zu haben “Gut, das hat es vor zehn Jahren in dieser Form und Fülle in den öffentlichen Medien nicht gegeben.” Ich denke das Menschenbild im Fernsehen gleicht sich (vielleicht senderabhängig) langsam aber sicher der Realität an.

Dass Didier Ya Konen zum Trommeln aufgefordert wird, finde ich überhaupt nicht schlimm und er macht es doch gut. Wenn man einen ausländischen Gast hat, der auch ausdrücklich ein Instrument beherrscht, kann man ihm ja auch anbieten ethnische Musik, die in diesem Fall nunmal stark rhytmuslastig ist und dramaturgisch gut eingesetzt wurde, zu spielen. Das ist ein Kulturgut und durchaus geschmackvoll. Die einleitende Formulierung hätte man sich sparen können, war aber wohl eher als Kompliment gemeint und ist verzeihbar.

Das Maskottchen ist auch gut gewählt.

Die Präsentation des Maskottchens zum nächsten Afrika Cup in Gabun und Äquatorialguinea bestärkt mich in meinem Glauben, dass Afrikaner gerne trommeln und sich Affenkostüme anziehen

Und die gerade zu Ende gegangene „Wiesn“ (außerhalb Bayerns auch als Oktoberfest bekannt) hat mich im meinem Glauben bestärkt das „Deutsche“ gerne Lederhosen und Dirndl tragen sowie bei Volksmusik Bier aus Literkrügen trinken.

@ asdrubae

Das tun nicht alle deutschen gern und die meiste Zeit des Jahres kann ich als Hamburger sehr gut ohne Lederhose leben. Wenn ich in einer afrikanischen Sportsendung aufgefordert werden würde, eine Lederhose anzuziehen und Bier zu trinken, hätte ich damit trotzdem kein Problem. Ich mag Bier und Lederhosen sind ein Augenzwinkerklischee mit humorpotential.
Das viele Afrikaner ein Faible für afrikanische Musik haben, ist eine wenig angezweifelte Theorie und das afrikanische Musik in unserem Kulturkreis die Neugier der Zuschauer weckt finde ich ermutigend und auf keinen Fall verwerflich. Ya Konen beherrscht das Trommeln und ist als Fußballer auch Represäntant einer “fremden” Kultur in unserer Gesellschaft. Teil von Integration ist auch die Präsentation der eigenen Kultur, denn kennen ist eine Vorraussetzung für aktzeptieren, was wiederum der erste Schritt zum integrieren ist.
Wenn das Weltbild des Zuschauers durch eine, in der Fremde über Jahrtausende gewachsene, Komponente erweitert wird, dann öffnet das in meinen Augen Türen.
Die angesprochene Szene in der Sportschau habe ich nicht gesehen, aber solange das ganze repektvoll und auf Augenhöhe abgelaufen ist, habe ich nichts dagegen einzuwenden.
Man muss nicht auf alles immer mit der Rassismuskeule hauen.

Wie man’s macht, isses verkehrt. Kaum zieht sich ein afrikanischer Spitzenfußballer auf der Wiesn Sepplhosen an, wird er von der BDM-Tussi sofort als schwul verunglimpft.

http://www.youtube.com/watch?v=9tIXglAEFe0

Interessant, dass selbst hier im Forum ein bedeutsamer Fehler passiert:

Afrika ist ein ganzer Kontinent mit über 1 Milliarde Menschen und es gibt dort unzählige Kulturen.
Das Vergleichsniveau “Afrikaner der trommelt” und “Deutscher der Lederhosen” trägt ist da überhaupt nicht zutreffend.

Vielmehr müsste man sich vorstellen, dass man als Deutscher in Afrika gebeten würde, doch mal sibirische Volkstänze zu zeigen oder dass ein Spanier doch Lederhosen tragen soll oder wenn ein Skandinavier doch mal zeigen soll, wie ein Matador denn das Tuch schwingt.

Außerhalb der reinen geographischen Bezeichnung gibt es nicht “das Afrika” und die kulturelle Einheit ist in Afrika noch weit aus geringer als die europäische kulturelle Einheit. Für die Medien ist dies aber ständig einfach “Afrika” . Differenzierte Betrachtung ist Fehlanzeige. Und auch wenn es natürlich sein kann, dass jemand aus Afrika tatsächlich gerne trommelt, ist genau dieses Klischee-Bild so ausgelutscht und letztlich kulturell simplifizierend, dass es eine moderne Sendung möglichst vermeiden sollte. Stellt man nun mal wieder den afrikanischen Trommler dar, hat das nichts mit Integration und Vergrößerung des kulturellen Angebotes zu tun, denn das Klischee ist uralt und nichts neues mehr.

Afrika ist ein ganzer Kontinent mit über 1 Milliarde Menschen und es gibt dort unzählige Kulturen.
Das Vergleichsniveau „Afrikaner der trommelt“ und „Deutscher der Lederhosen“ trägt ist da überhaupt nicht zutreffend.

Das ist natürlich völlig richtig, mir ging es mehr um den Vergleich das irgendein Fußballcup (Fußball-Afrikameisterschaft) bei dem gerade mal 16 Mannschaften antreten (Afrika hat alleine 52 Länder) und Ägypten der Rekordhalter ist für Gesamt „Afrika“ stehen soll. Das ist ebenso absurd wie ein lokales bayerisches Event für eine Repräsentation von ganz Deutschland zu halten oder um in der Größenordnung zu bleiben für gesamt Westeuropa.

„Der Deutsche/Europäer trinkt gerne Bier und trägt Lederhose“ ist für mich kein „Augenzwinkerklischee“ sondern schlicht verallgemeinernder Unfug. Ebenso „der Afrikaner hört gerne afrikanische Musik“ und die stammt dann am besten noch von der Kolumbianerin Shakira :ugly

Passend hierzu auch „der Asiate“:
http://farorientalism.blogspot.com/2011 … llern.html