Afghanistan- Dokumente auf Wikileaks

Stellt sich natürlich erstmal die Frage was schwerer wiegt: Die Veröffentlichung geheimer (militärischer) Unterlagen oder das darin veröffentlichte Material. Ich denke mal eher letzteres, wobei das meiste davon ja nun auch nicht so völlig neu ist. Allerdings drohen dem Whistleblower Bradley Manning nun bis zu 52 Jahren Haft.

In der Fülle stelle das Material alles in den Schatten, was über den Krieg in Afghanistan gesagt worden sei. „Diese Daten sind die umfassendste Beschreibung eines Krieges, die es jemals während eines laufenden bewaffneten Konflikts gegeben hat (…).“ Assange stellte klar, dass das gesamte Material vor der Veröffentlichung daraufhin überprüft worden sei, ob durch Details tatsächlich Soldaten im Afghanistan-Einsatz oder deren Verbündete in Gefahr geraten könnten.

Wenn dem so ist was die Prüfung angeht kann man nicht mal von fahrlässiger Gefährdung durch die Veröffenlichung sprechen.

Tja, wenn Manning mit einem Unbekanntem darüber chattet, dann hilft auch der beste Informantenschutz nichts mehr. Schließlich hat dieser Unbekannte Manning beim FBI verraten.
Spiegel-online hat, als “Vertriebspartner” von Wikileaks, ne ganze Menge an Text produziert
http://www.spiegel.de/thema/afghanistan_krieg/

Was aber wiederum dem Image des US-Militärs eher noch mehr schadet als es nützt, nachdem bereits ja das berüchtigte Video vom Apache Hubschrauber durch die Medien ging (u.a. bei Frontal und SpiegelTV - mehre Versionen zu finden auf YT)
Es wurden ja schon fleißig Spenden gesammelt.
http://www.bradleymanning.org/

Wäre doch gut möglich, das das Urteil doch nicht so hart ausfällt.

Nachtrag: Desweiteren könnte ich mri auch durchaus vorstellen, dass hier ein Exempel statuiert wird um künftige “Verräter” abzuschrecken.

Was mir eher Sorgen bereitet ist, inwieweit durch den steigenden Bekanntheitsgrad von WikiLeaks dieses Medium zunehmend für gezielte Informationspolitik missbraucht wird, z.B. durch FakeInformanten. Und was am Ende wiederum daraus von den Nationen gekocht wird, die nicht eingeweiht sind.
Bisher genießt Wikileaks ja noch ein ziemlich guten Ruf was Authenzität anbelangt, aber ob das so bleiben wird ist fraglich.

Ich bin was Wikileaks angeht auch sehr skeptisch. Auf den ersten Blick sind die der Erzfeind jeglicher Nachrichtendienste und sonstiger Geheimniskrämer; tatsächlich könnte es aber auch genau das Gegenteil sein. Wikileaks bietet sich ja geradezu an um über die Plattform gefälschte Dossiers zu publizieren.

Und hier noch ein Kommentar aus der New York Times, der mir aus der Seele spricht:

Die New York Times, der Guardian und der Spiegel haben nichts falsch gemacht, als sie die Dokumente überprüften und exzerpierten. Doch Wikileaks selbst ist eine andere Angelegenheit. Herr Assange sagt, er sei ein Journalist, doch das ist er nicht. Er ist ein Aktivist, und was seine Ziele sind, ist unklar. … Wenn es sein Wunsch ist, Frieden zu fördern, dann sind Assange und seine Sorte Aktivist nicht so hilfreich, wie er glaubt." – Andrew Axum

Das ist hoffentlich nur ein erster Schritt, diesen dreckigen, verabscheuungswürdigen und verbrecherischen Krieg endlich als solchen zu zeigen, damit alle wissen was WIRKLICH am “Hindukusch” los ist, was die USA und ihre Verbündeten dort für Verbrechen angerichtet haben, wie unbeliebt die Besatzer dort wirklich sind, das es Al-Quaida nicht gibt ( Taliban ), dass Afghanistan niemals eine Gefahr für den Westen ist, usw.
In Washington knirscht man mit den Zähnen, das zeigt, dass vieles, was eigentlich keiner wissen sollte, nun für alle sichtbar ist, so soll es sein, die Lüge siegt nie, die Wahrheit siegt immer.
Die freien Medien sind einfach besser als die MSM.
Es lebe Wikileaks, Guardian, Bradley Manning u. Julian Assange !

Die Afghanistan Dokumente liefern nicht wirklich viel neues und wirklich brisantes ist kaum dabei.
Taktisches Vorgehen wird dadurch ersichtlicher.
Es dauert ja einige Zeit alles zu sichten, ob evtl gezielt mit zivilen Opfern kalkuliert wurde etc.

Irakkriegdokumente und Planungen wären viel interessanter, denn das würde die Regierung unter Bush Jr und die Republikaner in eine tiefe Krise stürzen.

Irakkriegdokumente und Planungen wären viel interessanter, denn das würde die Regierung unter Bush Jr und die Republikaner in eine tiefe Krise stürzen.

Wie tief kann eine Regierung denn noch stürzen, wenn sie nicht mehr im Amt ist? :lol:

@Vorposter:
Stimmt, die Republikaner sind ja alle ausgewandert nach Kanada nachdem Obame und die anderen Demokraten sie in die Flucht geschlagen hatten. - Ähnliches Spiel bei uns in Deutschland : Merkel wird Bundeskanzler und die Opposition aus Sozialdemokraten flüchtet hinter die neu errichtete Mauer im Osten. - Infolge dieser erschütternden Niederlage verpassen die Republikaner sogar den Ablauf der 4jährigen Amtsperiode und Obama bleibt Präsident auf Lebenszeit.
Ist doch sonnenklar - also wayne die Republikaner ?! :wink:

Lies richtig, Strike hat tatsächlich geschrieben

denn das würde die Regierung unter Bush Jr […] in eine tiefe Krise stürzen.

Ich konnte mir den Scherz gerade noch verkneifen, den dann ezzendy geschrieben hat :wink:

@radioven: Ist mir schon klar was er meinte, aber den Satz „die Regierung unter Bush Jr […] in eine tiefe Krise stürzen“ fand ich einfach witzig. :smiley:

Damit war Bushs Kabinett gemeint ihr Quatschköpfe. :wink:

Wenn Irakdokumente eindeutig Kriegsverbrechen zeigen würden, sieht man Bush demnächst in Den-Haag.

…Bisher genießt Wikileaks ja noch ein ziemlich guten Ruf was Authenzität anbelangt, aber ob das so bleiben wird ist fraglich.

…Wikileaks bietet sich ja geradezu an um über die Plattform gefälschte Dossiers zu publizieren.

Die Möglichkeit besteht natürlich.

… das es Al-Quaida nicht gibt ( Taliban )…

Aus welchen Motiven die Kriege in Afghanistan und andernorts geführt werden mag die eine Sache sein. Die Befreiung des Volkes wird sicher nicht höhste Priorität gewesen sein. Fundamentalistische Organisation(en) - mit recht interessanten politischen Wurzeln - gibt es jedoch schon.

Wenn Irakdokumente eindeutig Kriegsverbrechen zeigen würden, sieht man Bush demnächst in Den-Haag.

Na das würde ich dann gern mal erleben. Wie stehen denn die Wettquoten dass jemals ein (Ex-) US-Präsident sich jemals dort verantworten muss. Da würd ich vielleicht sogar was setzen :mrgreen:

Damit war Bushs Kabinett gemeint ihr Quatschköpfe. :wink:

Wenn Irakdokumente eindeutig Kriegsverbrechen zeigen würden, sieht man Bush demnächst in Den-Haag.

Ähm, das Verbrechen ist der Krieg ansich, da er ohne Un-Mandat geführt wurde und es sich somit um einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg handelt. Das allein würde ein Gerichtsverfahren rechtfertigen.

Zu den Dokumenten:
Ich habe sie noch nicht gelesen. Da sie aber Informationen aus erster Hand bieten sollen, sind sie die letztendliche Bestätigung für mögliche Kriegsverbrechen, sollten diese daraus hervorgehen. Das die Medien die Brisanz eher etwas herunterspielen ist nur verständlich, zeigen sie doch ihre Schwäche, was investigative Recherche angeht. Manning hatte seine Gründe, sich an wikileaks zu wenden.

Rudy Mentaire

Das ist ja klar.
Es geht aber darum, wer die Drahtzieher des Krieges sind.

Das ist ja klar.
Es geht aber darum, wer die Drahtzieher des Krieges sind.

Es spielt ja juristisch kaum eine Rolle, in wessen Interesse die US-Regierung handelt. Verantwortlich für das Führen eines Krieges ist der Oberbefehlshaber der Streitkräfte und das ist laut Verfassung der US-Präsident. Im Falle Irak, gibt es m.E. nichts, was gegen einen Prozess sprechen würde, da der dringende Verdacht auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit besteht. Aber wann hat man jemals einen US-Präsidenten in Den Haag gesehen? Die USA hat offensichtlich ihre Gründe das Rom-Statut nicht zu ratifizieren…

Rudy Mentaire

Im Falle Irak, gibt es m.E. nichts, was gegen einen Prozess sprechen würde, da der dringende Verdacht auf Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit besteht.

In welchem Krieg wäre das mal nicht der Fall gewesen? Wenn würde es zum Nachweis kommt kommt es höhstens zu Bauernopfern. Dann sind wieder die Miltärs vor Ort Schuld.

Auch wenn es Bauernopfer gäbe, wäre das Ansehen der geleakten Namen im Eimer.
Dann wäre es eben strategisch klug für die Demokraten das Dokument zu ratifizieren um noch mal nachzutreten.
Bei der derzeitigen Stimmung könnte es bei einem passenden rep. Gegner mit der Wiederwahl nicht klappen.

Dass dann aber noch strenger gegen Whistleblower vorgegangen wird ist natürlich selbst verständlich man will ja kein Schwert gegen sich selbst richten.

BTT:

Ich habe einge Dokumente gelesen und kann irgendwie nicht glauben, dass das ein Gefreiter in die Hände bekommen hat, wie es die USA offiziell sagt.
Da leakt es schon in den höheren Rängen.

Die Bush Junta legt nach:

WikiLeaks must be stopped

By Marc A. Thiessen
Tuesday, August 3, 2010

Let’s be clear: WikiLeaks is not a news organization; it is a criminal enterprise. Its reason for existence is to obtain classified national security information and disseminate it as widely as possible – including to the United States’ enemies. These actions are likely a violation of the Espionage Act, and they arguably
http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2010/08/02/AR2010080202627.html

Lesenswerte Parodie:

http://toofar.tv/welcome/?p=527

Danke Fefe!

Das tolle ist ja auch, dass die „blood on hands“-These nicht haltbar ist, da Wikileaks das weiße Haus vorab die Einsicht angeboten hat, um evtl.Passagen über Informanten zu schwärzen - wurde abgelehnt.

Also alles richtig gemacht.

@ bluntman: auch geil „Wikileaks spreading dangerous things like ‘truth’ and ‘reality’“ :smiley: So sieht es aber nun mal die herrschende Instanz.

Der TooFar Artikel ist total geil. Ich hab mich bepisst …

To make matters worse, WikiLeaks founder Julian Assange has wispy white hair, doesn’t wear glasses and is Australian – making it difficult to hate his ethnicity, appearance or simply dismiss him as a pansy/terrorist/communist/nerd. That hasn’t stopped many from trying though.

“Let’s make one thing clear, WikiLeaks founder Julian Assange is a pansy. A terrorist. A communist and a nerd. Probably a pedophile as well,” asserted Darren Worben, a radio host. ”He spends his whole life on the internet. As we all know, the internet is a favorite hangout for pedophiles, so you draw your own conclusions. I’m not here to tell you what to think. Also, another thing, if you don’t think that Julian Assange is a nazi who hates America, then you are an idiot, a socialist and a molester of small rodents.”

Andererseits denke ich wie lange es wohl dauert, bis Julian Assange einen „Unfall“ haben oder verhaftet wird. Bei den Amis kann man das nie so genau wisssen.