50 Jahre Panorama

Nun,

50 Jahre alt ist sie nun geworden: die altehrwürdige Lady des investigativen Journalismus im deutschen Fernsehen. Seit 50 Jahren legt sich Panorama mit Politiker und Wirtschaftsbossen an. Doch dabei ging es immer nur um eines: die Aufklärung von Missständen in der Gesellschaft. Seit fünf Jahrzehnten polarisiert dieses Magazin, nicht nur in der Öffentlichkeit sondern auch innerhalb der ARD. In den Jahrzehnten haben viele namenhafte Journalisten bei Panorama gearbeitet: Peter Scholl-Latour, Stefan Aust, Luc Jochimsen, Alice Schwarzer oder auch Kuno Haberbusch.

Aus aktuellem Anlass gibt es derzeit das gesamte Archiv mit allen Sendungen seit 1961 auf der Homepage http://www.panorama.de! Und am Samstag gibt es im NDR ab 23:15 die Doku “Unbequem und Unbestechlich” sowie ab 00:00 eine dreieinhalbstündige Sendung in dem die spektakulärsten Recherchen der letzten 50 Jahre zusammengefasst werden.

In diesem Sinne, alles alles gute zum 50 jährigen Jubiläum! Gerade heutzutage, in der immer mehr an investigativen Journalismus gestrichen wird, alles in Sekundenschnelle gehen muss und es für viele einfach bequemer ist bei Google abzuschreiben oder Agenturmeldungen zu übernehmen, ist eine Sendung wie Panorama wichtiger denn je! Dass das Magazin nach 50 Jahren immer noch ein linkes Magazin ist und sich nicht Gemein mit der konservativ-kapitalistischen Denke der Institutionen macht; sondern u.a. viel lieber soziale Ungerechtigkeiten aufdeckt, unterstreicht die Bedeutung der Sendung ungemein!

Auf die nächsten 50 Jahre!

alle Politmagazine der 60er-80er Jahre sind ein Highlight der deutschen TV Unterhaltung gewesen! Heutzutage wird diesen Sendungen die Sendezeit gekürzt was in meinen Augen ein Skandal war (ist)
Bei diesen Magazinen saßen noch Leute die ihr Handwerk verstanden.

Wenn Du dir mal die Panorama-Sendungen der letzten Jahre anschaust, wirst Du feststellen: da sitzen auch heute noch Journalisten die ihr Handwerk verstehen. Im Endeffekt hat man die sendezeit ja deswegen gekürzt, weil es einfach zu viele Politiksendungen gibt. Zum Beispiel hat jede Anstalt - BR, NDR, MDR, WDR, SWR - sein eigenes Politmagazin im Ersten. Das - sowie natürlich auch der exorbitant hohe Anteil der Polit-Talkshow - fürht zu einer extremen Übersättigung. Und das ist eigentlich schädlich als förderlich. Früher war man ja relativ konkurrenzlos und somit hatten die Beiträge auch mehr Gewichtung in der öffentlichen Wahrnehmung. Ehe man also die Sendezeit erweitert, sollte man lieber ein paar sendungen zurückfahren (was ja nicht geschehen wird - eher im Gegenteil ab Herbst). Zum Beispiel finde ich Sendungen wie “Fakt” oder “Report München” laange, lange nicht so informativ wie Panorama (die einzige Sendung die in etwa an Panorama herankommt ist “Monitor” vom WDR). Aber das sieht wahrscheinlich jeder anders.