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  1. #9691
    inglourious bastard Avatar von MBS

    Ort
    „Made it, Ma! Top of the world!“

    AW: Politischer Smalltalk

    Ich bezweifle, dass unabhängig vom Nahostkonflikt der Hass auf Juden in der arabischen Welt in dem Maße zugenommen hätte.
    Krieg bringt ja bekanntermaßen das allerschönste im Menschen hervor.
    Krieg ist Ausnahmezustand.
    Während der Weltkriege herrschte in der alliierten Welt ein Bild vom Deutschen, dass dem des Juden in der heutigen islamischen Welt nicht unähnlich ist.
    Siehe Propaganda:




    Deutschstämmige Bürger in den USA wurden massiv diskriminiert:

    Nachdem das Deutsche Reich am 1. Februar 1917 den uneingeschränkten U-Boot-Krieg ausgerufen hatte, in dessen Verlauf viele amerikanische Staatsbürger ums Leben kamen, erklärten die Vereinigten Staaten Deutschland am 6. April den Krieg. In der amerikanischen Bevölkerung, die Parolen wie Halt the Hun! (deutsch: „Haltet den Hunnen auf!“) ausgesetzt war, entstand eine anti-deutsche Hysterie, in deren Verlauf Deutsche – auch Personen, die irrtümlich für Deutsche gehalten wurden – beschimpft, bespitzelt, denunziert, vereinzelt auch angegriffen und gelyncht wurden. Deutschamerikaner standen unter erheblichem Druck, ihren Patriotismus unter Beweis zu stellen, indem sie Kriegsanleihen erwarben. Auch zu Bücherverbrennungen, bei denen deutschsprachige Bibliotheksbestände vernichtet wurden, kam es wiederholt. Ermutigt waren solche Mob-Ausschreitungen durch die Politik der 26 Bundesstaaten, die Gesetze gegen den Gebrauch der deutschen Sprache verabschiedeten.


    https://de.wikipedia.org/wiki/Geschi...rste_Weltkrieg
    Viel anders von der Situation her ist es auch nicht, wenn heutzutage die Konflikte im Kriegsgebiet Nahost hier in Europa ausgetragen werden.

  2. #9692
    inglourious bastard Avatar von MBS

    Ort
    „Made it, Ma! Top of the world!“

    AW: Politischer Smalltalk

    Zitat Zitat von Maschendraht Beitrag anzeigen
    Diesen Glauben von Menschen kann man also höchstens empirisch erfassen und DANN hat man näherungsweise eine Vorstellung, was eine Religion zum gegenwärtigen Zeitpunkt im DURCHSCHNITT ist. Heutzutage ist das Christentum im Durchschnitt dann friedlicher und offener als der Islam, der im Durchschnitt konservativer und autoritärer ist. Das war nicht immer so und das muss nicht immer so bleiben. Trotzdem kann man sehr wohl festhalten, dass viele den Islam konservativ und autoritär auslegen und dass das ein Problem ist. Von gewalttätigen/terroristischen Auslegungen ganz zu schweigen.
    Mir sind keine empirischen Studien bekannt, die einen direkten Radikalitäts-Check zwischen Christen und Muslimen machen.
    Ich denke aber, dass die Unterschiede sich als marginal herausstellen würden, je differenzierter die sozialen und ökonomischen Parameter gesetzt werden.
    Also Lebensumgebung, Geschlecht, Bildung, Erziehung, Beruf, Alter, usw.

    Der Vergleich zwischen zwei verheirateten, gutbetuchten Ärzten unterschiedlichen Glaubens dürfte anders ausfallen als der zwischen einem Arzt und einem delinquenten Jugendlichen.

  3. #9693

    AW: Politischer Smalltalk

    Ja und Nein. Natürlich spielt der materielle Hintergrund und der Bildungsstand eine Rolle. Nichtsdestotrotz vermute ich, dass immer noch Unterschiede erkennbar bleiben. Die politische Führung, die ja sehr gebildet und wohlhabend ist in muslimischen Ländern, trägt ja das ganze System. Siehe Saudi-Arabien, Iran usw.

    Oder nehmen wir die islamistische Muslimbruderschaft. Wenn man sich mal anschaut, wer da im Laufe der Zeit zur Führungsriege gehörte, stellt man fast: lauter Ärzte, Ingenieure, Tiermediziner, Physiker.

  4. #9694
    inglourious bastard Avatar von MBS

    Ort
    „Made it, Ma! Top of the world!“

    AW: Politischer Smalltalk

    2 Kritikpunkte dazu:

    Zum einen:
    Du gehst wie selbstverständlich (edit: offensichtlich) davon aus, dass z.B. deutsche Ärzte im Vergleich zu saudi-arabsichen Ärzten weniger zu religiösem Eifer neigen müssen.
    Woher willst du wissen, wie die saudischen Bildungsbürger wirklich ticken.
    Nur weil sie in einem Gottestaat leben, müssen sie nicht automatisch weniger liberal sein, bzw, konform gehen mit der herrschenden religiösen Doktrin.
    Die Kehrseite von autoritärer Religiosität ist immer Doppelmoral und Bigotterie.

    Und genau das scheint auch in Saudi-Arabien der Fall zu sein.
    Wie jüngste Enthüllungen gezeigt haben, führt die Oberschicht des Landes ein eher westlich geprägtes Leben.
    Alkohol ist in Saudi-Arabien offiziell verboten und wird auf dem Schwarzmarkt teuer gehandelt. Von Anstandsüberwachern keine Spur, denn „die Religions-Polizei hält sich fern, wenn solche Partys mit Mitgliedern der königlichen Familie stattfinden oder von ihnen ausgerichtet werden“, heißt es laut Wikileaks.
    ...
    „Unter der Oberfläche genießt die Jugend in Saudi-Arabien relativ viele Freiheiten, auch was die Sexualität anbelangt“, so das abschließende Urteil des US-Diplomaten.

    http://www.tagesspiegel.de/politik/w...n/3596414.html
    Im Iran herrscht ein ähnliches Bild, dass geprägt ist von Scheinheiligkeit.
    Im Animationsfilm Teheran Tabu versuchen die Autoren diese verborgene Welt der Doppelmoral zu durchleuchten.

    Zum anderen:
    Mag so sein, dass die politische Führung in Saudi-Arabien trotz guter Bildung das System mitträgt.
    Aber diese "Bildungsbürger" sind auch Nutznießer des Systems.
    Das muss ja nicht heißen, dass alle Bildungsbürger Saudi-Arabiens radikale Islamisten sein müssen.
    Möglicherweise glauben sie selber nicht mal an den Scheiß, was sie zum Gesetz erklärt haben.
    Wie viele hochrangige Nazis waren Akademiker?!
    Ich habe nicht behauptet, dass jeder Bildungsbürger liberal eingestellt sein muss, sondern dass es allgemein eine Korrelation zwischen sozio-ökonomischen Hintergrund und Religiosität eines Menschen gibt, und zwar unabhängig davon, ob Moslem oder Christ.

    Wenn du die religiösen Wertvorstellungen der Muslimbrüder mit den religiösen Wertvorstellungen einer ähnlich gearteten christlichen Gruppierung vergleichst, wirst du marginale Unterschiede feststellen.
    Z.B. mit radikal-christlichen Milizen in Uganda oder Zentralafrika oder der CDU/CSU
    Geändert von MBS (10.12.2017 um 22:14 Uhr)

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