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Ergebnis 261 bis 262 von 262
  1. #261

    AW: Star Trek - Der große Thread!

    In einer Zeit, in der Schwarze nur hinten in den Bussen sitzen durften, nicht die gleichen Toiletten wie Weiße benutzen durften, Sitzbänke noch die Aufschrift "For Whites only" hatten und nebst "Hunde müssen draussen bleiben" auch Schwarze bestimmte Geschäfte nicht betreten durften, erschuf Roddenberry eine Utopie unserer Zukunft, in der egal welcher Hauptfarbe, Rasse oder Geschlechts, wir alle gleichwertig zusammenarbeiten und leben. Das eine schwarze Frau in einer Führungsposition, umringt von Weißen, in der Hauptzentrale des Raumschiffs, der Brücke, gleichberechtigt neben den Weißen arbeiten durfte, dass war für damalige Verhältnisse (siehe oben) eine unvorstellbare Utopie! Das ist der Geist von Star Trek! In einer Zeit, in der die Welt am Abgrund des 3. Weltkriegs stand (Kuba Krise) erlebte ein Amerikaner, ein Ausserirdischer (Spock), eine Schwarze, ein Asiate und ein RUSSE in Zusammenarbeit Abenteuer in der fernen Galaxie, ohne das aufgrund ihres Aussehens, Rasse, Herkunft oder gesellschaftliche Zugehörigkeit, der eine oder die andere minder behandelt wurde, oder sich einen "dummen Spruch" anhören musste. Hierzu empfehle ich im übrigen sich das amerikanische Original anzuschauen, da in der deutschen Übersetzung viele flappsige Sprüche eingebaut wurden, die so gar nicht vorkamen (wundert mich das die Serie bis heute noch kein Fall für "Asynchron" war, aber vielleicht kommt das ja noch ;-)

    Desweiteren sind NICHT alle Völker minderbemittelt oder werden als minderwertig dargestellt, alleine die ikonischte aller Star Trek Völker, die Vulkanier, werden stehts dem Menschen an Logik überlegen dargestellt.

    SciFi wiederum dient, und dies hat Roddenberry stehts so auch betont, als ein fantastisches Mittel um zeitaktuelle Misständnisse dem Zuschauer anschaulich näher zubringen, in dem z.B. Aliens bestimmte überzogene Charakterzüge darstellen, mit welchen dann Konflikte dargebracht werden. Daher stimmt auch Deine Kritik das Klingonen als agressiv und in der alten Serie die "Russen" darstellen sollten. Diese Vereinfachung dient aber nur um einen Konflikt in der Serie aufzubauen, mit welchen dann zeitaktuelle Ereignisse anschaulich dargestellt und dann mittels Lösungsansätzen aufgelöst werden sollen. Desweiteren darf man nicht vergessen, dass Sci-Fi, gerade in Amerika, es eher ermöglicht solche Konflikte etc... anzusprechen. Das hört sich vielleicht komisch an, aber z.B. ne schwarze Frau in einer Führungsposition wäre in einer nicht Sci-Fi Serie unmöglich umzusetzen gewesen, aber im Genre des Sci-Fi ist dies ja als "Fiction" eher durchzubringen. Gerade im Kontext was das konservative Amerika der 60er Jahre anging. Nicht umsonst hat Martin Luther King Nichelle Nichols angerufen und sie eindringlichst gebeten bei Star Trek weiterzumachen, (nachdem sie eigentlich vorhatte am Ende der 2. Staffel auszusteigen), weil laut ihm, soviele amerikanische schwarze Mädchen erstmalig im TV eine schwarze Frau als Vorbildsfunktion sahen, und verstanden das auch sie etwas werden können, frei des damaligen Rassenhasses.

    Star Trek wurde dann über die Jahre auch progessiver was den internen Konflikt in der Menschheit anging - ja Gene Roddenberry wollte als Kind seiner Zeit, mit seinen Erlebnis als Pilot im 2. Weltkrieg und dem Schrecken eines drohenden nuklearen Krieges, von seinem Ideal der perfekten Menschheit nie abweichen, aber mit Deep Space Nine bekamen auch die Menschen facettenreichere Charaktere mit negativen Eigenschaften spendiert. Der Konflikt wurde als nicht mehr wie in der alten TOS Serie oder auch noch in TNG zwischen den "perfekten" Menschen und den "barbarischen" Ausserirdischen geführt, sondern auch in der Menschheit selbst (Wutausbrüche Siskos, Rebellen in der Föderation etc..).

    Natürlich soll Star Trek gute Unterhaltung sein, und man darf dort auch nicht zuviel reininterpretieren - denn am Ende will ein Konzern mit der Serie Geld machen - alles klar - aber trotzdem - eine solche Serie in den 60er Jahren auf die Matscheiben der Nation zu schicken, darunter den ersten TV-Kuss zwischen einer Schwarzen und eines Weißen zu zeigen, Gleichberechtigung in Zeiten des Rassenhasses einzufordern und vielen schwarzen Kindern die Hoffnung zu vermitteln, dass es in einer fernen Zukunft keinen Unterschied mehr machen wird, welche Hautfarbe sie haben, ohja dies ist in meinen Augen schon eine respektable Leistung dieser Serie*.

    Im übrigen hat die Folge "Chain of Command" aus der 6. Staffel von TNG sogar eine Ehrung seitens Amnesty International erfahren. Wenn man da nicht sehen kann, dass sich die Serie ernsthaft versucht (wenn auch nicht in jeder Folge, klar) eine humanistisches Ideal zu vermitteln, dann tuts mir leid ;-)


    Lg
    Corny


    *Klar, der "Westen" propagiert das Ideal das Individiums, währen im asiatischen Raum das Ideale des "Kollektivs" vorherrscht, und somit ist dies auch nur ein Lösungsansatz in unserem gesellschaftlichem Zusammenleben. Wenn man dies aber als "amerikanische Oktroyierung" betrachtet, dann tuts mir leid, weil ich bin, unabhängig des westlichen-amerikanischen Einflusses, ein Freund des Gedanken der freien Entfaltung des Individiums und Verabscheue was solche Regiems wie der Stalinismus oder die "Kim-Dynastie" mit ihrer Bevölkerung veranstaltet.
    Geändert von Corny83 (Gestern um 12:23 Uhr)

  2. #262
    inglourious bastard Avatar von MBS

    Ort
    „Made it, Ma! Top of the world!“

    AW: Star Trek - Der große Thread!

    Zitat Zitat von Corny83 Beitrag anzeigen
    Natürlich soll Star Trek gute Unterhaltung sein, und man darf dort auch nicht zuviel reininterpretieren - denn am Ende will ein Konzern mit der Serie Geld machen - alles klar
    Nun dann sind wir uns ja eigentlich einig.
    Man sollte nicht mehr gesellschaftsmoralische Botschaften hineininterpretieren als vorhanden.
    Die Pioniertat in Sachen Tabubruch will ich der Originalserie gar nicht absprechen, obwohl wahrscheinlich die Zeit dafür reif war und irgendwer zwangsläufig der Erste sein musste.
    Das eigentliche Risiko für Produktion und Sender dürfte eher finanzieller Natur gewesen sein. Die Quoten von TOS waren, soweit ich weiß, miserabel. Der Hype entstand ja später in den 70ern oder 80ern.

    Und natürlich: Wenn Russen oder Chinesen sich so ein Zukunftsszenario ausgedacht hätten, stände die Sternenakademie in Moskau oder Peking.

    Zitat Zitat von Corny83 Beitrag anzeigen
    Desweiteren sind NICHT alle Völker minderbemittelt oder werden als minderwertig dargestellt, alleine die ikonischte aller Star Trek Völker, die Vulkanier, werden stehts dem Menschen an Logik überlegen dargestellt.
    Nicht ganz.
    Die Vulkanier werden als emotional minderbemitteltes Volk dargestellt.
    Ihre Logik ist gleichzeitig ihre Manie, und wird in den Situationen zur Schwäche, wo unlogisches Handeln die Lösung verheißt. Die Superrasse 'Homo Sapiens' hingegen ist flexibel, kann logisch, sowie leidenschaftlich sein.

    Zitat Zitat von Corny83 Beitrag anzeigen
    *Klar, der "Westen" propagiert das Ideal das Individiums, währen im asiatischen Raum das Ideale des "Kollektivs" vorherrscht, und somit ist dies auch nur ein Lösungsansatz in unserem gesellschaftlichem Zusammenleben. Wenn man dies aber als "amerikanische Oktroyierung" betrachtet, dann tuts mir leid, weil ich bin, unabhängig des westlichen-amerikanischen Einflusses, ein Freund des Gedanken der freien Entfaltung des Individiums und Verabscheue was solche Regiems wie der Stalinismus oder die "Kim-Dynastie" mit ihrer Bevölkerung veranstaltet.
    Na ja, das erklärt zumindest deine unkritische Sicht auf das Zukunftsszenario, das in Star Trek entworfen wird.
    Du hältst anscheinend die westliche Kultur für höherwertiger als die anderen.


    - - - Aktualisiert - - -

    Edit:

    Apropos Verklärung des Star-Trek-Universums:

    Von Historikern weitestgehend unbeachtet ist der Umstand, dass Picard eine ganze Generation von Nerds in materiell ordentlich situierten deutschen Mittelschichtfamilien vor Kohl gerettet hat. Politik, das war Anfang der 90er der „Tagesschau“-Gong und dann ein alter Mann, der mit tiefer Stimme die Ortsmarke der Aufmachermeldung verkündete: „Bonn“.

    Utopie, das war dagegen die Föderation der Planeten. Star Trek hat Millionen von Jungs zum Postkapitalismus erzogen, Mädchen haben das nicht geguckt. In Star Trek arbeiten alle Menschen altruistisch nur zum Wohle einer Gemeinschaft aus Menschen und Aliens. Wer was will, der geht zum Replikator und sagt: „Earl Grey, heiß.“ Schon erscheint eine Tasse Tee. Es gibt kein Geld, keine Konten, keine Banken, kein Gehalt, alles läuft einfach so.


    http://www.taz.de/Kolumne-Kapitalozaen/!5418994/
    Geändert von MBS (Heute um 00:42 Uhr)

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